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Pokal-Duell der Überflieger: Der «kurze Weg» nach Berlin

Nur noch drei Bundesligisten sind im Viertelfinale des DFB-Pokals vertreten. Und die beiden bestplatzierten in der Liga treffen in Leverkusen aufeinander. Der gegenseitige Respekt ist groß.
Bayer Leverkusen
Leverkusens Torwart Lukas Hradecky (M) in Aktion gegen Stuttgarts Dan-Axel Zagadou (3.v.l) und Leverkusens Jonathan Tah (2.v.l). © Tom Weller/dpa/Archivbild

Für Bayer Leverkusen ist es die Woche der Wahrheit, für den VfB Stuttgart der ultimative Spitzenteam-Test: Wenn die beiden Überraschungsmannschaften der bisherigen Saison am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) im Viertelfinale des DFB-Pokals aufeinandertreffen, ist es aufgrund des Teilnehmerfeldes das Treffen der großen Favoriten. Für den Gewinner des Duells zwischen Bundesliga-Tabellenführer Leverkusen und dem Liga-Dritten Stuttgart scheint der Weg zum ersten Pokalsieg in diesem Jahrtausend frei wie nie.

«Die Spieler haben diesen Wunsch, etwas zu gewinnen. Der Pokal ist der kurze Weg, und wir sind nur noch zwei Spiele vom Finale entfernt», sagte Leverkusens Trainer Xabi Alonso: «Es ist eine schöne Chance, das Halbfinale zu erreichen. Und wir sind sehr, sehr motiviert.»

Seit dem Pokalsieg 1993 wartet Leverkusen auf einen Titel. In dieser Saison gibt es gleich drei Chancen, und in der Liga steht am Samstag der große Hit gegen Serienmeister FC Bayern an. Doch daran darf laut Alonso noch niemand denken. «Das wird eine Top-Woche für uns. Aber Samstag ist weit weg, morgen ist sehr nah», sagte der Spanier am Montag: «Wir sind es gewohnt, Englische Wochen zu haben und haben das bisher gut gemacht. Nach Dienstag haben wir noch genug Zeit, uns auf Samstag vorzubereiten.»

Der Druck sei in dieser Woche nicht größer als sonst. «Es gibt immer Druck im Profifußball», sagte er: «Aber wir verspüren ihn diese Woche nicht mehr als sonst.»

Als Spieler erlebte der frühere Welt- und Europameister Alonso im DFB-Pokal auch Enttäuschungen. Nur einmal in drei Jahren erreichte er mit den Bayern das Finale in Berlin - und dann saß er beim Endspiel-Sieg 2016 gegen Borussia Dortmund 120 Minuten auf der Bank. An ein mögliches Endspiel will er aber noch nicht denken. «Das Finale kommt nach dem Halbfinale. Und wir stehen noch nicht im Halbfinale», sagte er. Der Respekt vor dem VfB sei zudem groß. «Ich mag die Art und Weise sehr, wie Stuttgart spielt», sagte Alonso: «Die Position, auf der sie in der Bundesliga stehen, ist total verdient.»

Alonsos Stuttgarter Kollege Sebastian Hoeneß sieht die Werkself in der Favoritenrolle, wittert nach den zuletzt wieder überzeugenden Auftritten seiner Mannschaft aber durchaus den großen Coup. «Ein Riesenspiel» mit «unglaublicher Bedeutung» sei das, sagte der 41-Jährige. «Die Chancen sind jetzt nicht riesengroß, aber es wird welche geben.» Da gelte es für sein Team dann da zu sein. Gegen die Europapokal-Teilnehmer RB Leipzig (5:2) und SC Freiburg (3:1) gelangen dem VfB in den vergangenen beiden Liga-Partien beachtliche Siege, das Selbstvertrauen der Schwaben ist entsprechend groß.

Zudem entspannt sich die Personallage beim VfB. Abwehrspieler Hiroki Ito wird nach seinem Viertelfinal-Aus mit Japan beim Asien-Cup in den Kader zurückkehren. Zu Torjäger Serhou Guirassy äußerte sich Hoeneß zwar zurückhaltender. Der Guineer, mit seinem Nationalteam beim Afrika-Cup ebenfalls im Viertelfinale gescheitert, habe eine etwas verspätete Rückreise und zudem leichte Magen-Darm-Probleme gehabt. Man werde ihn durchchecken und dann entscheiden, erklärte der Trainer. Aber: Da ist ja auch noch Deniz Undav.

Der Stürmer war in Guirassys Abwesenheit zuletzt wieder der Mann für die Tore beim VfB. Gegen RB schnürte er einen Dreierpack, in Freiburg erzielte er einen Treffer selbst und bereitete die beiden weiteren vor. Der 27-Jährige spiele eine «unglaubliche Saison», sagte Hoeneß. Natürlich ist Undav daher auch in Leverkusen einer seiner großen Hoffnungsträger.

Es sei der «Traum eines jeden Fußballers und Trainers», irgendwann in Berlin im Finale zu stehen, meinte der VfB-Coach, dessen Team voriges Jahr erst im Halbfinale gescheitert war. Für einen Club ist dieser Traum nach dem Kracher-Duell am Dienstag allerdings schon vorbei.

© dpa ⁄ Holger Schmidt und Christoph Lother, dpa
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