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Privatbank Metzler plant mittelfristig mit mehr Personal

Das Frankfurter Bankhaus Metzler will seine bundesweite Präsenz ausbauen. Ein Sparprogramm passe nicht zur Kultur des 350 Jahre alten Instituts, betont der Chef.
350 Jahre Bankhaus Metzler
Gerhard Wiesheu, Vorstandssprecher der Privatbank Metzler, hat auf einem Empire-Sofa Platz genommen. © Arne Dedert/dpa

Die Frankfurter Privatbank Metzler plant mittelfristig mit mehr Personal. «Wir haben heute um die 800 Mitarbeiter, in fünf Jahren werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Mitarbeiter haben, weil wir wachsen werden», sagte der seit 1. Juli 2023 amtierende Vorstandssprecher Gerhard Wiesheu, der Deutschen Presse-Agentur. «Aber durch Automatisierung und KI werden wir in Bereichen, die momentan noch sehr abwicklungsintensiv sind, nicht mehr so viele Neusteinstellungen vornehmen müssen.»

Noch im November hatte das Bankhaus mitgeteilt, bis 2028 sei, bezogen auf das gesamte Bankhaus, mit dem Wegfall von rund zehn Prozent der derzeit etwa 800 Stellen zu rechnen: «Dieser Wert dient als Orientierungsgröße, die abhängig von der Geschäftsentwicklung atmet. Der Personalabbau soll sozialverträglich gestaltet werden.»

Wachstum im Pensionsmanagement und der Vermögensverwaltung

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erläuterte Wiesheu: «Wir werden in den nächsten zehn Jahren ein Drittel der Belegschaft ersetzen müssen, weil Kolleginnen und Kollegen in Rente gehen. Zugleich wird der Arbeitsmarkt immer intensiver. Deshalb müssen wir uns Gedanken machen, in welchen Bereichen wir vielleicht mehr oder weniger Personal benötigen.»

Wiesheu stellte zugleich klar: «Wir haben kein Sparprogramm aufgelegt. Tendenziell rechne ich mit einem Wachstum der Beschäftigung im Bankhaus Metzler. Wir werden zum Beispiel stark wachsen im Pensionsmanagement für Unternehmen und in der privaten Vermögensverwaltung.» Ein Sparprogramm passe nicht zur Unternehmenskultur des Bankhauses, das in diesem Jahr auf eine 350-jährige Geschichte zurückblickt.

Investitionen in Niederlassungen

Auch in die Niederlassungen will Wiesheu investieren, um zum Beispiel von München und Düsseldorf aus in Nachbarregionen präsenter zu sein: «Wir werden auch aus den bestehenden Filialen heraus wachsen. Es gibt Regionen, die wir stärker betreuen wollen: Von München aus sind das zum Beispiel die Regionen Nürnberg oder Erlangen, aus Düsseldorf heraus die Gebiete Bielefeld oder Münster. Auch dort stellen wir Mitarbeiter ein, um unser Netzwerk zu verstärken», sagte der Vorstandssprecher der B. Metzler seel. Sohn & Co. AG.

Zudem laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung einer weiteren Niederlassung in Berlin. Die Personalsuche sei gut angelaufen, derzeit schaue sich die Bank Immobilien in der Hauptstadt an. «In Berlin fangen wir mit 3 bis 5 Mitarbeitern an und möchten sukzessive aufbauen. Die Zielgröße wäre wie an unseren anderen Standorten 10 bis 15 Mitarbeiter», sagte Wiesheu.

© dpa
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