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1:0 bei Union: Leverkusen eilt Meistertitel entgegen

Leverkusen nutzt den Patzer der Bayern und steht dicht vor dem Titelgewinn. Mit dem Sieg in Berlin egalisiert die Werkself einen Bundesliga-Rekord. Union muss wieder zittern.
Bayer Leverkusen - 1. FC Union Berlin
Leverkusens Victor Boniface (l.) und Berlins Alex Kral kämpfen um den Ball. © David Inderlied/dpa

Die Unschlagbaren von Bayer Leverkusen haben ihre Super-Serie ausgebaut und auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte den nächsten Meilenstein gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso blieb auch im 41. Pflichtspiel der Saison ohne Niederlage und gewann am Samstag beim 1. FC Union Berlin mit 1:0 (1:0). Bei noch sechs ausstehenden Spieltagen ist Leverkusens Vorsprung nahezu uneinholbar für den abgehängten Verfolger FC Bayern, der in Heidenheim 2:3 verlor. Schon am nächsten Wochenende kann sich Bayer als Champion feststehen. 

Vor 22 012 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei traf Florian Wirtz (45. Minute + 8/Handelfmeter) für die Mannschaft vom Rhein, die nach einem Platzverweis für Unions Robin Gosens (45.+3) lange in Überzahl spielte. Union verpasste einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, besitzt aber weiter ein kleines Polster auf die Abstiegsränge.

Mit dem Erfolg in Köpenick egalisierte die Werkself zudem einen Bundesliga-Rekord, denn mehr als 28 Partien in Folge blieb innerhalb einer Spielzeit noch nie ein Team unbesiegt. Diese Serien schafften bislang die Bayern 2013/14 mit Trainer Pep Guardiola und der BVB 2011/12 unter Jürgen Klopp.

Wilde Nachspielzeit

Meisterlich trat die Werkself zwar nicht auf, sie bestimmte aber das Spiel und drängte Union tief in die eigene Hälfte. Doch egal, ob es Alejandro Grimaldo per direktem Freistoß versuchte oder Borja Iglesias per Kopf: Unions Torhüter Frederik Rönnow war zunächst zur Stelle. Beim nächsten Flachschuss von Grimaldo (28.) wäre der Däne dann chancenlos gewesen, doch der Mittelfeldspieler legte den Ball neben den Pfosten. 

Die Hausherren bekamen kaum Verschnaufpausen, waren aber dennoch der erwartet eklige Gegner, der selbstbewusst in die Zweikämpfe ging und hinten kompakt stand. Nur das Spiel nach vorn funktionierte erneut kaum. Die erste und in der ersten Halbzeit einzige Chance hatte Gosens (36.) nach einer Ecke. 

Vor dem Pausenpfiff überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst sah Gosens nach seinem zweiten Foulspiel die Gelb-Rote-Karte. Dann landete der Ball nach wildem Gestocher im Tor der Berliner. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied zunächst auf Abseits - und nach einem Blick auf den Bildschirm auf Handelfmeter. Union-Kapitän Christopher Trimmel hatte einen Schuss im Strafraum mit dem Arm abgelenkt. Wirtz verwandelte sicher, Trimmel sah für sein Vergehen keine Karte.

Union gibt nicht auf

Obwohl sich die Kräfteverhältnisse verschoben hatten, setzten dezimierte Unioner nun mehr Offensivakzente als vor der Pause. Wirklich gefährlich waren die Angriffe aber nicht. Außenspieler Josip Juranovic wurde zwar mit langen Bällen ein ums andere Mal nach vorn geschickt, dort fehlte aber eine Anspielstation.

Dass die Partie spannend blieb, lag zum einen daran, dass den Gästen vor dem Tor Genauigkeit und Konsequenz fehlten und Union die Räume zumachte. Außerdem erwischte Rönnow im Berliner Tor wieder einen starken Tag. Die Berliner Bemühungen wurden am Ende nicht belohnt. Die Hausherren müssen im Abstiegskampf wieder zittern. In Leverkusen können die Vorbereitungen für die Meisterparty beginnen.

© dpa ⁄ Jordan Raza, dpa
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