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Technik für altes Gebäude - KI soll Ulmer Münster sichern

Das Ulmer Münster kämpft mit bröckelndem Putz, Schimmel, Rissen und dem Klimawandel. Ein neues Projekt mit Datenloggern und einer KI soll dem Jahrhunderte alten Gebäude nun helfen, sich mitzuteilen.
KI wird im Ulmer Münster verbaut
Ein Vermessungsgerät das im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Ulmer Münster verbaut wird, liegt auf einem Tisch. © Jason Tschepljakow/dpa

Das Ulmer Münster sagt bröckelndem Putz, Schimmel und Rissen den Kampf an: Um den Zustand der Kirche zu verbessern, wurde ein Projekt zum Erhalt des Gebäudes mithilfe von Datenloggern und Künstlicher Intelligenz (KI) gestartet. Datenlogger erfassen Umweltparameter wie etwa Temperatur oder Feuchte im Zeitverlauf, die Messdaten können dann auf einem Computer analysiert werden.

Die Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt leidet unter ihrem Alter und dem Klimawandel. Ein Teil des Innenraums ist derzeit gesperrt, nachdem ein Stück Putz herunterfiel. «Das könnte ziemlich gefährlich werden, wenn Sie plötzlich 500 Gramm Putz aus 42 Metern Höhe auf den Kopf bekommen», sagt Dekan Torsten Krannich. Angst müsse man im Münster aber nicht haben, die zugänglichen Bereiche seien sicher.

Münsterbaumeisterin Heidi Vormann zufolge macht dem Gebäude außerdem Schimmel an Altar, Schmuckbänken im Chor und Gemälden zu schaffen. Er tauche auf, man entferne ihn und er kommt wieder, erklärt sie. Wenn es draußen schon warm, im Münster aber noch kühl sei, falle besonders viel Feuchtigkeit an. Dann werde teilweise der Boden nass, Wasser laufe Treppen hinunter und Feuermelder spielten verrückt, schildert Vormann. Durch den Klimawandel und Extremwetterereignisse spitze sich die Situation zu.

Nun werden im Münster gut 50 Datenlogger angebracht, wie Projektleiter Thomas Löther vom Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen Anhalt (IDK) berichtet. Sie erfassen alle 15 Minuten etwa Feuchtigkeit, Licht und Temperatur. Ganz neu ist die Idee nicht, die ersten Logger gab es laut Münsterbaumeisterin schon 2013. «Man hat eine Menge Daten gesammelt, aber nichts damit gemacht», sagt Vormann. Das solle nun anders werden.

Eine KI bringt Löther zufolge die Daten aus dem Münster mit Umgebungsdaten zusammen. Sie errechnet, wie lange es dauert, bis das Außenklima eine Veränderung im Münster erreicht. Man werde so erkennen, dass ein bestimmtes Wetterprofil bestimmte Reaktionen des Münster-Gebäudes auslösten. So ließen sich etwa ideale Zeitpunkte zum Lüften ermitteln und man lerne, was das Gebäude gerade brauche. Mit ersten Handlungsempfehlungen rechnet der Projektleiter in etwa einem halben Jahr.

Das Münster ist das Wahrzeichen der Stadt und hat mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt. Der Grundstein wurde 1377 gelegt.

© dpa
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