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Tesla-Gegner prüfen Klage gegen Plan zur Erweiterung

Ein Bebauungsplan zur Erweiterung des Tesla-Geländes ist beschlossene Sache. Doch es gibt Widerstand von Umweltschützern.
Tesla-Gigafactory Grünheide
Der Schriftzug „Tesla“ steht an der Fassade eines Gebäudes der Tesla Gigafactory. © Soeren Stache/dpa

Die Gegner der Erweiterung des Geländes von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin loten juristische Mittel gegen den Bebauungsplan aus. «Ein Rechtsanwalt ist beauftragt», sagte der Landesvorsitzende Björn Ellner am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden erstmal prüfen, was wir für Angriffspunkte haben.» Offen ist, ob sich Verbände oder Initiativen der Klage anschließen. Das einzige europäische Werk von Firmenchef Elon Musk sorgt seit dem Bau für scharfe Kritik von Umweltschützern und Anwohnern, die Tesla zurückweist.

Die Gemeindevertreter von Grünheide hatten am Donnerstag mehrheitlich den umstrittenen Bebauungsplan für eine Erweiterung des Fabrikgeländes zum Bau eines Güterbahnhofs und von Logistikflächen beschlossen. Dafür soll Wald gerodet werden - allerdings weniger als früher geplant. Fast zwei Drittel der Bürger von Grünheide hatten die ursprünglichen Erweiterungspläne des Autoherstellers bei einer Befragung im Februar abgelehnt. Ein Kompromiss sah daraufhin vor, statt mehr als 100 Hektar nur knapp 50 Hektar Wald zu roden. Der Autobauer Tesla verweist darauf, dass nun mehr als 70 Hektar Wald erhalten bleiben und die Region mit dem Güterbahnhof von Lastwagenverkehr entlastet wird.

Der Umweltverband Grüne Liga befürchtet mit der Erweiterung negative Folgen für die Umwelt. «Der Wald, der nicht gerodet werden soll, ist Teil des Bebauungsplans», sagte der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow. «Eine Waldumwandlung wäre jederzeit möglich und könnte nicht verhindert werden.» Er wirft den Gemeindevertretern vor, die Entscheidung der Bürger in der Befragung ignoriert zu haben. «Für die Demokratie ist das ein Bärendienst - dafür tragen sie die alleinige Verantwortung.» Ganschow verwies auch darauf, dass der Güterbahnhof, der den Lkw-Verkehr entlasten soll, bereits im Bebauungsplan 13 für das bestehende Fabrikgelände geplant war.

Nabu-Landeschef Ellner hatte die Entscheidung der Gemeindevertreter als «herben Schlag für Demokratie und Umwelt» bezeichnet. Er befürchtet die Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen der Region. Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Brandenburger Landesregierung sehen die Ansiedlung als Gewinn für das Land.

Im Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin, das vor mehr als zwei Jahren öffnete, arbeiten rund 12 000 Beschäftigte. Umweltverbände sehen seit dem Bau der Fabrik große Risiken, die Tesla stets zurückweist. Ein Teil des Geländes liegt im Wasserschutzgebiet. Seit Ende Februar protestieren Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten gegen Tesla nahe dem Werk in Grünheide. Weitere Proteste sind angekündigt. Das Bündnis «Tesla stoppen» beantragte bei der Polizei eine Verlängerung des Protestcamps über den 20. Mai hinaus.

Bisher unbekannte Täter hatten am 5. März Feuer an einem Strommast gelegt, der Teil der Stromversorgung des Tesla-Werks ist. Das führte zu Stromausfall, die Autoproduktion lag mehrere Tage auf Eis. Vor mehr als einer Woche versuchten Aktivisten, das Tesla-Gelände zu stürmen. Die Polizei konnte dies verhindern.

Tesla hat noch mehr vor: Das Unternehmen will die Fabrik auf dem bestehenden Gelände nach früheren Plänen ausbauen und die Produktion auf das Ziel von angepeilten 500 000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln.

© dpa
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