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Spielzeug nachhaltig kaufen

Knallige Farben, glatte Oberflächen, blinkende Lichter - solche Spielwaren ziehen Kinder magisch an. Wer seinem Nachwuchs und der Umwelt etwas Gutes tun will, achtet beim Kauf auf Nachhaltigkeit.
Spielzeug nachhaltig kaufen
Spielzeug nachhaltig kaufen

Spielzeug, das in Deutschland in einem Geschäft verkauft wird, muss strengen gesetzlichen Vorschriften entsprechen. «Die Spielzeugrichtlinie regelt, welche Sicherheitsanforderungen bei der Herstellung von Spielzeug gelten. Sie legt Grenzwerte etwa für Schadstoffe fest», sagt Bastian Kortus vom Umweltbundesamt. 

«Kaufen Eltern hingegen Spielzeug in Online-Shops, in denen auch Produkte aus fernen Ländern angeboten werden, können sie nicht automatisch sicher sein, dass die Ware den europäischen Sicherheitsstandards entspricht», so der Fachmann.

Immer wieder finden unabhängige Stellen wie Stiftung Warentest oder Öko-Test Mängel in Spielzeug, warnen Verbraucherschützer. Daher raten sie Eltern, Spielzeug nur bei seriösen Händlern mit Sitz in der EU zu kaufen - am besten im Laden, denn diese Ware ist geprüft.

Realität versus Kennzeichnung

Damit Kinder lange Freude an Spielsachen haben, sind Qualität und gute Verarbeitung wichtig. Die CE-Kennzeichnung ist dabei kein sicherer Hinweis, schreibt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dabei handelt es sich nicht um ein Prüfsiegel.

Mit dem Zeichen bestätigen Hersteller nur, dass ihre Ware alle Sicherheits­anforderungen erfüllt. Die Realität sieht laut BUND oft anders aus: Spielzeug könne dennoch mit Schadstoffen - weit über den gesetzlichen Grenzwerten - belastet sein. 

Auf Siegel und Kennzeichnungen achten

Wollen Eltern auf der sicheren Seite sein, sollten sie auf Siegel achten - insbesondere wenn ihnen Kriterien wie Nachhaltigkeit, Umwelt und faire Arbeitsbedingungen am Herzen liegen.

«Der Blaue Engel geht in Bezug auf die Begrenzung des Schadstoffgehalts etwa über die gesetzlichen Mindestanforderungen der europäischen Spielzeugrichtlinie hinaus», erklärt Kortus. Neben Schadstoffen und Sicherheit nehmen manche Prüfinstitute auch die Produktionsbedingungen genauer unter die Lupe. 

Das Gütesiegel Fair Toys Organisation setzt sich laut «Öko-Test» etwa dafür ein, dass sich ein Hersteller «ernsthaft für arbeitsrechtliche Verbesserungen in seiner Zulieferkette» engagiert. 

Tipp: Einen guten Überblick zu Siegeln gibt es online beim BUND unter: https://www.bund.net/themen/chemie/toxfox/spielzeugsiegel/.

Wollen Eltern sich unabhängig zur Bewertung von Schadstoffen und Sicherheit von Spielzeug informieren, finden sie auch beim Bundesinstitut für Risikobewertung hilfreiche Fakten.

Plastik versus Holz

Aber auch die verwendeten Materialien spielen beim Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. «Grundsätzlich gibt es keinen Grund, Plastikspielzeug zu verteufeln. Denn Kunststoff kann man in unterschiedlichen Qualitäten herstellen», sagt Kortus.

Beim Kauf von Plastikspielsachen sollten Eltern sich auf ihre Nase verlassen. «Wenn Spielsachen chemisch riechen, ist das ein schlechtes Zeichen», sagt Kortus. Auch Weichmacher können gesundheitliche Probleme verursachen.

Umweltbewusste Käufer schauen genau hin. «Kunststoffe werden häufig auf Erdölbasis hergestellt. Die Mineralöl-Gewinnung kann mit umstrittenen umweltschädlichen Verfahren, wie dem Fracking, verbunden sein», so der Fachmann vom Umweltbundesamt. 

Hinzu kommt, dass Erdöl zu den endlichen Rohstoffen gehört. «Es gibt aber auch Spielzeug, das aus Recycling-Kunststoffen oder Bio-Kunststoffen hergestellt wird», erklärt Kortus. Meist werben die Hersteller damit offensiv.

Wollen Eltern auf langlebige Produkte setzen, sind Holzspielsachen eine gute Wahl. Zumal Holz zu den nachwachsenden Rohstoffen gehört. Am FSC-Siegel können Eltern erkennen: Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, erklären die Verbraucherzentralen.

Tipp: Wünscht sich ein Kind ein bestimmtes Spielzeug unbedingt, können Eltern auf Online-Plattformen oder Flohmärkten nach gebrauchter Ware suchen. Oder sie fragen im Freundeskreis, wer das begehrte Teil hat und ob es das eigene Kind mal ausleihen kann.

© dpa
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