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U3 im Berliner Südwesten wird verlängert

Berlins U-Bahn-Netz soll wachsen. Doch das dauert. Nun rückt ein erstes konkretes Projekt näher.
U3
Menschen steigen an der U-Bahn-Haltestelle «Freie Universität» aus dem Zug. © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Die U-Bahn-Linie 3 im Berliner Südwesten wird verlängert. Der Senat beschloss am Dienstag einen Lückenschluss zwischen der U3-Endstation Krumme Lanke und dem S-Bahnhof Mexikoplatz. Das teilte Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) mit.

Nach ihren Angaben soll die rund 800 Meter lange U-Bahn-Strecke unterirdisch unter der Argentinischen Allee verlaufen und voraussichtlich in offener Bauweise entstehen. Der neue U-Bahnhof soll südlich des Mexikoplatzes gebaut werden, um den Platz selbst als Gartendenkmal zu erhalten.

Schreiner sagte, sie sei guter Dinge, dass der erste Spatenstich noch in dieser Legislaturperiode 2026 erfolgen werde. Eröffnet werden könnte die Strecke laut Schreiner etwa 2030 oder 2031. Gerechnet wird mit etwa 12.000 Fahrgästen je Werktag. Die Kosten bezifferte die Senatorin auf 103 Millionen Euro. Sie hofft, dass der Bund bis zu 75 Prozent davon übernimmt.

Nach den Worten Schreiners beauftragte der Senat die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit weiteren Planungsschritten sowie mit der Umsetzung des Vorhabens. Nächster großer Schritt ist das Planfeststellungsverfahren. Die Unterlagen dafür sollen bis Mai oder Juni vorliegen, so dass das Verfahren danach starten könnte.

Schreiner bezeichnete das Projekt im Stadtteil Zehlendorf als wichtigen Schritt zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Vor allem für Pendler, die dann am Mexikoplatz barrierefrei umsteigen können, sei der Mehrwert groß. Bislang verkehren zwischen der U-Bahn-Station Krumme Lanke und dem S-Bahnhof Mexikoplatz Busse.

Der BVG-Vorstandsvorsitzende Henrik Falk erklärte: «Das ist ein gutes Signal für Berlin. Wenn wir gemeinsam wollen, dass immer mehr Menschen in unserer Stadt sich für umweltfreundliche Mobilität entscheiden, dann müssen wir ihnen auch immer bessere Angebote machen.» Ein wachsendes Netz sei dafür eine Grundvoraussetzung.

Die Grünen forderten Senatorin Schreiner auf, bei dem Projekt «endlich den Turbo einzulegen». «Die Verlängerung der U3 ist eine der sinnvollsten und besten neuen U-Bahn-Projekte Berlins», erklärte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Antje Kapek. Die Linie erschließe neue Stadtquartiere und stärke das Berliner Nahverkehrsnetz durch neue Umstiegsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln.

Berlins IHK-Vizepräsident Robert Rückel erklärte: «Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist einer der größten Hebel für das Gelingen der Mobilitätswende und ein klimaneutrales Berlin bis spätestens 2045.» Die jetzt beschlossene Verlängerung der U3 sei deshalb ein wichtiges Signal.

«Damit der Nahverkehr zur echten Alternative zum privaten Auto wird, reicht die Verlängerung einer U-Bahn-Linie allerdings nicht aus.» Notwendig seien zudem Taktverdichtungen sowie die Sanierung und Ertüchtigung bestehenden Strecken. «Auf der Wunschliste der Wirtschaft für den nächsten Schritt steht auch die Verlängerung der U7 bis zum BER, um den Flughafen, aber auch das BER-Umfeld besser anzubinden», so Rückel.

Derzeit umfasst das Berliner U-Bahn-Netz knapp 147 Kilometer und 175 Bahnhöfe. Die U3-Verlängerung ist das erste Neubauprojekt seit der Verlängerung der U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof.

Schreiner verwies darauf, dass neben der U3 noch weitere U-Bahn-Projekte geprüft würden. Als Beispiele nannte sie die Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel, aber auch die Verlängerung der U7 von Rudow zum Flughafen BER sowie von Spandau zur Heerstraße. Ins Auge gefasst habe die Verkehrsverwaltung auch Verlängerungen der U9 von der Osloer Straße Richtung Pankow und der U2 von Pankow Richtung Norden.

Die Planung und Umsetzung solcher Vorhaben dauert sehr, sehr lange. Hier rechnen Beteiligte eher in Jahrzehnten als in Jahren. Teil der Verfahren sind unter anderem Kosten-Nutzen-Rechnungen und andere Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit.

© dpa
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