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Tschentscher sagt Kiew Unterstützung zu - Klitschko dankt

Zum zweiten Jahrestag des Städtepakts für Solidarität und Zukunft reist Hamburgs Bürgermeister nach Kiew. Er will sich selbst ein Bild von der Lage machen und fragt nach bei Vitali Klitschko.
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher in Kiew
Tschentscher (l) und Klitschko betrachten Gedenktafeln für gefallene ukrainische Soldaten. © Martin Fischer/dpa

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat den Hamburgerinnen und Hamburgern für ihre Solidarität und Unterstützung in Kriegszeiten gedankt. Im Kampf gegen die russische Aggression brauche es nicht nur militärische Hilfe, sondern auch zivile Unterstützung, wie sie die Hansestadt für Kiew im Pakt für Solidarität und Zukunft leiste, sagte er am Montag nach einem Besuch von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in der ukrainischen Hauptstadt. Schon der Besuch allein sei für die Ukrainerinnen und Ukrainer von Bedeutung. «Er zeigt, dass wir nicht allein sind», sagte Klitschko.

Tschentscher war am Morgen mit dem Zug in Kiew angekommen - als erster Chef einer deutschen Landesregierung seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022. Im Gepäck hatte er drei Linienbusse der Hamburger Hochbahn, die er als Gastgeschenk übergeben konnte. Neben den Gesprächen mit Vitali Klitschko und dessen Bruder Wladimir, die beide lange Jahre in Hamburg gelebt haben, traf er auch mit dem ukrainischen Vizepremier und Infrastrukturminister Olexander Kubrakow zusammen.

Er habe Kiew als lebenswerte, attraktive europäische Metropole erlebt, trotz der Spuren, die der Krieg auch in der Hauptstadt hinterlassen habe, sagte der SPD-Politiker Tschentscher. «Dieser Kontrast, unter dem die Menschen leben: Es ist beeindruckend, dass sie nach zwei Jahren Krieg immer noch mit dieser Lebensfreude, diesem Mut unterwegs sind. Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, wie verdient es ist, dass wir diese Unterstützung fortführen. Und wir sehen auch, dass unsere Ressourcen dort auf sehr fruchtbaren Boden fallen.»

Als Beispiel nannte er ein mit privaten Spenden aus Hamburg finanziertes Tagesbetreuungszentrum für durch den Krieg traumatisierte Kinder und Jugendliche, die dort psychologisch begleitet werden und dem der Bürgermeister einen Besuch abstattete. Gerade bei den Älteren sei der besondere Betreuungsbedarf spürbar gewesen. «Man hatte das Gefühl, sie haben die Erlebnisse noch in den Augen», sagte Tschentscher.

Dies zeige, wie wichtig es sei, auch bei der Beseitigung der alltäglichen Kriegsfolgen zu helfen - etwa im Gesundheitswesen, das darauf ausgelegt sei, «die normalen Erkrankungen und Verletzungen zu bearbeiten, aber nicht noch obendrauf Tausende Kriegsverletzungen mitzuversorgen», sagte der Arzt Tschentscher. Krankenhausärzte hätten bei seinem Besuch den Wunsch geäußert, sich mit Experten für komplexe Verletzungen in Hamburg austauschen zu können. «Das wäre für mich ein weiterer Schwerpunkt, den wir angehen können.»

Der Besuch fand zum zweiten Jahrestag des Pakts für Solidarität und Zukunft statt, den Tschentscher und Klitschko bereits wenige Wochen nach Beginn des russischen Angriffs für ihre Städte geschlossen hatten. Die Nothilfe für Kiew wird dabei von der Hansestadt zusammen mit den Hilfsorganisationen #WeAreallUkrainians und Hanseatic Help sowie der Handelskammer Hamburg koordiniert.

Ziel ist eine strategische Partnerschaft der Städte zur gegenseitigen Unterstützung in Krisenzeiten - über den Krieg hinaus. Dabei geht es insbesondere um humanitäre Hilfe und technische Unterstützung. Außerdem wollen Hamburg und Kiew in den Bereichen Klimaschutz, Digitalisierung, Mobilität, Verwaltung und Wirtschaftsförderung zusammenarbeiten.

«Hamburg hilft Kiew und Kiew hilft Hamburg», sagte Klitschko. «Wir lernen voneinander und die konkreten Projekte in den Bereichen Transport, Wasserversorgung, Jugendarbeit und Gesundheit sorgen dafür, dass beide Städte enger zusammenrücken.»

© dpa ⁄ Martin Fischer, dpa
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