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Weltmeister mit deutschen Wurzeln: Stolz ist Mehrkampf-König

Jordan Stolz hat sich seinen Traum erfüllt: Der Wunderläufer aus den USA feiert bei den Eisschnelllauf-WM beeindruckend Mehrkampf-Gold. Mit erst 19 Jahren ist er schon auf einem Höhepunkt.
Eisschnelllauf: Mehrkampf-WM / Sprint-WM
Der US-Amerikaner Jordan Stolz in Aktion. © Peter Kneffel/dpa

Jordan Stolz stülpte sich eine grüne Kopfbedeckung wie eine Krone auf den Kopf, schnappte sich dann eine US-Fahne und drehte unter dem Beifall seiner Familie Ehrenrunden: Der erst 19 Jahre alte Wunderläufer hat sich triumphal zum neuen Mehrkampf-König der Eisschnellläufer gekrönt. In einem packenden Finale über 10.000 Meter gegen den Niederländer Patrick Roest verteidigte der Sechsfach-Weltmeister am Sonntag seinen Vorsprung aus den vorherigen drei Rennen.

Die Bahnrekorde über 500 Meter und 1500 Meter sowie die persönliche Bestmarke über 5000 Meter hatten Stolz den Weg zum Triumph in Inzell geebnet. 13:04,76 Minuten über 10.000 Meter - rund 13 Sekunden besser als je zuvor - wurden mit dem Weltrekord und 144,740 Punkten belohnt. Roest blieb Silber mit 145,761 Punkten. Dritter wurde der Norweger Hallgeir Engebraten (147,258).

Das Wunderkind des Eisschnelllaufs mit deutschen Wurzeln - die Großeltern und der Vater Dirk stammen aus Schluchsee in Baden-Württemberg und feuerten auf der Tribüne an - tritt damit in die Fußstapfen seiner großen Landsleute Eric Heiden und Shani Davis. Der fünffache Olympiasieger Heiden gewann dreimal Mehrkampf-Gold (1977-1979), Davis, zeitweilig auch Trainer von Stolz, gelang dies zweimal (2005, 2006). Beim Mehrkampf werden Zeiten über die einzelnen Strecken in Punkte umgerechnet - der Sieger hat die niedrigste Punktzahl.

Den Titel bei den Frauen gab es einen niederländischen Dreifacherfolg: Joy Beune gewann mit 157,268 Punkten vor Marijke Groenewoud (157,720) und Antoinette Rijpma-De Jong (158,219). Für die beiden deutschen Starter war nach den 1500 Metern als drittem Rennen Schluss. Felix Maly aus Erfurt und die Dresdnerin Josephine Schlörb verpassten als 18. beziehungsweise 21. das Langstrecken-Finale der besten Acht.

Als Jordan Stolz am Sonntagvormittag vor der Max-Aicher-Arena vorfuhr, waren erst wenige Fans vor Ort und er im Gegensatz zu den Tagen zuvor noch nicht das Ziel von Autogramm- und Selfie-Jägern. Am Vortag hatte er unerwartet souverän Kurs auf das begehrte Mehrkampf-Gold genommen. Der Sechsfach-Weltmeister verbesserte über 500 Meter den Bahnrekord auf 34,10 Sekunden und steigerte anschließend über 5000 Meter seine persönliche Bestzeit um exakt sechs Sekunden auf 6:14,76 Minuten.

«Ich bin die besten Zeiten gelaufen, die ich wahrscheinlich kann. Ich wusste vom Training her, dass ich über 5000 Meter eine Zeit wie diese laufen kann. Deswegen hat es mich nicht gewundert, dass ich das kann», sagte Stolz, der 2023 und 2024 jeweils die WM-Titel über 500 Meter, 1000 Meter und 1500 Meter gewonnen hatte.

«Das wird hart», sagte er mit Blick auf den zweiten Wettkampftag, «ich hoffe, ich kann mich gut erholen für die 1500 Meter. Ich hoffe, ich kann ein gutes Rennen laufen und noch einen Vorsprung auf Patrick herausholen.» Der lange Kanten über die zehn Kilometer war nahezu Neuland für Stolz. Erst einmal war er die Distanz im Wettkampf gelaufen, gab er zu.

Stolz' Aufstieg kam kometenhaft. Noch bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 hatte es nur zu den Rängen 13 (500 Meter) und 14 (1000 Meter) gereicht. Schon ein Jahr später und nach fünf Titeln bei der Junioren-WM 2023 in Inzell lief er im niederländischen Heerenveen bei den Erwachsenen zu Gold über 500 Meter, 1000 Meter und 1500 Meter - um diesen Dreifach-Triumph in diesem Jahr im kanadischen Calgary zu wiederholen. Überdies verbesserte Stolz den Weltrekord über 1000 Meter auf 1:05,37 Minuten.

Dennoch verzichtete er auf den wegen seiner Dominanz sicheren WM-Titel in der Sprint-Kombination und ging das Wagnis großer Mehrkampf ein. «Das ist der prestigeträchtigere», sagte Stolz. Dies nötigte auch Olympiasiegerin Claudia Pechstein Respekt ab. «Ich möchte gern, dass er Sprint und Mehrkampf läuft, denn ich glaube, er würde beides sehr gut absolvieren. Aber er konzentriert sich auf das, was er für wichtig hält. Und das finde ich auch richtig», sagte die 52 Jahre alte Berlinerin.

© dpa ⁄ Martin Kloth, dpa
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