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Nach Corona-Talfahrt zieht Kriminalitätsgeschehen wieder an

Nach ruhigeren Pandemie-Jahren steigt das Kriminalitätsaufkommen in Brandenburg wieder an. Insbesondere ein Bereich bereitet dem Innenminister große Sorgen.
Michael Stübgen (CDU)
Michael Stübgen (CDU), Brandenburger Minister des Innern und für Kommunales, aufgenommen während der 97. Sitzung des Brandenburger Landtages zur Entscheidung über den rbb-Staatsvertrag. © Soeren Stache/dpa

Die Zahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr in Brandenburg deutlich angestiegen. Insgesamt seien rund 186.000 Straftaten gezählt worden, berichtete Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik in Potsdam. Das sei ein deutlicher Aufwuchs um knapp zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2022. Brandenburg sei jedoch nicht unsicherer geworden, machte Stübgen klar. Nach der Pandemie sei der Anstieg auch auf eine «Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens» zurückzuführen. Von einem Höchststand sei man weit entfernt. Im Jahr 2010 beispielsweise lag die Zahl der erfassten Straftaten jenseits der Marke von 200.000 Fällen.

Als alarmierend bezeichnete Stübgen den signifikanten Anstieg der Gewaltdelikte um 17,4 Prozent. Mit fast 5500 Fällen habe man im Land den höchsten Wert innerhalb der vergangenen 15 Jahre erreicht. Er deute dies als Zeichen einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft, führte der Minister aus. Der Anstieg betreffe viele Arten von Gewalt. So nahm die Zahl der Raubdelikte im Vergleich zu 2022 um 30 Prozent zu. Die Zahl einfacher Körperverletzungen stieg um knapp 14 Prozent auf rund 3800 Fälle.

Stübgen machte vor allem auf Gewalt im häuslichen Umfeld und gegen Polizeibeamte aufmerksam. Die registrierten Fälle von häuslicher Gewalt seien um gut acht Prozent auf rund 6300 gestiegen. In allen Altersgruppen habe die Zahl der Opfer zugenommen. Insbesondere Gewalt gegen Heranwachsende sei häufiger als in den Vorjahren registriert worden, so Stübgen. Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte stiegen demnach um sieben Prozent auf fast 1400 Fälle. «Das sind mehr als drei Fälle pro Tag», betonte der Minister. Der Respekt gegen diese Dienstgruppe sinke erheblich.

Eine bemerkenswerte Entwicklung sei auch im Bereich der Diebstähle sichtbar, so Stübgen. Diese machten mit rund 59.000 Straftaten rund ein Drittel alle Kriminalitätsfälle aus. Auch hier stiegen die Zahlen wieder an. Allein die Ladendiebstähle seien im Vergleich zum Vorjahr um etwa 30 Prozent angestiegen. Er erkläre sich das auch durch gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise, sagte Stübgen. Allerdings sei auch bei den Diebstählen kein Höchststand erreicht worden. Vor der Pandemie - im Jahr 2019 - seien in Brandenburg rund 59 000 Diebstähle erfasst worden.

Ein wesentlicher Treiber des Kriminalitätsanstieges waren nach Polizeiangaben die ausländerrechtlichen Verstöße wie illegale Einreisen. Diese nähmen deutlich zu, sagte Polizeipräsident Oliver Stepien. Die Statistik werde «deutlich durch die erneute Zunahme der Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz bestimmt», hieß es in einer Mitteilung aus dem Innenministerium. Die Anzahl dieser Straftaten stieg um mehr als ein Viertel auf 19.000 Fälle, nachdem sich die Anzahl dieser Vergehen von 2021 auf 2022 bereits nahezu verdoppelt hatte.

Stübgen machte wiederholt deutlich, dass der Anstieg der Gesamtkriminalität nach einer Talfahrt in den Corona-Jahren nicht unerwartet komme. Nach der Pandemie habe das gesellschaftliche Leben und auch die Kriminalität wieder zugenommen. «Nach der kompletten Aufhebung von coronabedingten Einschränkungen sind die Menschen wieder mobil geworden und fanden sich in Alltagssituationen wieder, die mehr als früher auch durch wirtschaftliche Herausforderungen und soziale Unsicherheiten geprägt waren», ergänzte Stepien. Das führte wahrscheinlich zu mehr Tatgelegenheiten, Tatentschlüssen und zwischenmenschlichen Konflikten, die sich beispielsweise auch in der Zahl der Gewaltdelikte abbilden, so der Brandenburger Polizeipräsident.

© dpa
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