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Herzenssache: Schuster startet mit «Demut»

Vom kommenden Sommer an wird Julian Schuster den SC Freiburg in der Bundesliga trainieren. Erfahrung als Profi-Chefcoach hat der 38-Jährige nicht - das war bei seinem Vorgänger aber auch schon so.
Julian Schuster und Christian Streich
Christian Streich (r) steht auf dem Freiburger Trainingsplatz und spricht mit Verbindungstrainer Julian Schuster © Philipp von Ditfurth/dpa

Glaubt man dem Sportvorstand Jochen Saier, dann hat sich der SC Freiburg auch mit Kandidaten von außerhalb beschäftigt. Doch am Ende ist der Fußball-Bundesligist seinem bewährten Weg treu geblieben: mutig zu sein, ohne auf einen großen Namen mit viel Erfahrung zu setzen. Wenn die Ära von Langzeit-Trainer Christian Streich beim Sport-Club im Sommer zu Ende geht, wird es also keinen externen Nachfolger geben. Stattdessen vertrauen die Breisgauer auf die interne Lösung Julian Schuster, auch wenn der 38-Jährige bisher noch nie als Chefcoach gearbeitet hat.

Für Schuster ist der neue Job eine «Herzensangelegenheit». Denn als bisheriger Verbindungstrainer der Freiburger zwischen Nachwuchs und Profis kennt der frühere SC-Kapitän den Verein mittlerweile in- und auswendig. Sicher auch deshalb haben sich die Verantwortlichen «mit großer Überzeugung für den gemeinsamen Weg mit Julian Schuster entschieden», wie Saier am Freitag sagte. «Sein Fachwissen, seine Persönlichkeit und seine umfängliche Identifikation mit der Philosophie und den Werten des SC Freiburg waren für uns maßgebliche Kriterien.»

2008 war Schuster als 23 Jahre alter Mittelfeldspieler nach Freiburg gekommen, nachdem er sich als Profi beim VfB Stuttgart nicht hatte durchsetzen können. Beim SC entwickelte er sich dagegen zu einer prägenden Figur auf dem Platz, die offenbar schon damals keine Scheu davor hatte, Verantwortung zu übernehmen. «Julian Schuster war schon als Spieler der längste verlängerte Arm eines Trainers, den ich je gesehen habe», meinte kürzlich sein früherer Mitspieler Nils Petersen.

Nun rückt Schuster in die Verantwortung auf, nachdem er in den vergangenen Jahren zunehmend herangeführt und in die Arbeit mit den Bundesliga-Profis eingeführt wurde. Die werden daher im Sommer, wenn die mehr als zwölfjährige Ära von Streich zu Ende geht, auf ein vertrautes Gesicht treffen - und sich doch umstellen müssen. 

Denn dem 20 Jahre älteren Südbadener folgt mit Schuster ein aus Löchgau im Kreis Ludwigsburg stammender Schwabe, der seinen eigenen Weg finden muss, um die großen Fußstapfen seines Vorgängers füllen zu können. Immerhin führte Streich den SC zweimal ins Achtelfinale der Europa League und 2022 ins Endspiel des DFB-Pokals.

Andererseits hat Schuster den Vorteil, dass er einen mittlerweile etablierten Erstligisten trainieren wird, der regelmäßig in der oberen Tabellenhälfte mitspielt. Streich hatte die Mannschaft Anfang 2012 dagegen in großer Abstiegsgefahr übernehmen müssen. Dennoch weiß Schuster, dass seine neue Tätigkeit eine «Herausforderung» sein wird. «Ich bin mir der Aufgabe bewusst und gehe diese mit voller Überzeugung, aber auch mit Demut und Respekt an», erklärte er. 

Es kann gut sein, dass beim letzten Heimspiel der Freiburger unter dem Cheftrainer Streich am 11. Mai gegen den 1. FC Heidenheim viele Tränen fließen werden. Vielleicht auch eine Woche später zum Saisonende bei Union Berlin. Und vielleicht wird es manchem Fan am Anfang der nächsten Spielzeit noch etwas merkwürdig vorkommen, dass da jemand anderes als Streich am Spielfeldrand steht.

Einen Trainerwechsel hat es beim SC schließlich seit der Winterpause 2011/12 nicht mehr gegeben. Im schnelllebigen Fußball-Geschäft bilden die Südbadener damit eine Ausnahme und stehen für Kontinuität. Volker Finke hatte Freiburg zwischen 1991 und 2007 geprägt. Ob Schuster eine weitere Ära prägen wird, ist nicht absehbar. Doch er weiß genau, worauf er sich einlässt, und muss sich nicht lange eingewöhnen. Das war bei Streich, dem früheren Jugend- und Co-Trainer, auch schon so. 

© dpa ⁄ Matthias Jung, dpa
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