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Beim E-Rezept läuft es in Hessen noch nicht rund

Drei Monate nach der Einführung ruckelt es noch beim E-Rezept. Vor allem technische Schwierigkeiten sorgen für Frust. Hessens Apotheker fordern eine schnelle Lösung.
Elektronisches Rezept
Ein Mitarbeiter einer Apotheke steckt eine Gesundheitskarte in ein Lesegerät. © Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Rund drei Monate nach der flächendeckenden Einführung elektronischer Rezepte gibt es weiter Schwierigkeiten. Hessens Apotheker zeigen sich enttäuscht. «Wir haben auf einen reibungslosen Ablauf und auf eine Verbesserung der Situation nach den ersten Startschwierigkeiten gesetzt. Vorsichtig ausgedrückt ist das bislang aber nicht eingetreten», sagte Alexander Schopbach, Sprecher des Hessischen Apothekerverbands, in Offenbach. Es gebe leider immer wieder technische Probleme. Vor allem morgens käme es zu Ausfällen des Systems und die Patienten könnten ihre Rezepte teils stundenlang nicht einlösen. «Das sorgt für sehr viel Frust bei den Patienten und Apothekern.»

Seit dem 1. Januar 2024 sind alle Praxen bundesweit verpflichtet, Rezepte als Standard elektronisch auszustellen. Anstelle der bisher üblichen rosa Zettel können sie über drei Wege eingelöst werden: Indem man die elektronische Gesundheitskarte der Krankenkasse in der Apotheke in ein Gerät steckt, über eine spezielle E-Rezept-App oder mit einem ausgedruckten QR-Code auf Papier.

Dabei kommt es laut den Apothekern zu wiederholten Abstürzen und Ausfällen der technischen Infrastruktur. Die Fehler und Missstände treten laut Schopbach deutschlandweit auf. Darunter leide die Effizienz des E-Rezeptes massiv. Der Forderung des Deutschen Apothekerverbands (DAV) an das Bundesgesundheitsministerium, diese Probleme umgehend zu lösen, schließe sich der Hessische Apothekerverband uneingeschränkt an, erklärte er.

Ein weiteres Problem sei, dass Ärzte Rezepte nicht sofort signieren, sondern sie erst mit Verzögerung freigeben. In den Apotheken könnten sie aber erst nach dem Signieren über die Krankenkassenkarten des Versicherten abgerufen werden. «Das bedeutet in der Praxis, dass Patienten in der Apotheke feststellen, dass sie ihr Rezept noch nicht einlösen können und es noch Stunden dauern kann, bis das Rezept signiert wird.» Auch das sorge für Unmut bei Apothekern und Kunden.

Theoretisch sei die Effizienz des E-Rezeptes hoch, sagte Karl Roth, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, in Frankfurt. «In der Praxis ist sie es nach wie vor nicht immer.» In den Arztpraxen funktionierten die Abläufe mittlerweile recht gut und überwiegend stabil, von Abstürzen von Servern oder der Praxisverwaltung abgesehen. «Die größten Herausforderungen dürften aktuell darin bestehen, dass die Server, die die ausgestellten Rezepte in den Apotheken zur Verfügung stellen, zu oft nicht funktionieren und die Praxen den Patientinnen und Patienten raten müssen, mit dem Abholen des Medikaments einige Stunden oder gar bis zum nächsten Tag zu warten.»

Die Forderung nach einer funktionierenden Anwendung, wie der DAV sie formuliert hat, sollte eigentlich selbstverständlich sein, «zumal wenn sie per Zwang unter Androhung von Sanktionen eingeführt wird», so Roth. «Wieder einmal ist das im deutschen Gesundheitswesen nicht oder nur teilweise gelungen, eine erprobte und stabile Anwendung zur Verfügung zu stellen.»

Auch die Verbraucherzentrale Hessen berichtet, das Hauptärgernis sei, dass der Verbraucher zum Teil schneller in der Apotheke sei als das Rezept. «Wir hoffen, dass sich das einspielen wird», sagte die Medizinerin und Patientenberaterin bei der Verbraucherzentrale Hessen, Daniela Hubloher. Sie rät dazu, besonders dann, wenn ein Medikament sofort benötigt wird, wie etwa ein Antibiotikum, in der Arztpraxis vorab zu klären, ab wann das Rezept einlösbar ist und gegebenenfalls um einen Papierausdruck zu bitten. Ein Problem sei für manche Patienten auch, dass sie anders als beim Rezept in Papierform nicht mehr direkt lesen können, was draufsteht. «Sie haben dann selbst keinen Überblick mehr darüber, was verordnet wurde.»

Das E-Rezept bringt laut Hubloher dennoch viele Vorteile. So werde etwa für Patienten, die ein Folgerezept im laufenden Abrechnungsquartal brauchen, bei digitaler Übermittlung ein weiterer Arztbesuch unnötig. Auch könne das elektronische Rezept im Rahmen einer digitalen Videosprechstunde kontaktlos übermittelt werden. Zudem verbessere es das Medikamentenmanagement, vor allem wenn es in Verbindung mit dem Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte genutzt werde. «So können Wechselwirkungen vermieden werden», erklärte Hubloher.

© dpa
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