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Stolz statt Enttäuschung: Eishockey-Team hakt Aus schnell ab

Die Serie gegen die Schweiz ist beendet, diesmal wird es keine WM-Medaille geben. Vize-Weltmeister Deutschland scheitert im WM-Viertelfinale am Erzrivalen, gegen den es zuletzt stets geklappt hatte.
Schweiz - Deutschland
Die deutschen Eishockey-Spieler wollen den Kopf nicht hängen lassen und es nächstes Jahr wieder versuchen. © Pryèek Vladimír/CTK/dpa

Die Enttäuschung über den verpassten erneuten WM-Coup der deutschen Eishockey-Cracks gegen die Schweiz war schnell verflogen. «Ich bin stolz auf die Mannschaft», sagte NHL-Profi Nico Sturm. «Wir haben uns sehr, sehr gut verkauft.»

Die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis verlor mit 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) das WM-Viertelfinale in Ostrava gegen den Erzrivalen, gegen den sie 2021 und 2023 jeweils noch gewonnen und das Halbfinale erreicht hatte. «Es gibt kein Abo für Viertelfinale, Halbfinale, Finale», erklärte der Coach, der sein Team im vergangenen Jahr als Vize-Weltmeister noch zu ersten WM-Medaille seit 70 Jahren geführt hatte.

Die Eidgenossen revanchierten sich auch für das Viertelfinal-Aus 2010 und die Niederlage im Entscheidungsspiel bei Olympia 2018. In allen Spielen war die Schweiz jeweils der Favorit gewesen. Diesmal brachte sie es mit sechs NHL-Spielern um Topstar Roman Josi von Nashville Predators auch erstmals aufs Eis. «Die Freude ist riesig, die Erleichterung groß», sagte der Weltklasse-Verteidiger.

Ehliz: «Wir waren immer zu langsam»

«Respekt vor den Schweizern. Das haben sie gut gespielt heute», sagte Angreifer Yasin Ehliz. Dominik Kahun (32. Minute) vom SC Bern schoss das einzige deutsche Tor in Überzahl. Christoph Bertschy (8./60.) sogar in Unterzahl und mit einem Treffer ins leere deutsche Tor sowie NHL-Top-Stürmer Nico Hischier (17.) erzielten die Tore für die Schweiz, die Schwächen in der deutschen Abwehr zu Beginn noch konsequent ausnutzten. 

«Die ersten 20 Minuten waren unser Problem. Wir waren immer zu langsam», schimpfte Ehliz und Sturm meinte: «Der Beginn war der Unterschied heute. Es wäre wieder möglich gewesen.» Tatsächlich war das erste Drittel mit das schlechteste des deutschen Teams in diesem Turnier. Der Respekt vor Power-Verteidiger Josi oder New Jerseys Hischier war extrem groß. 

Bertschy in Schweizer Unterzahl und Hischier nutzten die deutschen Fehler zu Beginn gnadenlos aus. Deutschland reagierte nur. «Auf diesem Niveau in einer Endrunde entscheiden Kleinigkeiten Spiele», merkte Kapitän Müller an. «Im ersten Drittel haben wir das Ding verspielt», ärgerte sich JJ Peterka.

Neuer WM-Rekord für deutsche Mannschaft

Druck auf das Schweizer Tor machten die Deutschen aber erst zum Ende des zweiten Drittels in Überzahl. Der Schweizer Schlussmann Leonardo Genoni musste gegen die bisher so treffsichere deutsche Offensive lange Zeit kaum eingreifen. 34 Treffer nach der Vorrunde ist WM-Rekord für eine deutsche Nationalmannschaft. «Das können wir auf jeden Fall mitnehmen», sagte Ehliz weiter zum deutschen WM-Turnier, das trotz des schlechten Starts gegen die Schweiz beinahe trotzdem wieder zu einem Viertelfinal-Erfolg geführt hätte.

Ein hartes Foul an NHL-Stürmer Peterka im Mittelabschnitt brachte den bis dahin ideenlosen Vize-Weltmeister zurück ins Spiel. Die bis dahin so überlegenen Schweizer hörten plötzlich auf, Eishockey zu spielen. «Es hat gedauert bis wir gemerkt haben, dass wir hier mitspielen können», sagte Sturm. Erinnerungen an Riga 2021 kamen hoch. Damals lag die DEB-Auswahl auch nach dem ersten Drittel mit 0:2 zurück und siegte am Ende doch noch nach Penaltyschießen. 

Die Hoffnung des deutschen Stürmers bewahrheitete sich nicht. Die DEB-Auswahl versuchte Druck aufzubauen, konnte Genoni im Schweizer Tor aber nicht bezwingen und musste sich erstmals seit der WM 1992 in Prag der Schweiz in der K.o.-Runde geschlagen geben. Bertschy traf zur Entscheidung, als Deutschland Grubauer zugunsten eines weiteren Feldspielers aus dem Tor genommen hatte. «Wir haben dennoch eine richtig gute WM gespielt», erklärte Jonas Müller. «Nächstes Jahr greifen wir wieder vorn vorne an.»

© dpa ⁄ Tobias Brinkmann, dpa
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