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Trotz Warnstreiks: Reger Betrieb am Hamburger Airport

Nach den Luftsicherheitskräften hat Verdi nun die Bodenverkehrsdienstleister zum Warnstreik aufgerufen. Der Flugbetrieb in Hamburg scheint aber nicht übermäßig beeinträchtigt zu sein.
Warnstreik der Sicherheitskräfte an Flughäfen - Hannover
«gestrichen» ist am Morgen mehrfach auf einer Anzeigetafel zu lesen. © Moritz Frankenberg/dpa

Trotz eines Warnstreiks bei den Bodenverkehrsdiensten hat der Betrieb am Hamburger Flughafen am Freitag weitgehend normal funktioniert. Die weitaus meisten Flüge starteten und landeten planmäßig, wie aus den Anzeigen hervorging. Vor der Sicherheitskontrolle bildeten sich längere Schlangen. Wegen eines Warnstreiks der Kontrollmitarbeiter am Vortag sei der Andrang größer als sonst, sagten Mitarbeiter des Flughafens.

«Der Flugbetrieb läuft regulär», sagte Flughafen-Sprecherin Janet Niemeyer. Beeinträchtigungen könnten dennoch nicht ausgeschlossen werden. Sie riet den Passagieren, mit möglichst wenig Gepäck zu reisen und ihren Flugstatus laufend im Blick zu behalten. Laut Anzeigetafel wurden fünf Abflüge und drei Ankünfte gestrichen. Betroffen waren Verbindungen von und nach Helsinki, München, Stuttgart und Köln/Bonn. Grund für den Ausfall dieser Flüge sei aber nicht der aktuelle Warnstreik in Hamburg, betonte Niemeyer. Am Nachmittag wies der Online-Abflugplan keinerlei Verspätungen aus.

Am Hamburg Airport waren für Freitag 135 Abflüge und 132 Ankünfte mit über 37.000 Passagieren geplant. Am Flughafen sind die Beschäftigten der Dienstleister Groundstars, Stars und Cats zum Warnstreik aufgerufen. Die Dienstleister gehören zur HAM Ground Handling GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Flughafen Hamburg GmbH. Diese sind laut Gewerkschaft unter anderem für die Be- und Entladung der Flugzeuge, die Bereitstellung technischen Geräts, das Zurückschieben der Flugzeuge, die Gepäckabfertigung, die Flugzeug-Enteisung sowie die Innenreinigung der Maschinen zuständig. Die Gepäckabfertigung war am Freitagmorgen jedoch geöffnet. Der Vorabend-Check-In für Flüge am Samstag war nicht möglich.

Mit dem Warnstreik will Verdi den Forderungen für rund 900 Beschäftigte Nachdruck verleihen. Dazu zählen eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro und eine Anhebung der Löhne um 200 Euro und 5,5 Prozent rückwirkend zum 1. Januar. Der nächste Verhandlungstermin sei für den 19. Februar angesetzt.

«Dieser Streikaufruf ist eine bodenlose Frechheit der Hamburger Verdi», sagte der Geschäftsführer von HAM Ground Handling GmbH, Christian Noack. Auf Bundesebene liege der Gewerkschaft ein endverhandelter, erstmalig einzuführender Branchentarifvertrag vor. Dieses Vertragswerk sei das Ergebnis von über sechs Jahren Dialog zwischen der Bundes-Verdi und den beteiligten Arbeitgeberverbänden, sagte Noack, der auch Arbeitgebervertreter im Rahmen der Tarifverhandlungen ist. Bereits im vergangenen Jahr hätten die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste in Hamburg eine Lohnerhöhung von rund 20 Prozent erhalten.

Wegen des gleichzeitigen Warnstreiks bei der Hamburger Hochbahn und weiteren Verkehrsbetrieben in Hamburg und Schleswig-Holstein war die Anreise für viele Passagiere zum Flughafen erschwert. Allerdings fuhr die Hamburger S-Bahn, die auch zum Flughafen fährt, planmäßig.

© dpa
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