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Vonovia macht Milliardenverlust: Wohnungsverkäufe geplant

Für 2023 schreibt der Dax-Konzern Vonovia rote Zahlen. Grund dafür ist die Abwertung des Immobilienportfolios. Im Vermietungsgeschäft geht es dagegen aufwärts - und wohl auch mit der Dividende.
Vonovia-Chef Rolf Buch
Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender des Wohnungsbaukonzerns Vonovia, bei einem Termin mit der dpa zur CO2-neutralen Sanierung in Serienbauweise. © Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia ist im vergangenen Jahr deutlich tiefer in die Verlustzone gerutscht. Wegen einer weiteren Abwertung des Immobilienportfolios stand unter dem Strich ein Verlust von knapp 6,8 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss in Bochum mitteilte. Im Vorjahr hatte Vonovia einen Verlust von rund 669 Millionen Euro ausgewiesen. Der Wert des Vermietungsportfolios lag Ende Dezember 2023 bei rund 83,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte Vonovia die Immobilien noch mit 94,7 Milliarden bewertet.

«Wir haben in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie so hohe Wertreduktionen gesehen wie 2023. Das gilt nicht nur für Vonovia, sondern für alle», sagte Unternehmenschef Rolf Buch in einer Telefonkonferenz. Der Trend habe sich im Jahresverlauf deutlich abgeschwächt. Die Werte dürften die Talsohle bereits erreicht haben. Die erste Zinssenkung erwarteten viele Analysten noch in diesem Jahr, die Inflation liege auf dem niedrigsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Das seien wichtige Signale.

Immobilien-Branche machen Zinsen und Baukosten zu schaffen

Der Immobilien-Branche machen die Folgen der hohen Zinsen und die stark gestiegenen Baukosten zu schaffen. Es werden kaum neue Wohnungen gebaut. Auch Immobilienkonzerne wie Vonovia und LEG haben neue Bauprojekte erst einmal auf Eis gelegt. Zudem gab es seit längerem kaum noch Verkäufe von größeren Immobilienpaketen. Aufgrund der Unsicherheit sanken die Immobilienpreise. Immobilienkonzerne mussten den Wert ihrer Portfolios nach unten korrigieren und machten zum Teil kräftige Verluste.

Um die Schulden abzubauen, will Vonovia-Chef Rolf Buch das Geld weiter zusammenhalten und im laufenden Jahr Wohnungen im Wert von rund drei Milliarden Euro verkaufen. 2023 erzielte das Unternehmen unter anderem durch Wohnungsverkäufe Erlöse von rund vier Milliarden Euro.

Vonovia besitzt in Deutschland rund 485.000 Wohnungen

Vonovia konnte während der Niedrigzinsphase vor allem über Zukäufe im In- und Ausland kräftig wachsen. Zudem profitierte der Konzern von steigenden Mieten in den Großstädten und Neubauten. 2021 glückte Vonovia die Übernahme von Deutschlands zweitgrößtem Vermieter Deutsche Wohnen. Insgesamt besitzt Vonovia als Europas größtes privates Wohnungsunternehmen knapp 546.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich, davon rund 485.000 in Deutschland.

Auch im Tagesgeschäft lief es für den Immobilienkonzern 2023 schlechter. Der operative Gewinn (FFO) ging um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Das hing vor allem mit den gestiegenen Zinsen zusammen. Während sich vor allem das Geschäft mit Projektentwicklung und zusätzlichen Dienstleistungen schwächer entwickelte, ging es in der Vermietung wegen der weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten deutlich aufwärts. Die Miete stieg per Ende Dezember in Deutschland im Schnitt auf 7,63 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Fast alle Mieten werden pünktlich bezahlt

Laut Vonovia werden 99,8 Prozent aller Mieten pünktlich bezahlt. «Das ist für mich ein ganz klarer Indikator dafür, dass wir bezahlbare Wohnungen für die Mitte der Gesellschaft anbieten», betonte Finanzvorstand Philip Grosse. «Und wir sehen das auch als Zeichen dafür, dass wir in Situationen, in denen jemand finanziell überfordert sein sollte, immer eine gute Lösung finden.»

Vonovia hebe die Mieten nur moderat an «und natürlich in Übereinstimmung mit den gesetzlich gültigen Mietspiegeln». Damit liege Vonovia relativ deutlich unter der allgemeinen Preissteigerung, da die Mietspiegel erst anfingen, diese Inflation nachzuzeichnen.

Aktionäre sollen 90 Cent je Aktie erhalten

Die Aktionäre sollen vom operativen Gewinn profitieren: Das Management will der Hauptversammlung eine Dividende von 90 Cent je Aktie vorschlagen, zusammengenommen rund 733 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern 85 Cent je Aktie ausgeschüttet.

Von 2024 an soll der bereinigte Vorsteuergewinn den FFO als zentrale Kennzahl ablösen. Er soll zwischen 1,7 und 1,8 Milliarden Euro liegen. 2023 lag der Wert bei 1,87 Milliarden Euro.

Mieterbund: Vonovia hat nur Aktionärswohl im Sinn

Der Landesverband NRW des Deutschen Mieterbundes kritisierte das Unternehmen anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen. «Wir befürchten, dass Vonovia weiterhin auf maximale Mietsteigerungen setzt und die Investitionen in Instandhaltung und den dringend benötigten Neubau zurückfährt», erklärte der Landesvorsitzende Hans-Jochem Witzke. Wer für eine Dividendenausschüttung in Höhe von 733 Millionen Euro noch genug Geld habe, müsse auf Mieterhöhungen verzichten, so Witzke weiter. «Mit seinem Geschäftsgebaren trägt Vonovia nicht zum Gemeinwohl bei, sondern hat lediglich das Wohl der Aktionäre im Sinn.»

Buch: Demos sind starkes Zeichen für Demokratie

In einer Telefonkonferenz äußerte sich Buch mit Blick auf die anstehende Europawahlen auch zur aktuellen politischen Situation. Er begrüßte die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. «Diese Demonstrationen sind ein starkes Zeichen für unsere Demokratie und für Werte und machen mir Mut», sagte der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Wohnimmobilienkonzerns am Freitag in Bochum. «Mit derselben Entschlossenheit sollten wir auch in diesem Jahr die Stimme für Europa einsetzen.» Die EU habe eine überragende Bedeutung für den Frieden, aber auch für Arbeitsplätze und Wirtschaft und Wohlstand.

© dpa
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