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Ferrari-Teamchef kritisiert Wolff-Ermittlungen: «Peinlich»

Der angebliche Geheimnisverrat hat in der Formel 1 für Aufregung gesorgt. Ferrari-Teamchef Vasseur hat zu den Ermittlungen des Weltverbands gegen Toto Wolff und dessen Frau Susie eine klare Meinung.
Frederic Vasseur
Frederic Vasseur ist der Teamchef von Ferrari. © David Davies/PA Wire/dpa

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur (55) hat die schnell wieder eingestellten Ermittlungen in der Formel 1 wegen angeblichen Geheimnisverrats gegen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und dessen Frau scharf kritisiert.

«Ich denke, diese Geschichte ist ziemlich peinlich für unseren Sport», äußerte der Franzose übereinstimmenden Medienberichten zufolge bei einer Veranstaltung in Maranello. «Die Geschichte begann mit einem Artikel in einer Zeitung, ich weiß nicht, ob Zeitung das richtige Wort ist. In dieser Situation, wenn man über eine Person spricht, muss man aufpassen, was man sagt.»

Der Motorsport-Weltverband Fia hatte Anfang Dezember die Prüfung von Medienberichten angekündigt, denen zufolge einem Formel-1-Teamchef von einem Mitarbeiter des Rechteinhabers vertrauliche Informationen zugespielt worden seien.

Auslöser war der Bericht eines Portals

Hintergrund war der Bericht eines Portals über einen angeblichen Interessenkonflikt bei Wolff und seiner Frau Susie, über den sich angeblich andere Formel-1-Funktionäre bei Fia-Präsident Mohammed Ben Sulayem beschwert haben sollen.

Demnach soll die beim Formel-1-Vermarkter FOM beschäftigte Susie Wolff als Geschäftsführerin der Formel-1-Akademie Zugang zu vertraulichem Wissen aus der Spitze der Rennserie haben und dies angeblich mit ihrem Mann geteilt haben. Toto Wolff könnte im Gegenzug seine Frau über Gespräche zwischen den Teamchefs in Kenntnis gesetzt haben, sodass diese Informationen wiederum zum Rechteinhaber gelangten.

Ermittlungen wurden schnell wieder eingestellt

Die neun anderen Teams der Motorsport-Königsklasse veröffentlichten kurz danach weitgehend gleichlautende Mitteilungen, in denen sie versicherten, dass sie keinerlei Beschwerden wegen eines möglichen Interessenkonflikts beim Weltverband eingelegt hätten.

Die Ermittlungen wurden nach nicht einmal zwei Tagen schon wieder eingestellt. Mercedes lässt sich seitdem rechtliche Schritte gegen den Weltverband offen. Susie Wolff hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Online-Hass gegen sich und ihre Familie berichtet.

Nach Vasseurs Einschätzung wäre es «von der Fia angemessen gewesen», wenn sie die Zeit rund um die Ankündigung der Ermittlungen genutzt hätte, «um falsche Schlüsse zu vermeiden.» Vasseur und Toto Wolff kennen sich schon lange aus gemeinsamen Motorsportzeiten.

© dpa
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