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Kroos ist zurück und sogar für Hoeneß «der Richtige»

Erstes Training, erste Pressekonferenz: Toni Kroos gehört die Bühne beim großen DFB-Comeback. Er tritt auf wie ein Souverän, der weiß, was er tut und was er will.
Toni Kroos
Zurück in der Nationalmannschaft: Toni Kroos. © Arne Dedert/dpa

Der Königliche ist zurück - und das im Habitus eines Souveräns. Die ersten Comeback-Auftritte im Fußball-Nationalteam zelebrierte Toni Kroos auf dem Platz und auf dem DFB-Podium im Selbstverständnis eines Fußball-Champions.

Vom EM-Thron sprach der 34 Jahre alte Trophäensammler von Real Madrid in seiner reifen und selbstbewussten Klartext-Pressekonferenz auf dem Verbandscampus freilich nicht. Dafür ist Kroos zu sehr Realist - und die seit sechs Jahren notorisch erfolglose Nationalelf eben nicht Real Madrid.

Warum Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn zur dringend benötigten Führungsfigur für seinen radikal umgebauten Kader und das so wichtige Heimturnier im Sommer erkoren hat, wurde durch das Auftreten von Kroos deutlich. Er überhöhte seinen Rückkehr-Effekt nicht. «Es ist nicht so, der kommt jetzt wieder - und gut ist», sagte er.

Kroos redete die Bedeutung und Wirkung seiner Rückkehr aber auch nicht klein. Fast drei Jahre nach seinem freiwilligen Rückzug aus der Nationalmannschaft ist er mit klaren Ambitionen heimgekehrt. «Das bekommt man aus mir leider nicht heraus, das kauft man quasi mit ein, dieses Selbstverständnis, Erfolg haben zu wollen», verkündete Kroos.

Klare Comeback-Zielsetzung

Darum geht es, für ihn selbst - und für Nagelsmann, der Kroos als ein entscheidendes Puzzle-Teil in seinem vor den großen EM-Tests gegen Frankreich am Samstag (21.00 Uhr/ZDF) in Lyon und danach gegen die Niederlande stark veränderten Kader ansieht.

«Wenn wir in der Vorrunde ausscheiden, dann würde ich keinen grünen Haken dahintersetzen», sagte Kroos auf die Frage, wann die EM für ihn als Erfolg zu werten sei. «Es wäre - Stand jetzt - ein Stück weit vermessen zu sagen, es ist nur ein Erfolg, wenn es der Titel wird.» Dafür seien die jüngsten Ergebnisse und die Stimmung im Land «nicht so dolle» gewesen. «Mit Sicherheit würde ich aber gerne die eine oder andere K.o.-Runde noch aktiv im Turnier miterleben.» Das hieße also mindestens Viertelfinale.

Von seinen 106 Länderspielen beendete Kroos 67 als Sieger und nur 20 als Verlierer, aber eben auch sein bislang letztes beim deutschen EM-Aus 2021 im Achtelfinale gegen England in Wembley. Danach fand übrigens nicht nur Kroos selbst, dass seine DFB-Zeit enden sollte. Jetzt will er doch noch ein positiveres Kapitel hinzufügen, auch wenn er versicherte: «Ich glaube nicht, dass ich irgendjemandem noch etwas beweisen muss.» Oder doch?

Hoeneß denkt um, Rummenigges Turnierwunsch

Als sein Comeback ernsthaft zum Thema wurde, rief nicht jeder in Deutschland «Hurra». Bayern-Patron Uli Hoeneß sprach sogar von einem «Titanic-Signal». Nun folgte die verbale Kehrtwende: «Im Moment begrüße ich das schon, dass Toni Kroos zurückkommt, weil wir von den Persönlichkeiten im Moment nicht so die große Auswahl haben. Jetzt hat sich Julian Nagelsmann entschieden, sehr viele junge Spieler zu holen. In so einem Umfeld ist ein erfahrener Spieler wie Toni Kroos vielleicht der Richtige», sagte Bayerns Ehrenpräsident in München. «Ich hoffe, dass ich diese Aussage von Uli Hoeneß bestätigen kann», lautete die freundliche Kroos-Replik.

Bei der feierlichen Eröffnung einer Sonderausstellung anlässlich des 80. Geburtstags von Torwartlegende Sepp Maier in der Allianz Arena, wo die DFB-Auswahl um Kroos am 14. Juni mit dem Gruppenspiel gegen Schottland die EM eröffnet, äußerte sich auch der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, wenngleich etwas reservierter als Kroos-Kritiker Hoeneß. «Die Not am Mann scheint groß zu sein in der Nationalmannschaft», sagte er.

Dafür sei der Bundestrainer da, solche Entscheidungen zu treffen. «Wenn er sie so fällt, wie er sie fällt, dann hoffe ich, dass es funktioniert. Wir wünschen uns alle in Deutschland, dass wir endlich wieder ein erfolgreiches Turnier spielen», sagte Rummenigge. Drei Turniere am Stück habe man «in den Sand gesetzt», erinnerte der frühere DFB-Kapitän.

Neuer und ter Stegen im großen Torwart-Duell

An zwei Turnier-Flops - WM 2018 und EM 2021 - war auch Kroos aktiv beteiligt. So wie übrigens auch Weltmeister-Kollege Manuel Neuer, der sich beim intensiven Training ein Torwart-Duell auf höchsten Niveau mit dem ewigen Turnier-Bankdrücker Marc-André ter Stegen lieferte. Erwartet wird, dass der nach seinem schweren Skiunfall nach der WM 2022 nun in den DFB-Kreis zurückgekehrte Neuer von Chefcoach Nagelsmann noch vor dem Spiel in Frankreich als Nummer 1 für die Europameisterschaft ausgerufen wird.

Die Kroos-Rolle haben sowohl Nagelsmann als auch der Spieler selbst schon klar skizziert. In seiner EM-Wunschelf bekommt Kroos von Nagelsmann einen exponierten Platz. «Er kann ein genialer Verbindungsspieler sein zwischen Defensive und Offensive», sagte der 36-Jährige.

Musiala und Wirtz zum Zaubern bringen

Mit einem Fußball-Arbeiter wie dem Leverkusener Robert Andrich oder Brightons Pascal Groß an der Seite will Kroos in der Schaltzentrale «alle Facetten» des Mittelfeldspiels einbringen: «Das defensiv Denkende, das offensiv Denkende, Sicherheit zu geben, Bälle nach vorne zu spielen, das Spiel schnell zu machen oder zu beruhigen.» Kapitän Ilkay Gündogan muss in Nagelsmanns Kroos-Kosmos weiter nach vorne rücken auf die Zehner-Position - und Joshua Kimmich aus der Mittelfeldzentrale nach rechts hinten.

Einen zentralen Arbeitsauftrag sieht der fünfmalige Champions-League-Sieger Kroos für sich auch darin, die Jungstars Jamal Musiala (21) und Florian Wirtz (20) zum Zaubern zu bringen. «Es ist toll, dass wir solche Spieler haben. Und jetzt ist die Aufgabe, dass wir deren volle Qualität genießen dürfen, dass sie den Fußball zeigen, den sie in ihren Beinen haben. Darin sehe ich auch eine meiner Aufgaben.» Und daran will Kroos nun in jeder Trainingseinheit und den noch vier Testspielen bis zum EM-Ernstfall arbeiten. «Jetzt geht's ans Machen, das ist der Grund, warum ich zurückgekommen bin, weil ich wieder bei der Mannschaft sein wollte.»

© dpa ⁄ Klaus Bergmann, Arne Richter und Martin Moravec, dpa
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