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Werder im doppelten Videobeweis-Glück gegen Darmstadt

Werder verpasst die Chance, noch näher an die Europapokal-Plätze zu kommen. Das 1:1 gegen Darmstadt 98 ist zu wenig. Aber auch dem wacker kämpfenden Tabellenletzten nutzt das Remis kaum etwas.
Werder Bremen - Darmstadt 98
Werders Mitchell Weiser (l) kämpft gegen Darmstadts Matej Maglica um den Ball. © Carmen Jaspersen/dpa

Werder Bremen kann gegen die Aufsteiger der Fußball-Bundesliga nicht gewinnen. Nach zwei Niederlagen gegen den Neuling 1. FC Heidenheim kamen die Hanseaten gegen Darmstadt 98 nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus.

In der Hinrunde hatten die Hessen mit 4:2 gegen Werder gewonnen. Das Remis half allerdings keiner der beiden Mannschaften weiter: den Bremern nicht beim möglichen Rennen um die Europapokal-Plätze, dem Tabellenletzten aus Darmstadt nicht im Kampf um den Klassenverbleib. 

Die Gäste machten sich vor 41.500 Zuschauern das Leben zudem selbst schwer. Christoph Zimmermann (9. Minute) brachte sein Team durch ein Eigentor ins Hintertreffen. Julian Justvan (33.) gelang immerhin der Ausgleich. 

Der Punkt der Hessen war nicht unverdient. Die Bremer waren zwar die klar spielbestimmende Mannschaft, die Darmstädter wehrten sich aber tapfer - und hatten doppeltes Pech: Zweimal wurde der vermeintliche Siegtreffer durch Tim Skarke (78./90.+5) jeweils nach Videobeweis aberkannt. Damit verlängerte sich Darmstadts Sieglos-Serie auf 16 Spiele.  

Werder begann mit dem Selbstvertrauen aus der Positivserie, die sie aus der Abstiegszone bis in die Nähe der Europapokal-Plätze gebracht hatte. Von Beginn an waren die Bremer überlegen gegen die zunächst verunsichert wirkenden Darmstädter. Zudem mussten die Hessen an der Seitenlinie ohne ihren gelbgesperrten Trainer Torsten Lieberknecht auskommen. Ihn vertrat sein Assistent Ovid Hajou. 

Schon in der zweiten Minute hatte Romano Schmid nach schöner Einzelleistung von Justin Njinmah die Chance zur Führung, verzog aber aus kurzer Entfernung. Die Offensiv-Bemühungen der Hanseaten belohnten die Gäste - unfreiwillig. Nach einer Flanke bugsierte der Darmstädter Zimmermann den Ball bei seinem Rettungsversuch ins eigene Tor. 

Auch in der Folgezeit hatte Werder dem Anschein nach alles im Griff. Die Hessen kamen zunächst nur selten vor das Tor der Gastgeber. Die Abwehrkette funktionierte auch ohne den verletzten Chef Marco Friedl. Seine Aufgabe übernahm Christian Groß. In der 18. Minute kam Marvin Ducksch im Zweikampf mit Darmstadts Torwart Marcel Schuhen zu Fall. Schiedsrichter Florian Badstübner zeigte auf den Elfmeterpunkt. Nach Videobeweis nahm er die Entscheidung zurück und gab Nationalspieler Ducksch die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe. 

Die Bremer hatten ein Übergewicht. Doch zu oft fehlte die Präzision beim letzten Pass. Die Gäste bekamen zunehmend einen besseren Zugriff aufs Spiel. Dennoch war der Ausgleich ein wenig überraschend, als Justvan aus 22 Metern traf. 

Und der Tabellenletzte hatte gleich nach der Pause sogar die Möglichkeit zur Führung. Doch Marvin Mehlem (49.) verzog aus aussichtsreicher Position. Danach war Werder weiter spielbestimmend. Njinmah (60.) scheiterte bei der besten Bremer Chance am stark reagierenden Schuhen. Am Ende hatte Werder sogar Glück, dass die Darmstädter Treffer durch Skarke nicht zählten - und damit unter anderem ein kapitaler Fehler von Werder-Torwart Michael Zetterer in den Schlusssekunden ohne Auswirkungen blieb. 

© dpa ⁄ Claas Hennig, dpa
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