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«Ausbefördert»: Söder über das Amt und bayerische Dramen

Markus Söder räumt bei einer Buchvorstellung ein, dass Amtswechsel in Bayern meistens alles andere als harmonisch ablaufen. Und findet dann lobende Worte unter anderem für seinen Ex-Rivalen.
Buchvorstellung
Der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber (l, CSU) und Markus Söder, (r, CSU) Ministerpräsident von Bayern, während der Vorstellung des Buchs «Die Bayerischen Ministerpräsidenten 1918 -2018». © Peter Kneffel/dpa

Lobende Worte für seinen Ex-Rivalen Horst Seehofer und einen SPD-Vorgänger, Selbstironie und Einblicke in bayerische Dramen: Das lieferte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer ganz besonderen Buchvorstellung am Donnerstag, bei der auch die Frage im Raum stand: Ist das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten nun das «schönste Amt der Welt», wie gemeinhin gesagt wird?

Söder gibt darauf, im Beisein auch seines Ziehvaters und Vorvorvorgängers Edmund Stoiber, am Donnerstag eine nur halbwegs eindeutige Antwort: «Es gibt fast nichts Schöneres.» Für ihn sei es jedenfalls die «Ehre seines Lebens», in so viele große Fußstapfen treten zu dürfen. Und was ist mit einer Kanzlerkandidatur? «Man ist als bayerischer Ministerpräsident grundsätzlich ausbefördert», sagt Söder nur. Ausnahmen seien «theoretisch denkbar», fügt er hinzu, bevor er das «grundsätzlich ausbefördert» zum insgesamt dritten Mal sehr betont.

Anlass für Söders Rede, in der er auch ungewöhnlich lobende Worte für seinen direkten Vorgänger Horst Seehofer und auch den früheren SPD-Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner findet: die Vorstellung eines neuen Buches, das alle bayerischen Ministerpräsidenten von 1918 bis 2018 vorstellt. «Ein historisch sehr wichtiges Werk», lobt der CSU-Politiker - im Beisein vieler Kinder, Enkel und Urenkel der einstigen bayerischen Regierungschefs. Auffällig ist nur, dass Seehofer und auch dessen Vorgänger Günther Beckstein nicht dabei sind.

Dass die Amtswechsel oft im Streit erfolgten, darum redet Söder nicht herum. «Der Übergang von einem Ministerpräsidenten zum anderen war immer mit großem Drama in Bayern verbunden», sagt er. «Ich glaube, nie wirklich wollten die Vorgänger die Nachfolger, die sie dann bekommen haben. Meistens haben die Vorgänger vor den Nachfolgern gewarnt.» Und auch wenn ohnehin jeder im Kuppelsaal der Staatskanzlei weiß, wie es zwischen ihm und Seehofer lief, fügt er noch hinzu, das sei bis in jüngste Zeit so gewesen.

Doch neben Franz Josef Strauß, Stoiber und allen anderen lobt Söder ausdrücklich auch Seehofer: Dieser habe das Land nach Landesbank-, Finanz- und Euro-Krise wieder stabilisiert. Und er habe das Verhältnis zum Nachbarland Tschechien auf neue Füße gestellt. Das sei eine «ganz große Leistung», «so wie Strauß bei Mao war - und ich bei den Pandas».

Denn natürlich redet Söder auch über sich: dass er versuche, sich von allen Vorgängern das Beste abzuschauen. Und als er berichtet, die Bayern erwarteten, dass ein Ministerpräsident auch die Rolle eines Landesvaters ausfülle, scheinen keine überbordenden Zweifel durch, dass er diese Erwartung in Bezug auf seine Person als erfüllt ansieht. Auch wenn er betont: «Was ab 2018 ist, das können Sie selber beurteilen, darüber will ich jetzt nichts sagen.»

© dpa
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