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Kranker Sylter Bürgermeister muss um sein Amt bangen

Kommunalpolitiker auf der Nordseeinsel sind unzufrieden mit ihrer Verwaltung. Jetzt könnte dem krankgeschriebenen Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) ein Abwahlverfahren drohen.
Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel
Nikolas Häckel (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Sylt. © Lea Sarah Pischel/dpa

Auf Sylt muss der seit Wochen kranke Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) um sein Amt fürchten. Auf Drängen der Lokalpolitiker auf der Nordseeinsel soll sich Häckel dazu äußern, wie die Verwaltung unter seiner Leitung zukünftig funktionieren könne. Sie bemängeln, dass die Gemeinden frustriert sind, Rathaus-Mitarbeiter unzufrieden sind und das Vertrauen schwinde.

«In der vergangenen Hauptausschuss-Sitzung wurde in Abwesenheit des derzeit krankgeschriebenen Bürgermeisters Nikolas Häckel festgestellt, dass eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit mit ihm als Leiter der Inselverwaltung nicht mehr gegeben ist», schreibt Florian Korte, Sprecher der Gemeinde Sylt. Im Hauptausschuss der Gemeinde Sylt soll der Verwaltungschef daher am 14. Mai - nicht öffentlich - seine Position darlegen.

«Wenn Stimmen über ein Abwahlverfahren in der Öffentlichkeit und in den Fraktionen laut werden, ist es die Pflicht des Hauptausschusses, als Dienstvorgesetzten des Bürgermeisters, sich mit dem Thema zu befassen», sagte Gritje Stöver (CDU), Vorsitzende des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt, der Deutschen Presse-Agentur.

Als Gründe für ihr Vorgehen nennen die Kommunalpolitiker ihre Unzufriedenheit mit der durch den seit 2015 amtierenden Häckel geführten Verwaltung: «Vermehrt kommt in der Öffentlichkeit und in der Politik die Rolle des Bürgermeisters in diesem Zusammenhang ins Spiel.» Grundsätzlich hoffe der Hauptausschuss auf ein «Einlenken des Bürgermeisters zum Wohle der Gemeinde Sylt und der Inselverwaltung». Details dazu, was in der Verwaltung konkret nicht funktioniere, wollten Lokalpolitiker auf der Insel am Dienstag nicht öffentlich nennen.

Auch Häckel ließ dpa-Anfragen am Dienstag unbeantwortet. Gegenüber der «Bild»-Zeitung kritisiert er die Inselpolitiker für die Einbestellung zum möglichen Kündigungsgespräch: «Trotz Krankschreibung werde ich an dem Gespräch am 14. Mai teilnehmen, auch wenn dies meiner Genesung evtl. nicht dienlich sein wird.»

Ein Antrag auf Einleitung eines Abwahlverfahrens kann laut Kreis Nordfriesland von den Fraktionen für die Sylter Gemeindevertretung beantragt werden. Wird ein solcher gestellt und findet die dafür nötige Zweidrittelmehrheit, würde das Verfahren zur Abwahl Häckels starten. Über die Abwahl selbst entscheiden dann die Bürger in der Gemeinde Sylt. Nach der Gemeindeordnung muss eine Mehrheit, die mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten beträgt, für die Abwahl stimmen, um Häckel aus dem Amt zu heben. «Ein direkt gewählter Bürgermeister kann nur durch Abstimmung der wahlberechtigten Gemeindebevölkerung abgewählt werden», sagte Laura Lewin, Sprecherin des Kreises Nordfriesland.

Kommt es tatsächlich zu einem Abwahlverfahren, wäre Bürgermeister Häckel sofort freigestellt. Ersetzt würde er dann durch seinen derzeitigen Stellvertreter, Carsten Kerkamm (CDU). Letzterer war am Dienstag im Urlaub und daher nicht zu erreichen.

Häckel ist seit Mitte Februar krankgeschrieben. Bereits im Sommer hatte der Sylter Verwaltungschef seine Amtsgeschäfte mehrere Wochen nicht wahrnehmen können. Er sei wegen einer belastungsbedingten seelischen Erkrankung vom behandelnden Arzt krankgeschrieben worden, teilte die Gemeinde Sylt damals auf ihrer Homepage mit.

Herausfordernd waren die letzten Monate und Jahre für die Insel und auch für den Rathauschef. Derzeit sorgt das Thema illegale Ferienvermietung für Unmut. Vor rund einem Jahr war in der Gemeinde Sylt ein Beherbergungskonzept verabschiedet worden, das den Neubau von Ferienwohnungen verbietet. Auch die jahrelange Haushaltskrise samt Nothaushalten beschäftigen Politik und Verwaltung. Sylt kämpft zudem seit Jahren mit dauerhaften Problemen - etwa dem Thema bezahlbarer Wohnraum für Einheimische.

Für Aufregung hatten im Sommer 2022 zudem zahlreiche Punks gesorgt. Sie campten monatelang im Park direkt vor dem Rathaus in Westerland. Einige kehrten für ein zweites Protestcamp im vergangenen Sommer auf die Insel zurück. Auch in diesem Jahr ist ein Punk-Protestcamp auf der Nordseeinsel geplant. Ebenfalls 2023 sorgten dann mehrere Aktionen von Klima-Aktivisten der Gruppe «Letzte Generation» für Unruhe auf Sylt und erneut für bundesweite Schlagzeilen.

Häckel ist seit 2015 Bürgermeister der Gemeinde Sylt, zu der die Ortschaften Westerland, Rantum, Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch und Tinnum gehören.

© dpa
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