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Schmuggel von 2,3 Tonnen Kokain: Lange Haftstrafen

Eigentlich handeln zwei Kölner nur mit eher Vitamin-haltigem Obst- und Gemüse. Doch dann bestellen sie eine stark Kokain-haltige Spargellieferung. Das bringt sie nun für lange Zeit hinter Gitter.
Prozess um Schmuggel von 2,3 Tonnen Kokain
Die Angeklagten (l und 4.v.l) sitzen vor Beginn des Prozesstages am 07.03.2023 neben ihren Anwälten im Gerichtssaal. © Christian Charisius/dpa

In einem Prozess um den Schmuggel von 2,3 Tonnen Kokain hat das Landgericht Hamburg am Montag zwei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt. Ein 60-jähriger Gemüsehändler aus Köln wurde wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Beihilfe zum Drogenhandel schuldig gesprochen und bekam elf Jahre Gefängnis. Der gleichaltrige Buchhalter der Firma wurde wegen Beihilfe zur Einfuhr und zum Handel mit Betäubungsmitteln zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Nach Feststellung des Gerichts hatten 2332 Kilogramm Kokain, verborgen in drei Containern mit Dosenspargel, im Sommer 2022 von Peru über Hamburg in die Niederlande geliefert werden sollen. Die beiden türkischen Angeklagten waren mehrere Monate zuvor von einem Hintermann auf dem Kölner Großmarkt angesprochen worden und hatten zunächst eine Probelieferung vereinbart. Vor der eigentlichen Drogenlieferung informierten die peruanischen Behörden ihre deutschen Kollegen. Der Zoll fing die Ladung im Hamburger Hafen ab und tauschte das Rauschgift gegen einen Ersatzstoff mit Katzenstreu aus. Dann fuhr ein verdeckter Ermittler den Lastwagen mit zwei Containern nach Köln.

Die beiden Angeklagten sorgten nach Angaben der Vorsitzenden Richterin Marayke Frantzen dafür, dass die Fracht umgehend in Richtung Rotterdam weitertransportiert wurde. Doch schon beim Umladen zeigten sich die Abnehmer bei einer Prüfung der vermeintlichen Kokainlieferung skeptisch. Noch am selben Tag hätten die Angeklagten aus den Niederlanden die Nachricht bekommen, dass unter den Spargeldosen kein Kokain gewesen sei. Die beiden Kölner Gemüsehändler sollten trotzdem für ihre Dienste bezahlt werden, doch dazu kam es nicht mehr. Die Ermittler nahmen die beiden Männer fest.

Die Vorsitzende Richterin verwies auf umfangreiches Beweismaterial, von Videos aus der Lagerhalle in Köln über ausgewertete Chats und Mails bis zu abgehörten Telefongesprächen. Auch der verdeckte Ermittler habe unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen ausgesagt. Die Angeklagten hätten das äußere Tatgeschehen schließlich eingeräumt, aber mit dem Finger auf andere gezeigt. «Sie haben insofern recht, als dass keiner von Ihnen als der Kopf des Ganzen anzusehen ist», sagte Frantzen. Die Angeklagten unterbrachen die Richterin mehrfach mit lautstarken Protesten. Der Hauptangeklagte warf dem Gericht vor, alle seine Beweisanträge abgelehnt zu haben.

Das Gericht entsprach mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Bei der Strafzumessung wurde mildernd berücksichtigt, dass das Rauschgift nicht auf den Markt kam. Strafverschärfend wertete die Kammer die gewaltige Menge. Der Wirkstoff habe ein Gewicht von 2238 Kilo gehabt. Das seien 68 Millionen Konsumeinheiten. Nach Angaben des Zolls kostet ein Gramm Kokain für Endverbraucher etwa 50 Euro. Der Schwarzmarktwert der geschmuggelten Menge dürfte also bei 115 Millionen Euro gelegen haben. Die Verteidiger hatten Freisprüche beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa
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