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TU-Antisemitismusbeauftragter in Kritik

Die Technische Universität hat den Historiker Uffa Jensen am Montag zum Antisemitismusbeauftragten ernannt. Doch nicht alle sind mit der Ernennung einverstanden. Nun äußert sich der Wissenschaftler.
Ernst-Reuter-Platz
Blick auf das Hochhaus der Technischen Universität am Ernst-Reuter-Platz. © Monika Skolimowska/dpa/Archivbild

Die Ernennung des neuen Antisemitismusbeauftragten der Technischen Universität Berlin, Uffa Jensen, hat für Kritik gesorgt. Der Zentralrat der Juden nannte die Besetzung in einer Presseerklärung «eine Enttäuschung». Jensen habe «nicht bewiesen, dass er die Situation von Jüdinnen und Juden» verstehe und sei Gegner der Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Zudem sei der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZFA) an der TU den Angaben zufolge mit Relativierungen aufgefallen, unter anderem der Parole «From the river to the sea», die immer wieder bei propalästinensischen Protesten eine Rolle spielt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Auch die Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion, Hanna Veiler, kritisierte die Nominierung in einem Instagram-Beitrag. Die Aktivistin wirft Universitäten wie der TU vor, Antisemitismusbeauftragte zu ernennen, die ihren Angaben zufolge «keine Ahnung von jüdischer Lebensrealität» hätten.

Antisemitismusbeauftragter: «Debatte spaltet jüdische Welt»

In einer Stellungnahme sagte Jensen der Deutschen Presse-Agentur, er verstehe die Vorwürfe als Teil einer politischen Auseinandersetzung über Antisemitismus, dessen Definition, und die Rolle sowie Bedeutung Israels für verschiedene Formen des Antisemitismus. Diese Debatte spalte gerade nicht zuletzt die jüdische Welt, wie man in den USA sehen könne. «Während ich - wie viele meiner jüdischen Kollegen - die IHRA-Definition in meiner Funktion als Antisemitismusforscher begründet kritisiert habe, entbehren die anderen Vorwürfe jeglicher Grundlage», sagte Jensen.

«Ich arbeite am Zentrum für Antisemitismusforschung und als Forscher mit vielen Juden und Jüdinnen zusammen und unterrichte jüdische Studierende. Das ZfA ist einer der wenigen Orte in Deutschland und Europa, wo Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund - auch palästinensische und arabischstämmige Studierende - Grundlegendes über Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antiziganismus etc. lernen können. Dafür stehe ich auch als Person ein.» Die Universität habe ihn als Antisemitismusbeauftragten ernannt, weil er «die notwendigen fachlichen und persönlichen Eigenschaften dafür besitze».

TU-Präsidium verurteilt Kritik

Eine Sprecherin der TU teilte mit, das Präsidium verurteile «die diffamierende Kritik» an Uffa Jensen scharf und weise diese klar als unberechtigt zurück. «Er hat sich sein akademisches Leben lang mit deutsch-jüdischer Geschichte beschäftigt und setzt sich für die Analyse und Bekämpfung der verschiedenen Formen von Antisemitismus ein.» Die Universität begrüße, dass der Historiker ein Team von jüdischen und nichtjüdischen TU-Angehörigen zusammenstellen wolle, das seine Arbeit unterstützen werde.

© dpa
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