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Polizei registriert immer mehr Gewalt an Schulen

Schlägereien unter Schülern, Gewalt gegen Lehrer: An bayerischen Schulen werden jedes Jahr Kinder und Pädagogen verletzt. Die Statistik zeigt: Mittlerweile werden immer mehr Taten registriert.
Polizei registriert mehr Gewalt an Schulen als vor Corona
Polizisten stehen vor einer Schule. © Matthias Merz/dpa

Schläge, Tritte, sexuelle Übergriffe: Aus Schulen in Bayern werden mehr Fälle von Gewalt bekannt. Die Zahl der registrierten Gewaltdelikte an bayerischen Schulen stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 24,5 Prozent, wie Landespolizeipräsident Michael Schwald am Montag in München bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik sagte. Die Zahl sei vor allem darum bemerkenswert, weil der Anstieg deutlich drastischer ausfalle als bei den Gewaltdelikten in Bayern insgesamt, unabhängig vom Tatort. Dort lag der Anstieg bei rund 4 Prozent. «Da ragt die Schule als Tatort heraus», sagte Schwald. Unter den 9620 Fällen «mit der Tatörtlichkeit Schule» seien im vergangenen Jahr 690 Gewaltdelikte gewesen. In anderen Bereichen wie bei Rauschgiftdelikten sank die Zahl dagegen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von «problematischen Entwicklungen»: «Wir nehmen das sehr ernst.» Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) sagte laut Mitteilung vom Abend: «Der Anstieg der registrierten Gewaltdelikte an bayerischen Schulen ist nicht zu tolerieren. Ich verfolge hier eine Null-Toleranz-Regel: Gewalt jeder Art - ganz gleich ob innerhalb der Schülerschaft oder gegenüber Lehrkräften - wird an Bayerns Schulen nicht geduldet. Jede an unseren Schulen gemeldete Straftat wird zur Anzeige gebracht und entsprechend verfolgt.»

2022 hatte das bayerische Landeskriminalamt bei der Gewaltkriminalität - das umfasst Delikte wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, räuberische Erpressung oder gefährliche und schwere Körperverletzung - 554 Fälle im Schulkontext registriert. Drei Jahre zuvor waren es 424. Das war schon ein Plus vom als 23 Prozent. Von 2022 auf 2023 fiel der Anstieg nun noch einmal höher aus.

Das LKA registrierte 2022 dazu 1674 Fälle von Gewaltdelikten mit leichter Körperverletzung. Das waren rund 15 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019, als 1422 Fälle erfasst worden waren. Die Anzahl der Schüler im Freistaat erhöhte sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Vergleich von 2019 zu 2022 um etwas mehr als 1 Prozent - von 1,65 auf rund 1,67 Millionen Kinder und Jugendliche.

Die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik umfassen öffentliche Schulen, Förderschulen, private Schulen, sonstige Schulen, Internate und Ausbildungsanstalten - gemeint sind Taten im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände. 744 Schüler und 43 Lehrkräfte wurden demnach 2022 leicht verletzt. Im Jahr 2019 waren es 575 Mädchen und Buben und 41 Lehrerinnen und Lehrer.

Auch in anderen Bundesländern ist die Zahl erfasster Gewaltdelikte im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie gestiegen - mitunter deutlich. Vergleicht man zum Beispiel in der Statistik des Landesinnenministeriums in Nordrhein-Westfalen die Jahre 2019 und 2022, so ergibt sich ein Anstieg der Fälle um mehr als die Hälfte, auch wenn die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie an Schulen des Gesundheitswesens nur um etwa ein Prozent stieg (zwischen Schuljahr 2019/20 und 2022/23).

Nach Einschätzung des Allgemeinen Schulleitungsverbandes Deutschlands haben viele Lehrkräfte das Gefühl, dass die Bereitschaft zur Gewalt zugenommen hat. «Wir haben bemerkt, dass mehr Waffen zur Schule mitgenommen werden als früher», sagte der Verbandsvorsitzende Sven Winkler. Dabei handele es sich vor allem um Messer und sogenannte Anscheinswaffen. Das sind Gegenstände, die echten Schusswaffen täuschend ähnlich sehen. Ob Kinder und Jugendliche Waffen dabeihaben, weil sie gewaltbereit sind, oder weil sie Angst haben und diese zur Selbstverteidigung nutzen wollten, sei unklar.

Redaktionshinweis: In einer früheren Version der Meldung hieß es, dass LKA-Präsident Guido Limmer die Polizeistatistik vorgestellt habe. Tatsächlich war es der Landespolizeipräsident Michael Schwald (18.3., 16.58 Uhr).

© dpa
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