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Mutmaßlicher Wolfsangriff auf Hund

Der mutmaßliche Angriff eines Wolfes auf einen Dackel löst erneut Querelen zwischen dem Landesumweltamt und den Jägern in Brandenburg aus. Der Verband bringt eine neue Vermutung ins Spiel.
Wolf
Ein Wolf steht in einer Wiese. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Der Landesjagdverband in Brandenburg hält den mutmaßlichen Angriff eines Wolfs auf einen Dackel noch nicht für ausreichend geklärt und fordert das Land zu einer weiteren Untersuchung auf. In Havelsee (Kreis Potsdam-Mittelmark) war vor Wochen ein Dackel verletzt worden. Laut Landesumweltamt ergab eine genetische Analyse, dass sehr wahrscheinlich ein Wolf den Jagdhund angegriffen hatte. Der Landesjagdverband bringt nun nach einem eigenen Gutachten die Möglichkeit ins Spiel, dass es sich auch um einen Wolfshybriden - also eine Kreuzung aus einem Wolf und einem Hund - handeln könne und dieses Tier besonders gefährlich werden könnte.

Das Landesumweltamt (LfU) teilte dagegen mit, die Vermutung, dass ein Hybride den Dackel angegriffen haben könnte, lasse sich mit den Daten des Senckenberg Zentrums für Wildtiergenetik nicht bestätigen und sei äußerst unwahrscheinlich. Wolf-Hund-Hybride seien in Brandenburg zudem sehr selten. Es sei in der Vergangenheit nur ein Fall aus dem Oder-Spree-Kreis bekannt gewesen, so die Behörde.

Verbände seit Langem im Clinch mit Umweltministerium

Der Landesjagdverband forderte nach dem Angriff auf den Dackel bereits vor Tagen, der Wolf müsse geschossen werden. Ohnehin liegen die Jäger wegen der Zunahme der Wolfsrudel und vieler Weidetier-Risse in Brandenburg seit Längerem im Clinch mit dem Umweltministerium. Sie fordern eine starke Verringerung des streng geschützten Wolfsbestandes. Nach Verbandsangaben gibt es in Brandenburg mehr als 1000 Wölfe und fünf Risse oder Übergriffe auf Nutztieren pro Tag. Auch der Landesbauernverband hält eine Festlegung auf maximal 500 Wölfe für geboten. Brandenburg gilt in Deutschland als Wolfsland Nummer eins mit den meisten Rudeln.

Jäger: Landesumweltamt muss weitere Untersuchung veranlassen

Der Geschäftsführer des Jagdverbandes, Kai Hamann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Verband habe zur Verletzung des Dackels ein eigenes DNA-Gutachten bei einem Institut in Hamburg in Auftrag gegeben. Untersucht wurden etwa Abstriche von der Wunde und Haare. Danach sei die Beteiligung eines Wolfshybriden nicht ausgeschlossen worden. Es sei daher unverständlich, dass das LfU eine weitere Untersuchung des Vorfalls ablehne. «Sollte es sich tatsächlich um einen Hybriden handeln, haben wir es mit einem der gefährlichsten Wölfe zu tun. Denn dieser hat die Nähe zum Menschen vom Hund vererbt bekommen und die Aggressivität vom Wolf», meinte Verbands-Präsident Dirk-Henner Wellershoff.

Kot-Analysen zur Aufklärung des Vorfalls gefordert

Geschäftsführer Hamann forderte das Land auf, ein gezieltes Wolf-Monitoring in dem betroffenen Gebiet aufzunehmen. Es sollten Kotproben - Jäger sprechen von Losung - eingesammelt, analysiert und mit dem bisherigen DNA-Material vergleichen werden. «Wir wissen nicht, ob wir es mit einem verhaltensauffälligen Tier zu tun haben.» Es gebe die Sorge, dass es zu einem Angriff auf einen Menschen komme.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wolfshybriden in Konflikt mit dem Menschen geraten, höher als bei Wölfen. Sie seien weniger gut an ein Leben in freier Natur angepasst, auch die wolfstypische Vorsicht sei unter Umständen geringer ausgeprägt. «So ist es denkbar, dass Hybriden vermehrt Übergriffe auf Nutztiere verüben oder dass sie häufiger in Siedlungsnähe gesehen werden als Wölfe.»

Das Landesumweltamt teilte auf Anfrage mit, nach den Daten des Senckenberg Instituts, das nach dem Angriff auf den Dackel Proben untersuchte, deuteten Abschnitte der DNA auf ein regional bekanntes Wolfsvorkommen hin. Die Proben reichten jedoch nicht aus, um «eine sichere Artbestimmung und Individualisierung» vornehmen zu können. Eine weitere Untersuchung sei nach der Wolfsverordnung ausgeschlossen, weil es weder ein problematisches oder aggressives Verhalten gegenüber Menschen noch ernsthafte landwirtschaftliche Schäden nach Übergriffen auf Weidetiere gegeben habe.

Behörde: Hunde in Wolfsgebiet immer anleinen

«Stattdessen haben wir es mit einem unangeleinten Hund einer Jägerin - nicht im Jagdeinsatz - in einem seit langer Zeit bekannten Wolfsrevier zu tun», teilte das LfU mit. Das Land warne seit vielen Jahren Hundehalter vor Risiken, da Wölfe frei laufende Hunde als Eindringlinge, Beute oder potenziellen Partner wahrnehmen könnten.

Jagdverband lehnt Regelung für schnelleren Abschluss als Augenwischerei ab

Die Zahl bestätigter Wolfsrudel - also Wolfsfamilien - stieg in Brandenburg im biologischen Wolfsjahr 2022/2023 (von Anfang Mai bis Ende April des Folgejahres) auf 52. Genaue Wolfszahlen gibt das zuständige Landesamt für Umwelt nicht an.

Künftig soll ein schnellerer Abschuss von sogenannten schadenstiftenden Wölfen möglich sein und die Wolfsverordnung geändert werden. Solche Schnellabschüsse sollen in Gebieten mit erhöhten Weidetier-Rissen erlaubt sein, wenn dort ein Wolf den Herdenschutz überwunden und ein Tier gerissen hat. Die Abschussgenehmigung gilt dann für 21 Tage und in einem Umkreis von bis zu 1000 Metern um die betroffene Weide. Wie und wann ein solcher Abschuss konkret in Brandenburg umgesetzt werden kann, ist noch nicht geklärt.

Der Jagdverband lehnt die Regelung als «Augenwischerei» ab. Auch der Bauernverband fordert eine «Quotenjagd». Rund 80 Wölfe pro Jahr könnten geschossen werden, hieß es. Umweltminister Axel Vogel (Grüne), der ein solches Vorgehen stets ablehnte, solle dies jetzt bei der Überarbeitung des Jagdgesetzes und der Wolfsverordnung ermöglichen.

Wölfe stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz. Sie dürfen bislang nur in Einzelfällen und mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung unter strengen Voraussetzungen geschossen werden.

© dpa ⁄ Monika Wendel, dpa
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