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Tote Schafe: Behörden prüfen möglichen Wolfsangriff

Nach dem Fund toter Schafe treibt ein möglicher Wolfsangriff Behörden und den Schäfer um. Letzterer fordert nun schnelles Handeln.
Wolf
Ein Wolf läuft durch einen Wald. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Im Zusammenhang mit mehreren toten Schafen im Landkreis Vorpommern-Rügen prüfen die Behörden den möglichen Angriff eines Wolfes. Anfang der Woche fand der Schäfer Ingo Stoll nach eigener Aussage tote und verletzte Tiere auf seiner Koppel in Pöglitz. Drei seien bereits tot gewesen, vier weitere habe ein Tierarzt wegen der Verletzungen einschläfern müssen, sagte Stoll am Freitag. Der langjährige Schäfer geht von einem Wolfsangriff aus. «Wir sind uns da ziemlich sicher.» Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» berichtet.

Vom Schweriner Landwirtschaftsministerium hieß es, aufgrund der Spuren vor Ort könne ein Wolfsriss nicht ausgeschlossen werden. Entnommene Genproben würden entsprechend analysiert.

Stoll hat nach eigener Aussage eine Entnahme des Wolfes beim Landkreis beantragt. Er bezog sich auf frühere Aussagen von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Sie hatte vergangenes Jahr schnellere Abschüsse von Wölfen gefordert, wenn sie etwa Schafe reißen. Auch die Umweltminister der Länder hatten sich auf ein entsprechendes Vorgehen verständigt.

Der Landkreis bestätigte einen Antrag Stolls. Für Aufsehen hatte der Schäfer vor zwei Wochen gesorgt, als er aus Protest gegen die deutsche Agrarpolitik bei Stralsund etwa 400 Tiere über eine Bundesstraße führte. 2021 hatte er aus Protest gegen die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung gegen den Wolf tote Schafe in die Stralsunder Innenstadt gebracht. Sie seien auch dem Wolf zum Opfer gefallen, sagte er. Das sei genetisch nachgewiesen worden.

Die nun getöteten Schafe waren seiner Aussage nach vorschriftsmäßig geschützt mit einem Elektrozaun, aber: «da springt mein Hund auch oben drüber, ohne dass er an den Zaun ankommt». Oder der Wolf sei darunter hindurchgegangen. Es gebe auch Schafe, die sich vom Strom nicht aufhalten ließen. Das sei auch bei Wölfen denkbar. «Deshalb müssten solche Tiere eigentlich sofort geschossen werden.» Andernfalls schauten sich das Artgenossen ab.

Erst am Donnerstag hatte das Schweriner Umweltministerium mitgeteilt, dass nach Nachweisen nun auch die Insel Rügen als Wolfsgebiet gelte, so dass auch hier Schutzmaßnahmen entsprechend einer Landesrichtlinie gefördert werden könnten. Nach der Aufnahme Rügens und umliegender Inseln wie Hiddensee stehen diese Förderungen nun landesweit zur Verfügung.

Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums vom Ende vergangenen Jahres waren in MV 19 Wolfsrudel registriert. Laut Landes-Wolfsmonitoring wurden für 2023 bis kurz nach Mitte November 65 Rissvorfälle registriert, bei denen der Wolf als Verursacher festgestellt wurde oder nicht ausgeschlossen wird. Dabei wurden den Angaben zufolge mehr als 240 Tiere getötet.

Die CDU-Abgeordnete Beate Schlupp warf dem Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag im Landtag Versäumnisse beim Thema Wolf vor. Statt zu handeln, verweise der Minister auf die Bundesebene und versuche so, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Bei der bevorstehenden Reform des Landesjagdgesetzes habe er verpasst, den Wolf in den Katalog der jagdbaren Tiere aufzunehmen. Andere Bundesländer seien hier weiter.

Andere Länder hätten zudem Initiativen zur Begrenzung der Wolfsbestände im Bundesrat ergriffen. Überraschend zog Schlupp am Ende ihrer Rede den Antrag zurück, mit dem die Landesregierung aufgefordert werden sollte, Bestrebungen zu unterstützen, den Schutzstatus des Wolfes herabzustufen und so eine effektive Bestandsregulierung zu ermöglichen. Backhaus habe verkündet, dass er die Bundesratsinitiativen dazu unterstützen wolle.

© dpa
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