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Ostsee-Anrainerstaaten beraten in Riga über Meeresschutz

Der Ostsee machen die Fischerei, die Schifffahrt und die Umweltverschmutzung zu schaffen. Die Anrainerstaaten wollen Abhilfe leisten.
Ostseeschutzkonferenz in Riga
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) steht in der lettischen Nationalbibliothek. © Alexander Welscher/dpa

In Lettlands Hauptstadt Riga haben die Umweltminister der Ostsee-Anrainerstaaten darüber beraten, wie das ökologisch schwer angeschlagene Binnenmeer gestärkt und geschützt werden kann. Im Fokus der Gespräche standen die Fortschritte bei der Umsetzung des Ostsee-Aktionsplans und der im Herbst vorgestellte Zustandsbericht. «Die Sauberkeit der Ostsee ist unser gemeinsames Ziel», sagte die lettische Umweltministerin Inga Berzina am Donnerstag nach dem Treffen der internationalen Helsinki Kommission (Helcom). Dazu wollten die Staaten ihre Zusammenarbeit fortsetzen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) machte sich für gemeinsame Anstrengungen auf allen Ebenen stark. «Gesunde Meere sind als Lebens- und Nahrungsgrundlage für Millionen von Menschen, als Ort der Erholung und für den Kampf gegen die Klimakrise unerlässlich. Doch stehen die Meere stark unter Druck.» Regionale Kooperationen wie unter der Helcom seien zentral.

Nach Angaben von Berzina hat die Meeresverschmutzung abgenommen, aber nur «sehr, sehr geringfügig». Auch Helcom-Exekutivsekretär Rüdiger Strempel sagte, dass sich der Zustand der Ostsee in den vergangenen Jahren kaum bis gar nicht verbessert habe. Aus dem Bericht, der den Zeitraum von 2016 bis 2021 beleuchtet, gehe aber auch hervor, dass regionale Maßnahmen Wirkung zeigen könnten.

«Wir müssen endlich aufhören, immer nur die Probleme zu beschreiben, sondern ins Tun kommen», sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Riga. «Wir müssen zeigen, dass die Ostsee auch ein Meer ist, um das wir uns gemeinsam kümmern und dass es auch ein Stück weit ein Friedensprojekt ist, dieses geschundene Meer wieder auf Spur zu kriegen.»

Goldschmidt nahm auf Einladung von Lemke an den Beratungen in Riga teil. Er forderte, den Schutz der Ostsee als Ganzes voranzubringen. «Wir können uns nicht mehr leisten, fein säuberlich alles nacheinander zu machen», sagte er. «Es geht auch darum, eigentlich die Mutter aller Probleme der Ostsee zu bekämpfen, nämlich die Eutrophierung - die Nährstoffeinträge.» Auch die Umweltorganisation WWF forderte entschlossene Maßnahmen. «Die Ostsee steht an einem Scheideweg», teilte der Leiter des WWF-Büros Ostsee, Finn Viehberg, mit. «Wir müssen endlich die noch gesunden Teile unter strengen Schutz stellen und die geschädigten Bereiche im Küstenbereich aktiv renaturieren».

Die Kommission der Ostsee-Anrainerstaaten geht auf das Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum von 1974 zurück und feierte in Riga ihr 50-jähriges Bestehen. Darin vertreten sind Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Schweden sowie die EU. Auch Russland ist Mitglied der Kommission, die Zusammenarbeit wurde aber wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Frühjahr 2022 ausgesetzt.

© dpa
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