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«Baywatch in Brandenburg funktioniert nur ehrenamtlich»

Sommer, Sonne, Badesee: So manch einer wagt sich bei frühsommerlichen Temperaturen schon ins noch kalte Wasser oder startet die Stand-Up-Paddel-Saison. Lebensretter der DLRG warnen vor Leichtsinn.
Ein Rettungsboot der DLRG
Mitglieder der DLRG üben mit einem Rettungsboot den Ernstfall. © Uwe Anspach/dpa

Frühsommerliche Temperaturen locken an diesem Wochenende wieder viele Ausflügler an die zahlreichen Seen in Brandenburg. In der Sonne lädt das Wasser manche schon zum Baden ein. Doch der vorschnelle Sprung ins kalte Nass könne den Kreislauf überlasten und damit auch lebensbedrohlich werden, warnt Daniel Keip von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Brandenburg. «So richtig Badewetter ist bei den Wassertemperaturen noch nicht.»

Badelustige sollten sich nicht überschätzen und sich zunächst an die Temperaturen gewöhnen, sagt Keip auch mit Blick auf Stand-Up-Paddler. Der Kreislauf sei sehr beansprucht, die Muskeln würden bei einem längeren Aufenthalt im Wasser relativ schnell kalt, gibt er zu bedenken.

Deshalb sollte man eher in Ufernähe bleiben, statt weit draußen auf dem See zu schwimmen, sagte Keip der Deutschen Presse-Agentur. «Die Erwartung ist groß, dass das Wasser so warm ist wie die Luft, das ist natürlich nicht der Fall».

Sommerlich warm - Wassertemperaturen deutlich kühler

An diesem Samstag und am Sonntag soll es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge in Berlin und Brandenburg ungewöhnlich warm und recht freundlich werden: Bis zu 24 Grad werden am Samstag erwartet, am Sonntag sogar bis zu 26 Grad. Im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Sachsen prognostizieren die Meteorologen sogar Werte bis nahe 30 Grad. Die Wassertemperaturen in den Brandenburger Seen mit vielen Naturbadestellen liegen hingegen weit darunter und bewegen sich den Angaben zufolge derzeit zwischen 12 und 14 Grad.

Mehr ehrenamtliche Rettungsschwimmer

Die Ehrenamtler der DLRG in Brandenburg sind laut Sprecher Keip auf die kommende Badesaison gut vorbereitet. Er verweist auch auf eine positive Entwicklung bei der Mitgliederzahl. Im vergangenen Jahr konnten über 400 neue Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer hinzugewonnen werden - eine Steigerung von zehn Prozent. Die DLRG hat in Brandenburg rund 4500 Mitglieder. Sie bewachen Badestrände, sorgen für die Sicherheit in Freibädern, bieten Schwimmkurse für Kinder, aber auch für Erwachsene an und bilden Rettungsschwimmer-Nachwuchs aus.

DLRG: Kürzere Öffnungszeiten in Freibädern birgt Risiko

Die aktuell bundesweite Diskussion über verkürzte Öffnungszeiten in den Freibädern wegen fehlender Rettungsschwimmer und Bademeister sieht Sprecher Keip mit Sorge. «Je kürzer die Öffnungszeiten in Schwimmbädern und Freibädern sind, um so mehr nimmt das Risiko zu, dass Menschen dann auf unbewachte Badestellen ausweichen.»

Rund 6500 Schwimmbäder - also Hallen- und Freibäder gibt es in Deutschland. Schätzungen zufolge fehlen bundesweit zwischen 2000 und 3500 Schwimmmeister, die sich neben der Badeaufsicht auch um die technische Einrichtung im Bad kümmern. Die Rettungsschwimmer, die in den Stoßzeiten zusätzlich am Beckenrand stehen, sind noch nicht mitgezählt.

Lebensretter können nur punktuell absichern

Die Brandenburger DLRG hat diese Tendenz im Blick und die Schwimmkurse sowie die Rettungsschwimmerausbildung verstärkt. Das Ziel sei «jeden im Land zum sicheren Schwimmer zu machen», sagt Keip. So machten im vergangenen Jahr 1389 Kinder das Abzeichen «Seepferdchen», 2022 waren es 963. Eine Schwimmausbildung absolvierten 2023 1673 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 2022 waren es mit 1974 etwas mehr. 989 Lebensretter wurden im vergangenen Jahr ausgebildet und damit mehr als 2022 - da waren es 906.

Was die Absicherung der Badestrände angehe, könnten die Ehrenamtler der DLRG nur eine punktuelle Absicherung leisten. Flächendeckend sei das bei der Vielzahl der Gewässer nicht möglich, betont der Sprecher und verweist auf das freiwillige Engagement der Lebensretter: «Baywatch in Brandenburg funktioniert nur ehrenamtlich.»

© dpa
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