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Neuer Armutsbeauftragter verlangt Schulfach zu Armut

Seit Jahren gibt Thomas de Vachroi der Armut in Berlin-Neukölln eine Stimme. Jetzt hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ihn zum Armutsbeauftragten benannt.
Vorstellung des neuen EKBO -Armutsbeauftragten de Vachroi
Thomas de Vachroi, erster Armutsbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), spricht während einer Pressekonferenz zu seiner Beauftragung - auf seinem T-Shirt steht «armut - eine Stimme geben». © Soeren Stache/dpa

Der neue Armutsbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Thomas de Vachroi, hat sich dafür ausgesprochen, das Thema Armut als Unterrichtsfach in die Schulen zu bringen. «Das Thema muss ein Grundbegriff für alle Menschen sein», sagte de Vachroi am Montag in Berlin. Auch Migration, die oft mit Armut zusammenhänge, müsse thematisiert werden. Die Situation in Deutschland sei an einem Punkt, der nicht mehr tragbar sei, sagt er unter Verweis auf den aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. In Berlin sei die Armut zwar leicht zurückgegangen, aber trotzdem auf einem hohen Niveau. Das liege an der Berliner Politik, sagte de Vachroi.   

Der langjährige Armutsbeauftragte des Kirchenkreises Neukölln und des Diakoniewerkes Simeon wurde am Montag zum ersten Armutsbeauftragten der EKBO berufen. «Gerade in diesen Zeiten brauchen wir das: Armut braucht, dass wir hinschauen, dass wir etwas tun. Sie braucht eine Stimme in der Kirche. Und zwar in der ganzen Kirche», erklärte Christian Stäblein, Bischof der EKBO.

Der Arbeitsbereich de Vachrois vergrößert sich nun erheblich. Der 64-Jährige kündigte an, das Thema Armut nicht nur in allen Berliner Bezirken auf politischer Ebene thematisieren zu wollen, sondern es auch im ländlichen Raum sichtbarer zu machen.  «Auf dem Land ist die Armut oft versteckter», so de Vachroi. Er wolle auch dort versuchen, auf Landkreisebene mit möglichst vielen Verantwortlichen in Kontakt zu kommen - sei es auf politischer oder kirchlicher Ebene. «Es ist eine große Aufgabe und ohne einen Pulk von Ehrenamtlichen wäre sie nicht zu machen», so de Vachroi, der seit Jahren zahlreiche Veranstaltungen für ärmere Menschen organisiert. Dazu zählen etwa der jährliche Osterbrunch, Weihnachtsfeiern und die «Kuchenschlacht» zu Pfingsten mit Dutzenden Kuchen und Torten. 

Armut bedeute für ihn, dass Menschen existenzielle Bedürfnisse wie Wohnen, Energieversorgung oder auch Essen nicht mehr finanzieren könnten, so de Vachroi. Das Thema treffe nicht nur Obdachlose, sondern auch Alleinstehende, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche. 

Nach dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist jedes fünfte Kind in Deutschland im Jahr 2022 von Armut betroffen gewesen. Mit 21,8 Prozent aller Kinder und Jugendlichen werde ein «trauriger Rekordwert» erreicht, hatte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands, Ulrich Schneider, bei der Vorstellung des Armutsberichts Ende März erklärt. 

Insgesamt seien 14,2 Millionen Menschen hierzulande im Jahr 2022 arm gewesen - eine Quote von 16,8 Prozent. Das seien 100.000 Menschen mehr als 2021 und fast eine Million mehr als im Vor-Pandemiejahr 2019.

© dpa
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