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documenta: Petition zum Erhalt der Kunstfreiheit übergeben

Die Initiative «#standwithdocumenta» wehrt sich gegen Eingriffe der Politik in die Kunstfreiheit. Eine entsprechende Petition hat sie nun an die Verantwortlichen der documenta übergeben.
documenta fifteen
Die documenta fifteen 2022 war von einem Antisemitismus-Eklat überschattet worden. © Uwe Zucchi/dpa

Die Initiative «#standwithdocumenta» hat am Donnerstag in Kassel ihre Petition zum Erhalt der Kunstfreiheit bei der documenta an den Aufsichtsratsvorsitzenden der documenta gGmbH, Kassels Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne), und Hessens Kunstminister Timon Gremmels (SPD) übergeben. Hintergrund sind die möglichen Verhaltenskodexe, die eine Managementberatung in ihrem Abschlussbericht zur Aufarbeitung des Antisemitismus-Debakels der fünfzehnten Ausgabe der Weltkunstausstellung im Sommer 2022 vorgeschlagen hat. Diesen sogenannten Codes of Conduct, die den Schutz der Menschenwürde sowie der Kunstfreiheit gewährleisten sollen, sollen sich die Geschäftsleitung und die Künstlerische Leitung jeweils verpflichten. 

Die Initiative sieht dadurch die Kunstfreiheit gefährdet und stellt sich mit der Petition, die bis zur Übergabe rund 4000 Menschen unterschrieben hatten, gegen Versuche politischer Einflussnahme auf die documenta. «Wir haben den Eindruck, dass es doch sehr viele Bestrebungen gibt, die volle Kunstfreiheit in ihrem gesetzlichen Umfang infrage zu stellen oder durch Reglementierungen wenigstens einzudämmen», sagte der Sprecher der Initiative Wendelin Göbel am Donnerstag. Das Ziel der Initiative sei «Hände weg vom Grundgesetz. Hände weg von der Kunstfreiheit.»

Im Einklang mit der Kunstfreiheit

Schoeller betonte, die Gremien der documenta gGmbH würden selbstverständlich ausschließlich Maßnahmen ergreifen, die im Einklang mit der grundgesetzlich garantierten Kunstfreiheit stehen. «Wir werden dafür sehr gute Lösungen finden, die erstens die Einhaltung der Kunstfreiheit wahren, die zweitens auch von einem Selbstverständnis künstlerischer Freiheit ausgehen und die drittens aber auch einen effektiven Schutz menschlicher Würde auf der Ausstellung gewährleisten.»

Kunstminister Gremmels erklärte, er wolle die documenta als Ort zeitgenössischer Kunst und Kultur mit globalem und internationalem Anspruch aufrechterhalten und weiterentwickeln. Sein Ziel sei eine documenta, bei der Kunstfreiheit ganz groß geschrieben werde. Die Petition richtet sich ebenfalls an Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne). Ihr soll sie laut der Initiative auf separatem Weg übergeben werden. 

Bereits die documenta fifteen 2022 war von einem Antisemitismus-Eklat überschattet worden. Nach erneuten Antisemitismus-Vorwürfen gegen ein Mitglied der Findungskommission für die Künstlerische Leitung der documenta 16 war Mitte November 2023 zunächst dieses Mitglied und später die gesamte Findungskommission zurückgetreten. Die documenta gilt neben der Biennale in Venedig als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst. Die 16. Ausgabe der Schau soll vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel stattfinden.

© dpa
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