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Rassistisches Gegröle vor Lokal auf Video löst Empörung aus

Es ist nicht das erst mal, dass zu dem Party-Hit «L’amour Toujours» von Gigi D'Agostino rassistisch gegrölt wird. Jetzt kursiert ein Video von Sylt, das bundesweit große Empörung auslöst.
Sylt
Leere Strandkörbe stehen am Sonntagabend vor der vom Westwind aufgepeitschten Nordsee am Strand vor Westerland (Sylt). © Lea Sarah Albert/dpa

Auf Video aufgenommenes rassistisches Gegröle zum Party-Hit «L’amour Toujours» von Gigi D'Agostino hat bundesweit Empörung ausgelöst. In der kurzen Sequenz, die in sozialen Medien verbreitet wurde, sind junge Menschen grölend vor einem Lokal zu sehen. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art mit dem Lied in Deutschland. Die Polizei ermittelt.

Das Lokal Pony im Sylter Nobel-Urlaubsort Kampen distanzierte sich in der Nacht zu Freitag von den Gästen und kündigte Konsequenzen an. In der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die seit Donnerstag in den sozialen Medien viral geht, grölen junge Männer und Frauen zur Melodie des Party-Hits «Ausländer raus» und «Deutschland den Deutschen». Ein Mann scheint mit seinen Fingern auf der Oberlippe einen Hitlerbart anzudeuten. Die Betreiber des Lokals erklärten auf Instagram zu dem Video, sie seien «tief schockiert». «Wir distanzieren uns von jeder Art von Rassismus und Diskriminierung.»

«Hätten wir von dem Vorfall gewusst, hätten wir die betreffenden Gäste selbstverständlich des Hauses verwiesen. Es gibt keinen Platz für Rassismus!!!», schrieben die Betreiber des Lokals auf Instagram. Jeder Gast unabhängig von der Ethnie sei herzlich willkommen. Die Betreffenden bekämen Hausverbot, hieß es. In einem weiteren Beitrag schrieben die Betreiber, sie hätten nun die Namen «dieser Nazis zugespielt» bekommen. «Wir werden dieses widerliche Verhalten anzeigen und alle strafrechtlichen Möglichkeiten nutzen!!!»

Die Polizei prüft das Video. «Zurzeit kursiert in den sozialen Medien ein Video von Feiernden auf #Sylt. Dieses Video ist uns bekannt und wird hinsichtlich strafrechtlich relevanter Inhalte geprüft», schrieb die Polizei am Freitag auf der Plattform X. «Wir bedanken uns für die zahlreichen Hinweise, die wir an die zuständige Stelle weitergeleitet haben.»

Die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli schrieb in der Nacht auf Freitag auf der Plattform X: ««Deutschland den Deutschen. Ausländer raus. Ausländer raus.» Ort: Sylt. Und sie fühlen sich so sicher.» Der TV-Moderator Jan Böhmermann fragte: «Wer und wo sind diese Leute?» Und die Moderatorin Dunja Hayali twitterte: «Mit Hitlerbärtchen und Schampus, aber ohne «Ausländer». #Sylt. 2024.»

In dem Video ist zu sehen, wie die Umstehenden singen und wippen, sie haben Gläser mit Getränken in den Händen. An dem Gegröle scheint sich niemand zu stören. Laut «Bild» soll das Video zu Pfingsten im Lokal Pony in Kampen entstanden sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Zusammenhang mit dem Song «L’amour Toujours» zu rassistischen Ausfällen gekommen ist. In Niederbayern ermittelte die Polizei nach einem möglichen Vorfall bei einem Faschingszug im Januar. Bei der Veranstaltung in Stulln (Landkreis Schwandorf) habe eine Gruppe von Zuschauern «Ausländer raus» skandiert, als von einem Wagen das Lied von Gigi D'Agostino gespielt wurde, sagte ein Zeuge örtlichen Pressevertretern. Zuvor hatten ähnliche Vorfälle unter anderem in Landsberg am Lech in Oberbayern Ermittler auf den Plan gerufen. Dort sollen mehrere Menschen auf einem Zugwagen zu dem Lied ebenfalls «Ausländer raus» skandiert haben. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts der Volksverhetzung und suchte nach Zeugen. Auch in Schleswig-Holstein nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Laut Polizei war dort am 17. Januar eine Anzeige eingegangen, nachdem in einer Diskothek zu dem Lied Besucher «Ausländer raus» gesungen hätten. Der Vorfall soll sich am 7. Januar ereignet haben.

Redaktionshinweis: Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels wurde der Name des Künstlers falsch geschrieben, richtig heißt es «Gigi D'Agostino». Außerdem wurde der Satz zur Urheberschaft des Videos gestrichen. Nach Angaben des Lokalinhabers filmte es ein Mann. Die Polizei äußert sich auf Nachfrage dazu nicht. (24.05.24 14.28 Uhr)

© dpa
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