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Neuer Ort, neuer Hörsaal: So gelingt der Hochschulwechsel

Von Hamburg nach München, von Erlangen nach Leipzig: Wer den Studienort wechseln will, muss nicht immer warten, bis der Bachelor absolviert ist. Stichwort: Hochschulwechsel. Doch es gibt auch Hürden.
Hochschulwechsel
Viel auf dem Schreibtisch: Wer mitten im Bachelor oder Master die Hochschule wechseln will, muss sich um einiges kümmern, etwa um die Anerkennung der bisherigen Leistungen. © Markus Hibbeler/dpa-tmn

Vielleicht hat man an der Wunschhochschule zunächst keinen Platz bekommen, der Studienort sagt einem nicht zu, die Partnerin oder der Partner lebt an einem anderen Ort - oder eine andere Hochschule bietet mehr Seminare zu interessanten Themen: Die Gründe, warum Studierende mitten im Bachelor- oder Masterstudium die Hochschule wechseln möchten, können ganz unterschiedlich aussehen.

Immer gilt jedoch: Wer im höheren Fachsemester wechseln will, muss die Anforderungen an der Wunschuni genau in den Blick nehmen. Sonst droht der Wechsel zur Sackgasse zu werden.

Und was Wechselwillige beachten müssen, ist teils sehr komplex. «Jedes Bundesland hat andere hochschulrechtliche Rahmenbedingungen», sagt Ursula Pitsch von der Zentralen Studienberatung an der Universität zu Köln. Wer die Uni wechseln will, sollte sich daher zunächst an die Zielhochschule wenden und dort beispielsweise folgende Punkte klären: Gibt es Zulassungsbeschränkungen für höhere Semester, wie sehen die Zugangsbedingungen und das Bewerbungsverfahren aus? Welche Einschreibefristen gelten?

Querwechsel: Mehr Semester einplanen

«Wechselwillige sind zudem gegenüber dem Prüfungsamt der Zielhochschule verpflichtet offenzulegen, ob sie an ihrer aktuellen Universität noch einen Prüfungsanspruch haben», erklärt Pitsch. Wurde eine Prüfung endgültig nicht bestanden, ist das nicht der Fall. Und das heißt auch: Ein Wechsel auf eine andere Hochschule ist im selben Studiengang nicht mehr möglich.

Generell denkbar ist allerdings nicht nur ein Wechsel in einen Studiengang, der genau die gleiche Bezeichnung hat. Auch ein Querwechsel in einen ähnlichen Studiengang ist oft machbar. Die Frage sei dann nur, inwieweit alle bisherigen Studienleistungen an der Zielhochschule anerkannt würden, sagt Beate Lipps, Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (GIBeT).

Das lässt sich über die Fachstudienberatung oder das Prüfungsamt an der Zielhochschule klären. Generell gilt: «Je weiter jemand mit seinem oder ihrem Studium ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ein Quereinstieg ohne größere Verzögerung im Studium gelingt», so Lipps. Im Zweifel muss man also mehr Semester einplanen.

Fächerkombis müssen passen

Zur Sackgasse kann der Wechselplan allerdings in Studiengängen mit Numerus Clausus werden. Besteht für den Studiengang eine Zulassungsbeschränkung, kommt jemand Neues nur dann hinein, wenn ein anderer Studierender den Studiengang verlässt - durch Exmatrikulation oder Fachwechsel. «Zum Zuge kommen zunächst die Ortswechsler und erst dann Quereinsteiger», sagt Pitsch.

Auch für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist ein Hochschulwechsel nicht ganz einfach. «Die Fächerkombinationen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden», erklärt Lipps. Nicht ausgeschlossen ist, dass Lehramtskandidaten ein ganzes Fach nachstudieren müssen - womit sich das Studium in die Länge zieht. Pitsch nennt ein Beispiel: Jemand möchte von einer Hochschule in NRW auf eine in Bayern wechseln. In NRW gibt es einen Lehramtsstudiengang mit dem Fach Niederländisch, in Bayern nicht. In dem Fall müssten sich also Studierende für ein neues Fach entscheiden - und sich dafür zum ersten Fachsemester neu bewerben.

Hat es geklappt und man bekommt einen Platz an der Wunschhochschule, steht allerdings ein weiterer Schritt auf dem Plan: Wechselwillige müssen dort die bereits erbrachten Leistungen nachweisen und sich anrechnen lassen. «Anlaufstelle ist hier das Prüfungsamt oder die Fachstudienberatung der Zielhochschule», so Lipps. Sinnvoll in jedem Fall: Vorab Kontakt mit der Fachstudienberatung oder der Zentralen Studienberatung aufnehmen und sich beraten lassen.

Wichtig für Bafög-Empfänger: Vorab mit dem Bafög-Amt klären, ob die Förderung nach dem Wechsel weiterlaufen kann. Das ist etwa beim Wechsel der Fächer nicht immer der Fall.

Nochmal Ersti spielen

Alle Voraussetzungen erfüllt, alle Formalitäten erledigt? Dann ist es Zeit, sich mit der neuen Hochschule vertraut zu machen. Viele Infos sowie Modulhandbücher für die jeweiligen Fächer gibt es zumeist auf der Webseite der jeweiligen Uni. Und dann macht es natürlich Sinn, mal bei der entsprechenden Fachschaft vorbeizuschauen.

Außerdem ein Tipp, selbst wenn man schon im zweiten, dritten oder vierten Fachsemester ist: Angebote für Neulinge nutzen. «Um letztendlich an der neuen Hochschule gut anzukommen, bietet es sich auch an, die Erstsemester-Veranstaltungen zu besuchen und dort Kontakte zu knüpfen», sagt Ursula Pitsch. Hilfreich kann zudem die Teilnahme an Orientierungsrundgängen über den Campus sein. Schließlich heißt ein Hochschulwechsel immer auch: Neue Hörsäle, neue Bibliotheken und Co. Auch hier will sich zurechtgefunden werden.

© dpa ⁄ Sabine Meuter, dpa
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