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Bertelsmann-Stiftung: In Brandenburg fehlen 6700 Kita-Plätze

Die Brandenburger Landesregierung bemüht sich seit Jahren um den Ausbau der Kita-Plätze und mehr Personal zur Betreuung der Kleinsten. Aus Sicht der Bertelsmann-Stiftung reicht dies aber noch bei weitem nicht aus. Das Ministerium verweist auf neue Regelungen.
Spielzeug in einer Kita
Spielzeug liegt in einer Kita. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

In Brandenburg fehlen nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung aktuell rund 6700 Kita-Plätze. Die Quote der Kinder in Kindertagesbetreuung liege über dem Bundesdurchschnitt, heißt es in dem am Dienstag von der Stiftung veröffentlichten «Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme». Bei den unter Dreijährigen betrage die Quote 57 Prozent (Bund: 36 Prozent) und bei den ab Dreijährigen 94 Prozent (Bund: 92 Prozent).

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums benötigten aber 64 Prozent der Kinder unter drei Jahren und 97 Prozent der älteren Kinder einen Platz, so die Stiftung. Daher gebe es einen zusätzlichen Bedarf von 6700 Plätzen.

Gleichzeitig würden 94 Prozent der Kleinsten und 82 Prozent der ab Dreijährigen von zu wenig Erzieherinnen betreut, so die Stiftung. Eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft sei in den Krippengruppen für mehr als fünf Kinder verantwortlich. Dies sei ungünstiger als der Wert in den westdeutschen Ländern mit 1 zu 3,4 und verfehle auch deutlich das von der Stiftung empfohlene Verhältnis von 1 zu 3. In den Kindergartengruppen sei der Personalschlüssel mit 1 zu 9,4 ebenso deutlich ungünstiger als der Westwert von 1 zu 7,7 und deutlich über dem empfohlenen Wert von 1 zu 7,5.

Wegen der sinkenden Zahl der Kinder in Brandenburg gebe es aber die Chance, dort bis 2030 den empfohlenen Personalschlüssel zu erreichen, sagte Stiftungs-Expertin Kathrin Bock-Famulla. Dies werde aber nur gelingen, wenn die Mitarbeiterinnen trotz sinkender Kinderzahlen weiterbeschäftigt und rund 1100 Fachkräfte zusätzlich gewonnen würden. «Die Landesregierung muss endlich die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um den Kitas zu ermöglichen, mehr Personal zu beschäftigen», forderte Bock-Famulla.

Das Bildungsministerium verwies darauf, dass die neue Kita-Personalverordnung den Trägern der Kitas die Einstellung geeigneter Fach- und Ergänzungskräfte erleichtere. Denn nun könnten sie neben Erzieherinnen auch andere pädagogische Fachkräfte einstellen. Dazu zählten etwa Diplom-Pädagogen sowie Absolventen in Sport-, Kunst-, Theater- und Musikpädagogik oder in Sprachheilpädagogik. «Personalnöte dürfen die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung nicht gefährden», sagte Minister Steffen Freiberg (SPD). «Diesem Anspruch wird das Land Brandenburg mit der modernisierten Kita-Personalverordnung gerecht.»

Die oppositionelle Linke-Fraktion im Landtag kritisierte diese Neuregelung. «Es ist genau der falsche Weg, mit der Änderung der Kitapersonalverordnung das Fachkräfteproblem in Kitas jetzt ausschließlich mit Ergänzungskräften lösen zu wollen», sagte deren bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg. «Damit steigt die Belastung der bereits im System arbeitenden Fachkräfte, die dann nicht nur mehr Kinder, sondern auch noch die neu eingestellten Ergänzungskräfte betreuen müssen.» Brandenburg müsse vielmehr schnell eine kostenfreie und vergütete Ausbildung von Erzieherinnen schaffen.

© dpa
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