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Kantersieg vor Rekord-Kulisse: Handballer mit EM-Traumstart

Die deutschen Handballer starten mit dem erhofften Erfolgserlebnis in die EM. Der Sieg gegen die Schweiz eröffnet beste Aussichten für das Erreichen der zweiten Turnierphase.
Deutschland - Schweiz
Deutschlands Renars Uscins (r) versucht sich gegen Lukas Laube aus der Schweiz durchzusetzen. © Federico Gambarini/dpa

Im Kreis hüpfend feierten die deutschen Handballer in der Parkettmitte ihren Traumstart in die EM-Festwochen: Getragen von der Weltrekord-Kulisse von 53.586 Fans hat das Team um den überragenden Torhüter Andreas Wolff den erhofften Auftaktsieg bei der Heim-Europameisterschaft gefeiert und den ersten Schritt in Richtung Hauptrunde gemacht. Die DHB-Auswahl deklassierte am Mittwochabend in Düsseldorf die Schweiz mit 27:14 (13:8) und nährte mit einem erfrischenden Auftritt die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Medaillen-Mission.

«Die Jungs spielen sich in einen Rausch in der zweiten Halbzeit», sagte Bundestrainer Alfred Gislason im ZDF. Er lobte die starke Abwehr mit einem ebenso starken Schlussmann Wolff dahinter sowie das konsequente Rückzugsverhalten nach Ballverlusten im Angriff. «Ich bin sehr erleichtert, dass diese Leistung kam in so einem wichtigen Spiel auch», lobte der Isländer, der sich von der Fan-Kulisse beeindruckt zeigte: «Das war eine extrem schöne Atmosphäre und natürlich ist das ein Erlebnis auch für einen alten Trainer wie mich, das mitzuerleben. Mit 53.000 Zuschauern im Rücken, das war eine phänomenale Werbung für unseren Sport. Ich bin extrem stolz, dabei gewesen zu sein.»

Wolff, der als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde, wurde auch von Spielmacher Juri Knorr als Erfolgsgarant gewürdigt. «Ich wusste, dass Andy gut ist, aber dass er sowas heute macht, das ist von einem anderen Stern», sagte der Knorr. Wolff selbst reagierte bescheiden. «Viel Hilfe habe ich heute auch von meiner Abwehr bekommen. Die Jungs haben die Atmosphäre hier fantastisch umgesetzt, wirklich sehr couragiert von Anfang an gestanden und mir das Spiel als Torhüter versüßt», sagte der Keeper, der 61 Prozent der Schweizer Würfe parierte.

Bei der spektakulären Eröffnung der Endrunde überzeugte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason über weite Strecken und verbreitete teilweise schon den erhofften Glanz. Entsprechend erleichtert war DHB-Sportvorstand Axel Kromer, für den der Erfolg das passende Geschenk zu seinem 47. Geburtstag war. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Mannschaft so stabil agiert hat. Darauf haben wir hingearbeitet», sagte Kromer.

Bester Werfer beim Sieger war Regisseur Juri Knorr vom Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen mit sechs Toren. Am Donnerstag reist die deutsche Mannschaft als Tabellenführer der Gruppe A nach Berlin, wo am Sonntag das zweite Vorrundenspiel gegen Außenseiter Nordmazedonien und am kommenden Dienstag der Kracher gegen Rekord-Weltmeister Frankreich anstehen. Der Olympiasieger startete mit einem lockeren 39:29 (17:13)-Sieg gegen die Nordmazedonier ins Turnier. Die ersten zwei Teams erreichen die Hauptrunde.

«Es wird überwältigend, wenn wir hier einlaufen und die Nationalhymne gespielt wird», prophezeite Kapitän Johannes Golla vor dem Anpfiff. Und tatsächlich herrschte Gänsehaut-Atmosphäre im Fußballstadion des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, das für den EM-Auftakt extra in eine Handball-Arena verwandelt wurde.

Dazu trug auch die deutsche Mannschaft bei, die nach einem nervösen Beginn schnell ihren Rhythmus fand und Mitte der ersten Halbzeit beim 7:3 erstmals mit vier Toren vorn lag. Dabei hatte der Bundestrainer am Vortag noch orakelt: «Je näher der Anpfiff rückt, umso größer wird die Anspannung werden.»

Davon war wenig zu spüren bei der DHB-Auswahl, die sich vom Anpfiff weg auf einen überragenden Andreas Wolff zwischen den Pfosten verlassen konnte. Der 32 Jahre alte Weltklasse-Torwart war eine Bank und gab seinen Vorderleuten mit zahlreichen Paraden die nötige Sicherheit. Dafür wurde der Schlussmann vom polnischen Topclub Industria Kielce von den Fans immer wieder mit Sprechchören gefeiert und bei seiner Auswechslung zehn Minuten vor dem Ende mit stehend dargebrachten Ovationen verabschiedet.

Auch die Abwehr stand wie ein Bollwerk, das die Schweizer nur selten knacken konnten. Dadurch hielt die deutsche Mannschaft die Eidgenossen bis zur Pause auf Distanz, obwohl im Angriff nicht alles nach Wunsch lief. Einige technische Fehler und etliche vergebene Chancen verhinderten eine noch höhere Führung zur Halbzeit.

«Es ist grandios, wenn über 50.000 Menschen Deutschland, Deutschland schreien. Das hatten sich die Jungs erhofft», lobte Kromer in der Pause die lautstarke Kulisse. Die beflügelte das deutsche Team auch nach dem Wechsel. Nach 47 Minuten wuchs der Vorsprung beim 20:10 erstmals auf zehn Tore an. Schon lange vor dem Abpfiff sangen die begeisterten Zuschauer «Oh, wie ist das schön».

Mit ihrem erfolgreichen Auftritt erzeugte das DHB-Team gleich zum Turnierauftakt die Euphorie, die möglichst bis zum Finaltag am 28. Januar anhalten soll. «Das ist eine Chance, die Sportart noch bekannter zu machen als sie ohnehin schon ist», sagte DHB-Boss Andreas Michelmann über das erste Europa-Championat in Deutschland und fügte hinzu: «Wir erhoffen uns noch mehr Resonanz für die Sportart und wollen das positive Image in die Bevölkerung tragen.» Der erste Schritt dahin ist getan.

© dpa ⁄ Eric Dobias und Jordan Raza, dpa
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