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Tote Würgeschlange: Fachleute kritisieren illegale Haltungen

Eine riesige, gelbliche Würgeschlange liegt tot in einem Berliner Park. Für Fachleute liegt anhand ähnlicher Fälle ein Verdacht zu den Hintergründen nahe.
Schlange in der Berliner Hasenheide gefunden
Blick in den Volkspark Hasenheide, in dem eine vier Meter lange tote Schlange gefunden wurde. © Jens Kalaene/dpa

Der Fund einer toten Würgeschlange in einem Berliner Park hat bei Tierschützern scharfe Kritik ausgelöst. Gefordert wurden unter anderem strengere Regelungen für die Haltung exotischer Tiere in Privathand. Denn Fachleute vermuten anhand früherer Fälle, dass der Halter oder die Halterin womöglich mit der Unterbringung und den hohen Kosten überfordert war und das Tier aussetzte. Der Deutsche Tierschutzbund etwa teilte am Mittwoch mit, es handle es sich bei der in Berlin gefundenen, gelblichen Schlange um eine Züchtung mit einer besonderen Färbung und Musterung. Deren Wert - vor einigen Jahren noch circa 10.000 Euro - habe sehr stark nachgelassen. Insofern sei sie auch «ein weiteres trauriges Beispiel» für das Schicksal von Reptilien, deren Zuchtlinie nicht mehr im Trend sei.

Grünflächenamts-Mitarbeiter finden tote Würgeschlange

Der Bezirk Neukölln hatte am Dienstagabend vom Fund einer toten Würgeschlange im Park Hasenheide berichtet: «Dabei handelt es sich nach erster Einschätzung um einen vier Meter langen Tigerpython.» Eine genehmigte Haltung einer solchen Schlange im Bezirk sei nicht bekannt. Wie die Schlange mit der gelblichen Haut in die Grünanlage gelangte oder ob sie dort je lebend unterwegs war, war zunächst ungeklärt. Eine Gefahr dürfte sie nicht gewesen sein. «Sofern das Tier zum Zeitpunkt der Ablage noch gelebt haben sollte, wäre es angesichts der Witterungsverhältnisse kaum aktiv bzw. bewegungsfähig gewesen», teilte der Bezirk mit. Es seien auch eher zurückhaltende, menschenscheue Tiere.

Neukölln bat die Bevölkerung um Hinweise zur Herkunft der Schlange. Am Mittwochmorgen war zunächst noch keine nützliche Information eingegangen, wie ein Bezirkssprecher mitteilte. Die Tierrechtsorganisation Peta setzte am Mittwoch zudem eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung des Täters oder der Täter führen. Die tote Schlange soll nun laut Bezirk obduziert werden, unter anderem um die Todesursache zu ermitteln. Ergebnisse wurden frühestens Anfang nächster Woche erwartet.

Fachleute kennen das Problem

«Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr, dass die Privathaltung von Schlangen, Echsen, Schildkröten und sogar Affen ein ernst zu nehmendes Problem ist», teilte der Tierschutzverein für Berlin mit. Die Haltung von Exoten sei anspruchsvoll und teuer und setze Sachkunde voraus. Über legale und illegale Wege kämen Menschen jedoch «spielend leicht» an exotische Tiere. Das Tierheim Berlin habe allein in den vergangenen Tagen zwei gefundene Schlangen aufgenommen, darunter einen Königspython. Diese Schlange war demnach von einer Anwohnerin in einem Keller in Pankow gefunden worden.

«Immer wieder haben wir auch in Berlin solche Funde - und nicht nur von Schlangen, sondern auch von größeren Echsen bis hin zu Waranen und kleinen Krokodilen», sagte Derk Ehlert, Wildtierreferent der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, am Mittwoch. Er gehe in der Regel davon aus, dass derartige Fundtiere nicht selbst entkommen seien. Das Aussetzen sei verboten. Bei Haltern, die ihre Exoten chippen lassen und auch bei den Behörden melden, geht er hingegen von einem verantwortungsvollen Umgang aus.

«Die Tiere haben bei solch einem kühlen Wetter natürlich überhaupt keine Überlebenschancen», sagte Ehlert. Er sprach von Tierquälerei und unverantwortlichem Handeln. Laut des Deutschen Tierschutzbundes müssen Tierschutzvereine jedes Jahr mehr als 6000 Reptilien aufnehmen. Speziell zu Aussetzungen gebe es keine Zahlen, die Verantwortlichen würden häufig nicht gefunden.

Haltung solcher Tiere ist teuer und komplex

Bei der Haltung von Tigerpythons sei es insbesondere teuer, das passende Klima mit Wärme- und UV-Lampen herzustellen, erläuterte der Tierschutzbund. Bedenken müsse man auch, dass solche Schlangen Menschen ab einer gewissen Größe gefährlich werden könnten. Ab drei Metern sei das Handling für einen einzelnen Menschen nicht mehr möglich. Für den Gang zum Tierarzt oder das Füttern etwa würden mehrere fachkundige Menschen gebraucht.

Rechtlich beschrieb der Tierschutzbund einen Flickenteppich: Die Haltung potenziell gefährlicher Tiere wie dem Tigerpython sei in jedem Bundesland anders geregelt. Es brauche zunächst ein bundesweit einheitliches Verbot der Haltung von Wildtieren, die für den Menschen gefährlich werden könnten oder eine bestimmte Größe überschritten, hieß es. Die Tierschützer rechnen mit einer hohen Dunkelziffer illegaler Haltungen. Noch weiter geht die Forderung von Peta nach einem Verbot der Haltung exotischer Tiere in Privathand.

© dpa
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