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Reaktionen auf Anschlag in Moskau: Bundesregierung entsetzt

Die Beziehungen zu Moskau sind gerade nicht die besten. Doch angesichts des Terroranschlags zeigen viele Politikerinnen und Politiker Mitgefühl mit den Opfern und Hinterbliebenen.
Nach dem Anschlag in Moskau - Trauer in Berlin
Blumen liegen am Zaun der Russischen Botschaft in Berlin: Bei einem Anschlag auf das Veranstaltungszentrum Crocus City Hall ist die Zahl der Toten nach Angaben der Ermittler weiter gestiegen. © Ilja Roschkow/Russische Botschaft Berlin/dpa

In einem Veranstaltungszentrum am Moskauer Stadtrand haben Täter offenbar wahllos auf Besucher geschossen. Die Zahl der Toten bei dem Anschlag stieg mittlerweile auf mindestens 115, darunter sind mindestens drei Kinder. Die Hintergründe des Anschlags sind noch unklar, die russischen Sicherheitsbehörden ermitteln wegen Terrorismus. International wird der Anschlag scharf verurteilt.

Reaktionen aus Deutschland

Die Bundesregierung spricht den Familien der Opfer und den Verletzten ihr Mitgefühl aus. «Wir verurteilen den schrecklichen Terrorangriff auf unschuldige Konzertbesucher in Moskau. Unsere Gedanken sind mit den Angehörigen der Opfer und allen Verletzten», schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Plattform X (ehemals Twitter).

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) äußerte sich ebenfalls auf X: «Wir verurteilen den schrecklichen Terrorangriff auf unschuldige Konzertbesucher in Moskau. Unsere Gedanken sind mit den Angehörigen der Opfer und allen Verletzten.» Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schrieb: «Was für furchtbare Nachrichten aus Moskau.» Sein Beileid gelte den Opfern und ihren Familien. «Wichtig ist, die Hintergründe schnell aufzuklären.»

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich entsetzt. «Die Bilder aus Moskau von Attentätern, die wahllos auf Konzertbesucher feuern, sind schrecklich», schrieb Steinmeier auf der Plattform X (früher Twitter). «Mein Mitgefühl gilt den Familien der Ermordeten sowie den vielen Verletzten.»

Faeser: Gefahr durch islamistischen Terror bleibt akut

Bundesinnenminister Nancy Faeser (SPD) hält nach derzeitigem Stand Islamisten für den schweren Anschlag verantwortlich. «Nach allem, was bisher bekannt ist, ist davon auszugehen, dass die Terrorgruppe "Islamischer Staat Provinz Khorasan" den mörderischen Terroranschlag in der Nähe von Moskau zu verantworten hat», sagte sie der «Süddeutschen Zeitung».

Von dieser Gruppe gehe derzeit auch in Deutschland die größte islamistische Bedrohung aus, sagte Faeser. «Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus bleibt akut.»

Nato-Sprecherin: Nichts kann Anschlag bei Moskau rechtfertigen

Die Nato hat bestürzt auf den Anschlag bei Moskau reagiert. «Wir verurteilen die Anschläge auf Konzertbesucher in Moskau auf das Schärfste. Nichts kann solche abscheulichen Verbrechen rechtfertigen», erklärte eine Sprecherin. «Unser tiefes Beileid gilt den Opfern und ihren Familien.»

Großbritanniens Außenminister David Cameron hat den tödlichen Anschlag auf eine Konzerthalle nahe Moskau verurteilt und den betroffenen Familien sein Beileid ausgesprochen. «Das Vereinigte Königreich verurteilt den tödlichen Terrorangriff auf die Crocus City Hall nahe Moskau aufs Schärfste», teilte Cameron am Samstagmorgen auf der Plattform X (früher Twitter) mit. Die Familien der vielen Opfer hätten sein tiefstes Mitgefühl. «Nichts kann jemals solch schreckliche Gewalt rechtfertigen.»

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Bestürzung auf den tödlichen Anschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau reagiert. Frankreich verurteile den Terroranschlag aufs Schärfste, schrieb er auf der Plattform X (früher Twitter). Macron bekundete seine Solidarität «mit den Familien der Opfer, den Verletzten und dem russischen Volk.»

Taliban verurteilen Anschlag scharf

Auch die in Afghanistan herrschenden Taliban verurteilen den Anschlag scharf. Es sei eine «koordinierte, klare und entschlossene Haltung» der Länder in der Region gegen Terror erforderlich, schrieb der Sprecher des Taliban-Außenministeriums, Abdul Kahar Balchi, am Samstag auf der Plattform X (ehemals Twitter).

Der IS ist mit einem regionalen Ableger auch im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aktiv. Die Terrorgruppe steht im Konflikt mit den islamistischen Taliban, die bei ihrer erneuten Machtübernahme vor zweieinhalb Jahren Sicherheit versprochen hatten. In einem Abkommen mit den USA hatten sich die Taliban verpflichtet, dass keine Terrorgefahr mehr von afghanischem Boden ausgehe.

Balchi bezeichnete den IS als eine Gruppe «in den Händen von Geheimdiensten, die darauf abzielt, den Islam zu diffamieren». Erst am Donnerstag hatte die Terrormiliz einen Anschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar für sich reklamiert. Die Stadt gilt mit dem Wohnsitz des Taliban-Führers Haibatullah Achundsada als religiöses und politisches Machtzentrum.

USA verurteilen Terror

Die US-Regierung hat den Terroranschlag bei Moskau aufs Schärfste verurteilt. Es handle sich um ein «abscheuliches Verbrechen», teilte US-Außenminister Antony Blinken mit. «Wir verurteilen den Terrorismus in all seinen Formen und stehen in Solidarität mit dem russischen Volk, das den Verlust von Menschenleben durch dieses schreckliche Ereignis betrauert.» Den Angehörigen der Opfer spreche die US-Regierung ihr Beileid aus.

© dpa
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