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Mehr Unterrichtsausfall in MV als vor Corona

Mehr Schüler und mehr Krankheit von Lehrkräften und deren Kindern führten zu mehr Stundenausfall, sagt Bildungsministerin Oldenburg. Auch der Lehrermangel spiele eine Rolle.
Schule
Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In Mecklenburg-Vorpommerns Schulen ist im Schuljahr 2022/23 mehr Unterricht ausgefallen als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. An den allgemeinbildenden Schulen fielen 3,6 Prozent aller Stunden aus, wie Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Mittwoch mitteilte. Im Schuljahr 2015/16 waren es demnach zwei Prozent gewesen, bis zum Schuljahr 2018/19 stieg der Anteil auf 2,4 Prozent. Während der Corona-Pandemie fiel die Statistik aus.

An den staatlichen Berufsschulen ist der Unterrichtsausfall mit 7,8 Prozent 2022/23 noch ausgeprägter gewesen, wie es weiter hieß. Im Schuljahr 2015/16 waren es noch 5,9 Prozent gewesen und 2018/19 dann 6,8 Prozent.

«Für den Unterrichtsausfall gibt es im Wesentlichen drei Ursachen: Krankheit von Lehrkräften sowie Lehrerinnen und Lehrer mit kranken Kindern und Lehrermangel», erklärte Oldenburg und verwies auf die zuletzt besonders heftigen Erkältungswellen. Zudem zeigt sich, dass der laufende Generationswechsel in den Lehrerkollegien auch ungewollte Nebeneffekte hat. Laut Oldenburg stieg die Anzahl der Unterrichtsstunden, die wegen der Erkrankung der Kinder von Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen vertreten werden mussten, im Vergleich zum Schuljahr 2018/2019 um 138 Prozent, an den Berufsschulen habe sich der Wert verdoppelt.

Hinzu gekommen sei die stark gestiegene Zahl von Flüchtlingskindern aus der Ukraine nach dem Überfall Russlands im Februar 2022. Mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler seien in 121 Vorklassen, im gemeinsamen Unterricht oder im berufsvorbereitenden Jahr an Berufsschulen unterrichtet worden. Dafür gebe es 272 zusätzliche pädagogische Kräfte.

«Die Landesregierung unternimmt große Anstrengungen, damit sich die personelle Situation in den Schulen verbessert», versicherte Oldenburg. In den vergangenen zweieinhalb Jahren seien etwa 1900 Lehrkräfte eingestellt worden. Dennoch klaffe weiter eine Lücke. Oldenburg dankte den Lehrkräften für deren Anstrengungen, dass nicht noch mehr Unterricht ausgefallen sei. Teilzeitlehrer hätten aufgestockt, andere hätten Überstunden geleistet. Durch Vertretungen, Klassenzusammenlegungen und Stillarbeit seien an den allgemeinbildenden Schulen 10,5 Prozent des Unterrichts abgedeckt worden. Im Schuljahr 2015/16 waren es demnach 8,2 Prozent, 2018/19 dann 9,1 Prozent.

Kritik kam von der Opposition im Landtag. So beklagte die FDP-Abgeordnete Sabine Enseleit, dass Lehrer mit zu vielen nichtpädagogischen Aufgaben betraut seien. «Das Bildungsministerium hat es über die Jahre versäumt, die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte nachhaltig zu verbessern. Statt den Lehrkräften das Leben leichter zu machen, erreichen die Schulen monatlich neue umständliche Richtlinien, Konzepte und Leitfäden», sagte sie. Lehrkräfte brauchten Beständigkeit in den Anforderungen an den Unterricht, das Land ein klares Konzept für die Bildung.

Nach den Worten des AfD-Abgeordneten Enrico Schult ist der hohe Krankenstand auch ein Symptom dafür, dass das System seine Kräfte überfordert. «Die Lehrergesundheit selbst wird sich nur verbessern, wenn Stressoren reduziert werden und sich Lehrer vor allem wieder auf ihren Unterricht konzentrieren können», sagte Schult. Als Beispiele nannte er Bürokratie, die Umsetzung der Inklusion und damit verbundene Dokumentationspflichten. Klassenzusammenlegungen, sogenannte Stillarbeit und fachfremde Vertretungen steigerten die Unterrichtsqualität selbst nicht.

Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW war der Unterrichtsausfall angesichts der Krankheitswellen erwartbar hoch. «Ich habe zu keiner Zeit in meiner beruflichen Laufbahn dieses Ausmaß an Krankheitswelle erlebt, nicht bei Schülern, nicht bei den Lehrkräften und deren Kindern», sagte der GEW-Landesvorsitzende Nico Leschinski. Doch beklagte er eine strukturelle Unterbesetzung, die eine adäquate Reaktion darauf verhindert habe. Die Personalquote bei den Lehrkräften habe im Jahr 2022 bei 94,7 Prozent gelegen. «Dies zeigt, dass die Mehrarbeit im System angelegt ist. Vor dem Hintergrund des Personalmangels wird sich daran auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Umso wichtiger ist es, dass es hier faire und attraktive Bedingungen für die Beschäftigten gibt», mahnte Leschinski.

© dpa
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