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Neuer Geschäftsführer, alter Ärger und Stadionfrage

Der TSV 1860 München hat einen neuen Geschäftsführer. Oliver Mueller fühlt sich gerüstet, um auch «im Spannungsfeld» der «Löwen» zu arbeiten. Kritik gibt es von der Investorenseite.
Neuer Geschäftsführer des TSV 1860 München
Oliver Mueller, neuer Geschäftsführer des TSV 1860 München, steht vor eine Fotowand. © Christian Kunz/dpa

Krisenerprobt? Als neuer Geschäftsführer präsentierte sich Oliver Mueller bei dieser Kernkompetenz für ein «Löwen»-Amt zuversichtlich. «Ob ich in einem Spannungsfeld fähig bin, zu arbeiten? Ich denke schon», sagte der Neuzugang in der Führungsetage bei Fußball-Drittligist TSV 1860 München. Am Freitag hatte der Club Mueller als neuen kaufmännischen Geschäftsführer verpflichtet - und begleitet von Kritik von der Investorenseite wurde der 45-Jährige am Montag von Präsident Robert Reisinger vorgestellt.

Sportlich hat sich der Traditionsclub unter dem neuen Trainer Argirios Giannikis gefangen und geht unter diesem ungeschlagen das Nachholspiel gegen Rot-Weiss Essen am Dienstag (19.00 Uhr) im Grünwalder Stadion an. Ansonsten kehrt einfach keine Ruhe beim Meister von 1966 ein. Die vorzeitige Trennung von Marc-Nicolai Pfeifer und der Wechsel zu Mueller sorgt für eine neue Episode im schier endlosen Dauerstreit der «Löwen»-Gesellschafter.

«Die Art und Weise, wie diese Entscheidung gegenüber Herrn Pfeifer kommuniziert wurde, entspricht nicht unserer Vorstellung eines angemessenen Umgangs mit Menschen», kritisierte die Investorenseite um Hasan Ismaik den Schritt. Es passe zum «neuen Ton, der mittlerweile von einer radikalen Minderheit» im Club gepflegt würde.

Reisinger, der erstmals seit sechseinhalb Jahren wieder auf einer Pressekonferenz der Profifußball-Gesellschaft von 1860 auftrat, sieht in der neuen Geschäftsführer-Personalie keinen Konfrontationskurs. Er wies vielmehr darauf hin, dass er nicht der erste Präsident sei, der von Ismaik angegriffen werde. Das passiere ja schließlich schon seit 20 Jahren und habe auch Vorgänger getroffen. «Das Ganze kommt mir vor wie ein Ritual», sagte Reisinger, «für mich ist das ein Teil einer ganz bewussten Kampagne.»

Man müsse das alles vor dem Hintergrund der 50+1-Regel sehen, sagte Reisinger. Die 50+1-Regel gibt im Kern vor, dass Investoren keine Stimmenmehrheit an den Kapitalgesellschaften von Vereinen übernehmen können. Das stört das Ismaik-Lager.

Mueller, der unter anderem im Marketing beim Real Club Deportivo Mallorca und als Geschäftsführer beim Eishockey-Verein Kölner Haie arbeitete, will sich beim Zwist der Gesellschafter beim Tabellen-14. nicht beteiligen. «Wir tun gut daran, uns aus vereinspolitischen Aktivitäten herauszuhalten», sagte der 45-Jährige.

Reisinger erwartet ohnehin anderes von der neuen Führungskraft. Dieser solle bei den Talenten dafür sorgen, dass der TSV 1860 München «sportlich und wirtschaftlich von seinen Ausbilderqualitäten profitiert», sagte der Präsident. Die Rückkehr in die 2. Liga sei zudem «kurz- bis mittelfristig ein realistisches sportliches Ziel». Des Weiteren müsse ein geeigneter Spielort für den Profifußball sichergestellt werden.

Die emotionale wie schwierige Frage nach der Spielstätte wird Mueller beschäftigen. Bislang kenne er «die geschilderten Rahmenbedingungen» rund um das Grünwalder Stadion nur aus der Presse. Erst einmal wolle er sich selbst ein Bild machen. Der neue Geschäftsführer Mueller plant, eine gute Balance zwischen Fußball-Traditionalismus und Zukunftsvisionen zu finden.

«Die Wucht, die Kraft, diese immateriellen Werte, die 1860 sich in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet hat, die sind durchaus sehr wertvoll», sagte Mueller. Aber es sei auch wichtig, Kapital über Vermarktung und Nachwuchsarbeit zu generieren. Das alles unter der Maxime der «wirtschaftlichen Vernunft».

Gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Sport-Geschäftsführer Christian Werner soll Mueller den Profibereich in eine bessere Zukunft führen. «Zurückblicken ist nicht meine Art - das Leben kommt von vorne.»

© dpa ⁄ Christian Kunz, dpa
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