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Warnstreik in kommunalen Verkehrsbetrieben hält an

Der Warnstreik in rund 30 kommunalen Nahverkehrsbetriebe von NRW geht in den zweiten Tag. Bereits am Donnerstag fuhren vielerorts keine Bahnen und nur wenige Busse.
Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr - Köln
Fahnen der Gewerkschaft Verdi wehen vor dem Depot der Kölner Verkehrsbetriebe KVB. © Oliver Berg/dpa

Im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen halten die großen Einschränkungen durch einen zweitägigen Warnstreik der Gewerkschaft Verdi weiter an. Bereits zum Auftakt am Donnerstag waren infolge von Arbeitsniederlegungen in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben vielerorts die Straßenbahnen und U-Bahnen in den Depots geblieben. Nur ein kleiner Teil der Linienbusse fährt erfahrungsgemäß in den Streikregionen, die von privaten Subunternehmen betrieben werden.  Der Bahnverkehr mit den RE-, RB- und S-Bahn-Linien ist hingegen nicht von dem Warnstreik betroffen.  

Der Warnstreik in den rund 30 kommunalen Nahverkehrsbetrieben sei an diesem Freitag planmäßig fortgesetzt worden, sagte Frank-Michael Munkler von den Bezirken Aachen-Düren-Erft und Köln-Bonn-Leverkusen der Deutschen Presse-Agentur am frühen Freitagmorgen. Die Streikbeteiligung ist nach den Angaben des Gewerkschaftsvertreters weiter hoch. Seit Streikbeginn fand keine Arbeitsaufnahme statt, sagte Munkler. Der rund 48-stündige Warnstreik in kommunalen Verkehrsbetrieben endet nach Angaben von Verdi NRW am Freitagabend oder in der Nacht zum Samstag mit dem Schichtende.

Verdi hat in dieser Woche nahezu bundesweit eine Warnstreikwelle im Nahverkehr gestartet mit dem Hauptstreiktag an diesem Freitag. Gemeinsam mit Fridays for Future will der Verdi-Landesbezirk NRW ein Zeichen setzen, um mehr Geld für den Nahverkehr einzufordern. Fridays for Future hat in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens für diesen Freitag zu Kundgebungen und Demonstrationen aufgerufen und geht davon aus, dass sich etwa in Köln auch Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsbetriebe daran beteiligen werden. 

Nahezu alle großen kommunalen Nahverkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen wie KVB (Köln), Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund), die Stadtwerke Münster und moBiel (Bielefeld) werden bestreikt. Eine große Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, für das ein Haustarifvertrag gilt. Hintergrund des zweitägigen Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der etwa 30 000 Beschäftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben. Zwei Verhandlungsrunden sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. März vereinbart.

Verdi fordert unter anderem zusätzliche freie Tage, um die Beschäftigten zu entlasten und die Berufe attraktiver zu gestalten.  Täglich fielen in allen Tarifbereichen Busse und Bahnen aus, weil es nicht genug Personal gebe. Der Arbeitgeberverband hat in dem Tarifkonflikt auf Landesebene auf einen engen Finanzspielraum und darauf verwiesen, dass die Gehälter zum 1. März wie vor längerer Zeit vereinbart deutlich steigen. Zusätzliche freie Tage würden bei dem vorhandenen Fahrermangel dazu führen, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet würden. Der Arbeitgeberverband KAV NRW zeigte sich zuletzt optimistisch, in der dritten Tarifrunde ein «Gesamtpaket» mit der Gewerkschaftsseite vereinbaren zu können.

© dpa
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