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Trotz Startschwierigkeiten: E-Rezept landesweit viel genutzt

Niedersächsische Kassenärzte und Apotheker beklagen gut drei Monate nach Einführung des elektronischen Rezepts technische Probleme. Krankenkassen beobachten eine große Akzeptanz des neuen Angebots.
Elektronisches Rezept
Ein Mitarbeiter einer Apotheke steckt eine Gesundheitskarte in ein Lesegerät. © Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Gut drei Monate nach der verpflichtenden Einführung des elektronischen Rezepts beklagen Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheken noch technische Probleme. Bei der praktischen Umsetzung gebe es «deutlichen Verbesserungsbedarf», sagte Marion Charlotte Renneberg, stellvertretende Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, der Deutschen Presse-Agentur. «So kommt es leider häufiger zu Systemausfällen, wodurch in der Praxis dann wieder zeitaufwendig auf das papiergebundene Rezept umgeschwenkt werden muss.» Ein zuverlässigerer Betrieb des Systems sei dringend notwendig. Renneberg ist Hausärztin mit einer Praxis in Ilsede im Landkreis Peine. Die Medizinerin kritisierte darüber hinaus, dass etwa Rezepte für Selbstzahler und für Privatpatienten bisher nicht elektronisch ausgestellt werden könnten.

Kassenärzte sind seit Anfang 2024 bundesweit verpflichtet, für verschreibungspflichtige Arzneimittel E-Rezepte auszustellen. Zur Einlösung haben Versicherte drei Optionen: per App, Papierausdruck oder mit ihrer Krankenkassenkarte. «Das E-Rezept läuft in den Praxen noch nicht rund», kritisierte Detlef Haffke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Im März sei es immer wieder zu Problemen beim Erstellen und Einlesen gekommen. Dies gehe zulasten der Patienten, Praxen und Apotheken. «Wie in jeder neuen Entwicklung kann es zu Anfangsschwierigkeiten kommen», sagte Cathrin Burs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen und Inhaberin einer Apotheke in Braunschweig. Dies verlange den Patientinnen und Patienten viel Verständnis ab.

«Es passiert durchaus häufiger, dass ein verordnetes E-Rezept in der Apotheke nicht abrufbar ist. Aber wir brauchen einen Beleg. Dann kann es passieren, dass der Patient noch mal zurück zum Arzt gehen und sich ein Papierrezept ausstellen lassen muss», erläuterte Berend Groeneveld, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen. «Wenn das E-Rezept elektronisch auf die Krankenkassenkarte gelegt wird, wissen Sie zudem gar nicht, was der Arzt verordnet hat.». Damit sei dem Patienten auch ein wenig die Kontrollmöglichkeit genommen worden. «Das führt in den Apotheken manchmal zu erstaunten Reaktionen wie: «Das Medikament wollte ich doch gar nicht!»», berichtete der Inhaber einer Apotheke im ostfriesischen Norden.

Aus Sicht der AOK Niedersachsen verlief die Einführung des E-Rezepts trotz anfänglicher Hürden erfolgreich. Die E-Rezept-Quote habe im Januar bei rund 60 Prozent und im Februar bereits bei circa 70 Prozent gelegen, teilte die mitgliederstärkste gesetzliche Krankenkasse auf dpa-Anfrage mit. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen sieht nur vereinzelte Startschwierigkeiten. Flächendeckende Probleme seien dem Verband nicht bekannt. «Angesichts von bundesweit fast 137 Millionen eingelöster E-Rezepte gehen wir davon aus, dass das E-Rezept im Alltag der Versicherten angekommen ist», betonte vdek-Sprecher Simon Kopelke der dpa.

«Der wichtige Schritt, der jetzt kommen muss, ist die Einführung der Elektronischen Patientenakte (EPA)», sagte Verbandschef Groeneveld. «Dann kann jeder Arzt Einsicht nehmen, egal ob Hausarzt, Facharzt oder Krankenhausarzt und auch der Apotheker. Im Moment empfehlen wir eine Stammapotheke, so kann jeder Patient mit einer Kundenkarte seine Medikation checken lassen, also etwa ob sich bestimmte Medikamente auf Dauer vertragen.»

Nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sollen alle gesetzlich Versicherten Anfang 2025 E-Patientenakten bekommen - außer, man lehnt es für sich aktiv ab. Millionen Patientinnen und Patienten sollen dann wichtige Gesundheitsdaten wie Befunde und Laborwerte standardmäßig in einer elektronischen Akte parat haben. Der Bundesrat machte Anfang Februar den Weg dafür frei und ließ ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz passieren.

© dpa ⁄ Christina Sticht, dpa
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