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Polizeistatistik: Mehr Gewalttaten an Berliner Schulen

Konflikte werden auf manchen Schulhöfen mit Gewalt gelöst. Und es trifft nicht nur Schüler, auch Lehrer sind unter den Opfern.
Alarm an Schule in Berlin
Polizei steht nach mehreren Notrufen vor einer Schule in Berlin Kreuzberg. © Christophe Gateau/dpa

Die Zahl der erfassten Gewalttaten an Berliner Schulen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwar liegen die endgültigen Zahlen für 2023 noch nicht vor und in den Jahren 2021 und 2022 muss die Corona-Pandemie berücksichtigt werden, dennoch zeigt die Tendenz eindeutig nach oben. Das belegen Statistiken und Einschätzungen, die die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Demnach registrierte die Polizei 2021 insgesamt 1133 sogenannte Rohheitsdelikte. 2022 waren es 2344 entsprechende Taten und für 2023 sei eine «erneute deutliche Steigerung der Fallzahlen» zu verzeichnen. Interessant ist dabei auch, dass diese Taten fast nie von den Schulen oder der Polizei der Öffentlichkeit und den Medien mitgeteilt werden.

Meistens handelte es sich bei den Delikten um vorsätzliche einfache Körperverletzungen (2022: 1379). Dazu kamen jeweils dreistellige Zahlen von gefährlichen Körperverletzungen (370), bei denen eine Art von Waffe eingesetzt worden sei, sowie ähnlich viele Bedrohungen (361). Anzeigen wegen Raubs (62) und Nötigungen (79) lagen im zweistelligen Bereich.

Als Opfer von Gewaltdelikten zählte die Polizei 2021, als wegen der Corona-Pandemie viele Schultage ausfielen, 903 Schüler und Schülerinnen. Im Folgejahr waren es 2136 Schüler. Auch hier wird für 2023 ein weiterer Anstieg erwartet.

Opfer von Angriffen oder Bedrohungen waren aber auch Lehrer und Lehrerinnen: 2021 lag die Zahl bei 123, 2022 dann schon bei 237 Lehrern. Und auch hier teilt die Polizei mit: «Im Jahr 2023 ist auch hierbei eine Steigerung der erfassten geschädigten Lehrkräfte in Schulen zu verzeichnen.»

An jedem Schultag gibt es im Durchschnitt mindestens fünf Polizeieinsätze an Berliner Schulen. Die Zahlen stiegen zuletzt von 750 im Jahr (2021) über 1003 (2022) auf 1076 (2023). In dieser Zahl sind allerdings alle Einsätze zu sehr verschiedenen Delikten enthalten, etwa wenn es zunächst nur um den Verdacht einer Straftat geht, ebenso wie bei Sachbeschädigungen, Beleidigungen und eben auch den Gewalttaten.

Ob es wirklich mehr Gewalt und Straftaten überhaupt an Schulen gibt, oder ob die Polizei schneller als früher gerufen wird, ist unklar. Das wird an verschiedenen Schulen sehr unterschiedlich gehandhabt. Welche Schulen am häufigsten besucht werden und welche fast nie, verraten Polizei und Senat nicht.

Alarm wurde an den Schulen im vergangenen Jahr 24 Mal ausgelöst. 2022 und 2021 waren es jeweils nur einzelne Fälle. Die Frage, wie oft der Alarm begründet oder unbegründet war, konnte die Polizei aus der Statistik nicht beantworten.

Eine Gesamtzahl aller sichergestellten Waffen lag ebenfalls nicht vor. Allerdings wurden 2021 38 Fälle und 2022 54 Fälle im Bereich «Messerangriff» registriert. Drohungen oder Schüsse mit Schusswaffen gab es dreimal (2021) beziehungsweise neunmal (2022).

Um noch mehr Gewalt zu verhindern, arbeitet die Polizei in der ganzen Stadt mit den Schulen zusammen. Dafür gibt es besonders ausgebildete Präventionsbeauftragte, die Veranstaltungen anbieten und auch Strafanzeigen aufnehmen und weiterleiten können.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, teilte mit: «Es kann keinen überraschen, dass die Straftaten an Berlins Schulen ansteigen, denn wir erleben in unserer gesamten Gesellschaft einen Verlust an Respekt und Kompromissbereitschaft sowie einen Anstieg des gewalttätigen Meinungsaustauschs.» Das zeige sich auch beim Krieg Russlands und der Lage im Gaza-Streifen, die zu Konflikten in Berlin führten. Diese Komplexe müssten im Unterricht mit Argumenten besprochen werden. «In diesem Zusammenhang müssen wir auch darüber reden, wie oft Unbefugte auf Schulgelände kommen und sich an Auseinandersetzungen beteiligen.» Letztlich müssten demokratische Werte und gesellschaftliche Normen aber im Elternhaus vermittelt und vorgelebt werden.

© dpa
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