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Landesgartenschau in Kirchheim lässt «Zusammen.Wachsen»

Bunte Blumen, aber auch Wildwuchs beim Unterholz. Angesichts von Artensterben und Klimawandel setzt man auf mehr Natur. Die Landesgartenschau in Kirchheim bei München steht kurz vor dem Start.
Landesgartenschau 2023
Blumen blühen im Eingangsbereich der Landesgartenschau 2023 in Freyung. © Tobias C. Köhler/dpa

Noch sind Bagger unterwegs, doch in den Beeten sind die Tulpen voll aufgeblüht - durch das warme Wetter früher als geplant: In vier Wochen startet in Kirchheim bei München die diesjährige Landesgartenschau.

Gut 90 Ausstellungsbeiträge befassen sich auf dem 14 Hektar großen Gelände mit aktuellen Zukunftsthemen von Klimawandel und Artenschutz bis zur nachhaltigen Ortsentwicklung. «Alles, was man da sieht, lässt sich gut ansehen», sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Mittwoch bei der Vorstellung des Geländes. Die Landesgartenschau öffnet am 15. Mai ihre Pforten und dauert bis zum 6. Oktober.

«Wir sind auf der Zielgraden», sagt Landrat Christoph Göbel (CSU), und der Kirchheimer Bürgermeister Stephan Keck (SPD) spricht von einem Endspurt. Tatsächlich müssen die Gärtner aber noch einmal ans Werk gehen und in den Beeten neue Blumen pflanzen: Die Tulpen werden bis zum Start verblüht sein. «Es ist einfach zu schnell gegangen», sagt Adolf-Walter Faust, Geschäftsführer der Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, die den Park konzipiert haben, mit Blick auf das sehr warme Wetter der vergangenen Wochen.

Die Schau steht unter dem Motto «Zusammen.Wachsen». Das neu gestaltete Gelände verbindet die Ortsteile Kirchheim und Heimstetten. Zugleich integriert es wichtige Einrichtungen des Ortes wie das Rathaus, die beiden Schulen, das Jugend- und das Seniorenzentrum. Neben heimischen Arten wurden an die 800 neue Bäume gepflanzt, die teils dem Klimawandel besser widerstehen sollen.

Das Grundkonzept umfasst fünf kontrastierende Sphären: Garten, Wasser, Wildnis, Wald und Wiese. Eine Wegschleife in Form eines Achters verbindet sie und ermöglicht den Wechsel von einer Kulisse zur nächsten.

Die Schau setzt auf eine naturnahe Gestaltung mit Rückzugsorten für Pflanzen und Tiere - nicht außerhalb, sondern mitten im Ort. Das Gelände solle als tatsächlicher Lebensraum für Arten wie auch als CO2-Filter dienen, hieß es.

Teils wirkt das Gelände wie von der Natur selbst ohne menschliches Zutun gestaltet. Tatsächlich wurden bestehende landschaftliche Gegebenheiten belassen und mit dem neuen Konzept verknüpft: Die Strauchwildnis im Norden war ebenso schon da wie das zentral gelegene Wäldchen. Dazu kommen unter anderem der See, eine bunte Wiese und Bürgergärten, die schon jetzt Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung selbst bewirtschaften.

In rund 20 Mustergärten geben Garten- und Landschaftsbaubetriebe Gartenfreuden Anregungen für eigene Gestaltung. Für den Nachwuchs steht ein rund 3000 Quadratmeter großer Spielplatz bereit - unter dem Motto «Keltenwelten», das Bezüge zur Siedlungsgeschichte aus der Keltenzeit herstellt. Der neu angelegte Schilf bewachsene See bleibt wie der Park nach dem Ende der Schau bestehen. Anders als der See nach der Bundesgartenschau 2005 in München ist es aber kein Badesee.

Die vier Jahre dauernde Gestaltung kostete laut der Gesellschaft Kirchheim 2024 rund 22,6 Millionen, jedoch wird die Schau fast zur Hälfte von EU, Bund und Freistaat gefördert. An den 145 Tagen der Landesgartenschau sind rund 3500 Veranstaltungen geplant, darunter Konzerte, Theater, Vorträge und Workshops. Für die komplette Durchführung der Schau sind weitere 10,5 Millionen Euro veranschlagt, die großenteils durch Eintritte kompensiert werden sollen. Ein Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft werde es auf der Landesgartenschau nicht geben, hieß es.

Eine 9,6 Meter hohe Park-Kanzel ermöglicht Gästen als höchster Aussichtspunkt den Blick über die Landesgartenschau. Die Hauptstraße zwischen Heimstetten und Kirchheim, die bisher hier verlief, wurde zurückgebaut. Der Park schafft nun zwischen den Ortsteilen eine autofreie Verbindung. Das Gelände hatte über Jahrzehnte teilweise brach gelegen. Mehrfach gab es Bestrebungen, die Fläche zu nutzen. Im Gespräch war ein Einkaufszentrum, es gab immer wieder Begehrlichkeiten von Investoren, das Gelände zu bebauen.

© dpa ⁄ Sabine Dobel, dpa
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