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Immer mehr Gewalttaten in Berliner Krankenhäusern

Sanitäter, Pfleger und Ärzte erleben in Krankenhäusern zunehmend Aggressionen und Gewalt. Senatorin Spranger sieht darin eine problematische «Gesamtentwicklung».
Notaufnahme
Ein Schild mit der Aufschrift «Notaufnahme» hängt an einem Krankenhaus. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Angriffe und Drohungen gegen Sanitäter und Pflegekräfte in Berliner Krankenhäusern haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. 194 Fälle von Körperverletzungen und Übergriffen registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das waren deutlich mehr als 2022 mit 162 solcher Taten. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte am Montag im Innenausschuss, in fünf Jahren sei die Zahl der Polizeieinsätze in und vor Kliniken um 40 Prozent gestiegen. «Das ist eine Entwicklung, die mich sehr besorgt. Sie steht sinnbildlich für eine Gesamtentwicklung: Aggression und Gewalt gegenüber denjenigen, die diese Stadt am Laufen halten.»

Video zeigte Angriff

Ein per Video dokumentierter Angriff an Silvester auf einen Arzt und zwei Pflegekräfte in einer Lichtenberger Notaufnahme hatte für großes Aufsehen und Empörung gesorgt. Dieser Film zeige die zunehmende Aggression und «massive Brutalität», so Spranger. «Die Polizei muss immer häufiger in und an Krankenhäusern einschreiten, um Konflikte zu schlichten.»

Der «Tagesspiegel» berichtete am Samstag, aus den Kliniken heiße es, die meisten Einsätze fänden in den Rettungsstellen statt. Oft spielten betrunkene Patienten, psychiatrische Fälle und aggressive Großfamilien eine Rolle.

Spranger sagte weiter, leider sei das ein Problem in ganz Deutschland. Neben Angriffen auf Krankenhauspersonal würden sich auch andere Berufsgruppen mit zunehmender Gewalt konfrontiert sehen, Lehrer, Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben und Ordnungsämtern.

Senatorin: Lange Wartezeiten keine Entschuldigung für Gewalt

Weil Abgeordnete der Linken in dem Zusammenhang lange Wartezeiten in den Notaufnahmen kritisierten, erwiderte Spranger: «Auch wenn man mal länger warten muss, eins darf nie geduldet werden: Gewalt gegen Ärzte, Pfleger oder andere Patienten.» Viele Vorfälle hätten auch mit Drogen und Alkohol zu tun. Aber man könne nicht vor jedes Krankenhaus automatisch einen Polizeiwagen stellen, antwortete Spranger auf Fragen nach mehr Schutz.

Dazu hatte Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) kürzlich dem «Tagesspiegel» gesagt: «Wir müssen die Sorge haben, dass aus Angst davor, bedroht zu werden, nicht immer nach medizinischen Kriterien entschieden wird, sondern vielleicht doch mal jemand vorgezogen wird.» Dabei ging es um aggressive Verwandte bestimmter Patienten.

Polizei: Angriffe ganzjähriges Problem

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte, Angriffe in Krankenhäusern seien leider nicht nur zu Silvester ein Problem, sondern ganzjährig. Die Kliniken seien sehr unterschiedlich betroffen. «Da gibt es eine große Streuung. Viele sind gar nicht betroffen, andere sehr stark.» Lösungen und Prävention müssten daher sehr individuell sein.

Zu einer Gesamtzahl von knapp 12.000 Einsätzen der Polizei in und rund um die Berliner Krankenhäuser betonte Slowik, dass in dieser Zahl auch Verkehrsunfälle, Diebstähle, Ordnungswidrigkeiten und weitere kleinere Delikte enthalten seien, die mit den Krankenhäusern wenig zu tun hätten.

Feuerwehrchef Karsten Homrighausen sagte, oft begännen die Probleme schon bei der Annahme der Notrufe unter der Nummer 112. Dort würden Anrufer aggressiv sein, die Gewalt drücke sich anfangs verbal aus und ende dann konkret und real gegenüber den Sanitätern. Im Durchschnitt zähle die Feuerwehr in den letzten Jahren 150 bis 200 Angriffe auf Rettungskräfte. Dazu käme noch eine hohe Dunkelziffer, weil viele Sanitäter nicht alle Vorfälle anzeigen würden.

Redaktionshinweis: Hinweis: Im letzten Absatz muss es richtig heißen 112, nicht 122.

© dpa
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