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Vattenfall trotzt Strompreisrückgängen

Am Ende des Jahres 2023 steht Vattenfall solide im Plus. Verkäufe wie die des Berliner Fernwärmenetzes sorgen dafür, dass die Schweden anderweitig investieren können.
Vattenfall
Das Logo vom Energieunternehmen Vattenfall an einer Häuserwand. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der schwedische Versorger Vattenfall will nach einem profitablen Jahr weiter intensiv in die Energiewende investieren. Mit strategischen Verkäufen wie des Berliner Fernwärmenetzes stärke Vattenfall seine Bereitschaft für Investitionen, erklärte Konzernchefin Anna Borg am Dienstag bei der Vorlage des Jahresberichts. Die Energiewende bringe große Investitionsmöglichkeiten mit sich, und Vattenfalls Investitionsplan für die kommenden zwei Jahre belaufe sich auf 65 Milliarden Kronen (5,7 Mrd Euro).

2023 konnten die Schweden trotz gesunkener Strompreise und eines weiter unruhigen Marktes klar im Plus beenden. Das bereinigte Betriebsergebnis sank im Jahresvergleich zwar von rund 35 Milliarden auf 20 Milliarden Kronen, was vor allem an den um durchschnittlich 60 Prozent niedrigeren Strompreisen in den Vattenfall-Märkten lag. Unter dem Strich stand dennoch ein Gewinn von knapp 10,4 Milliarden Kronen (915 Millionen Euro). Der Jahresumsatz stieg um 21 Prozent auf rund 290 Milliarden Kronen.

Borg sprach von einem guten Ergebnis. «Es zeigt auch die finanzielle Stabilität, die wir wahren müssen, um auch unser hohes Investitionstempo zu halten», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Vattenfall hatte sich im Dezember mit dem Land Berlin auf den Verkauf des Fernwärmenetzes der Bundeshauptstadt geeinigt. Das Land kauft das Netz für rund 1,6 Milliarden Euro. Der Energiekonzern RWE hatte ebenfalls im Dezember mitgeteilt, drei Windprojekte vor der Ostküste Englands im Wert von umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro von Vattenfall zu übernehmen.

Darüber hinaus hat Vattenfall eine Absichtserklärung zu einer Partnerschaft mit dem deutschen Chemieriesen BASF hinsichtlich der Windprojekte Nordlicht 1 und 2 nördlich von Borkum unterzeichnet. Mit knapp der Hälfte des dort erzeugten Stroms will BASF insbesondere seinen Standort in Ludwigshafen versorgen.

Deutschland bleibe auch nach dem Verkauf des Berliner Wärmenetzes ein Kernmarkt für Vattenfall, gerade bei der Wind- und Solarstromproduktion, sagte Borg der dpa. Der Konzern habe in der Bundesrepublik eine große und wachsende Kundenzahl von mehr als fünf Millionen Privatkunden und sehe angesichts des wachsenden Strombedarfs viele Investitionsmöglichkeiten. Im Geschäftsbericht stellte Borg fest: «Vattenfall wird weiterhin ein wichtiger Akteur bei der deutschen Energiewende sein.»

© dpa
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