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Auktion der TV-Rechte: Woher sollen die Milliarden kommen?

Nichts ist für die Bundesliga so überlebenswichtig wie der Verkauf der Fernsehrechte. Aber wer aus der kriselnden Medien-Branche bietet bei der Auktion mit? Ein Blick auf DAZN, Sky, Netflix und Co.
Fußball im Fernsehen
Der Verkauf der TV-Rechte geht in die entscheidende Phase. © Tom Weller/dpa

Für den wichtigsten Job der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden bald fünf führende Mitarbeiter die Zentrale in der Frankfurter Guiollettstraße verlassen. An einem geheimen Ort werden sie knapp zwei Wochen lang die Auktion der TV-Rechte durchführen. Und die soll wieder mehrere Milliarden Euro in die Kasse spülen.

Geschäftsführer Steffen Merkel gibt sich optimistisch - und die Liga hofft, dass es zumindest kein Minus im Vergleich zur bisher letzten Ausschreibung gibt.

Knapp drei Wochen vor dem Start sagte Merkel der Deutschen Presse-Agentur: «Wir gehen selbstbewusst in die Auktionen.» Zu konkreten Zahlen wollte sich der DFL-Geschäftsführer aber nicht äußern. Derzeit nimmt die Liga durchschnittlich rund 1,1 Milliarden Euro pro Saison ein.

«Sind Steigerungsraten von 60 oder 80 Prozent wie 2012 oder 2016 in diesem Marktumfeld momentan realistisch», lautete Merkels rhetorische Frage bei der Präsentation der sieben Live- und acht Highlight-Pakete. Und er antwortete: «Nein, natürlich nicht. Das wissen auch alle. Das wissen die Sender, das wissen auch die Clubs. Das weiß auch die DFL.»

Probleme bei Sky und DAZN

Das liegt vor allem an den Problemen von Sky und DAZN, die Kosten der teuren Rechte bei ihren Abo-Kunden wieder hereinzuholen. Die derzeitigen Pay-Partner zahlen der Liga deutlich mehr als 80 Prozent der 4,4 Milliarden für vier Jahre. Merkel und sein Team um Rechte-Direktor Marcus Beisiegel hoffen daher auf neue Konkurrenten. Aber wer könnte das sein? Kurz vor der Mitte April startenden Auktion äußern sich die Sender und Medien-Unternehmen gar nicht mehr oder nur vage.

RTL signalisiert vorsichtig Interesse

«Wir schauen uns alles an, was an Sportrechten auf den Markt kommt - natürlich auch die Bundesliga-Rechte», sagte RTL-Chef Thomas Rabe vor wenigen Tagen in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. «Die Sportrechte spielen für uns eine große Rolle. Das gilt sowohl für RTL, also für lineares TV, als auch für RTL+.»

Die RTL-Gruppe wurde vom Bundeskartellamt sogar explizit als Interessent genannt, als die Behörde nach zwei Rechteperioden die sogenannten «No-Single-Buyer-Rule» wieder strich, so wie von der DFL beantragt. Diese Regelung besagte, dass nicht ein einzelner Pay-TV-Anbieter alle Live-Rechte kaufen darf, sondern mindestens zwei beteiligt sein müssen.

Bis zu vier verschiedene Pay-Sender möglich

Bei der Auktion ab Mitte April könnte nun ein einzelner Sender alle Pay-TV-Rechte erwerben. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Denn in der Ausschreibung stehen vier verschiedene Pakete für das Pay-TV. Es könnte also auch sein, dass die Fans ab 2025 noch mehr Abonnements als derzeit benötigen, um alle Live-Spiele der 1. Bundesliga im TV zu sehen.

Für die RTL-Gruppe scheint das Paket D mit den Sonntagsspielen maßgeschneidert. Denn das erhält bei insgesamt 79 Live-Spielen die Möglichkeit, auch mehrmals Partien im Free-TV zu zeigen. Es ist also ein Paket, das zwischen dem Streamingdienst RTL+ und den frei empfangbaren Sendern wie RTL oder Nitro aufgeteilt werden könnte.

Was machen Netflix, Amazon und Co?

Schon länger gibt es die Hoffnung der Liga, dass einer der großen US-Streamingdienste einsteigt - etwa bei Paket C mit den Spielen am Samstag um 18.30 Uhr und dem Supercup. Doch zumindest Netflix hat klares Desinteresse signalisiert. «Wir sind noch immer kein Teil des Livesport-Rechte-Spiels», sagte Sportchef Gabe Spitzer der «Süddeutschen Zeitung».

Das unterscheidet den Serien-Spezialisten vom Internet-Händler Amazon, der hierzulande bereits Spiele der Champions League und in diesem Jahr erstmals auch den Tennis-Klassiker in Wimbledon zeigt. Andererseits: In England hat Prime Video das Premier-League-Experiment nach nur einer Rechteperiode schon wieder abgebrochen.

Natürlich hofft die Liga auch auf Außenseiter wie etwa die Telekom, sie setzt aber beim Wettbieten in erster Linie wieder auf die Konkurrenten Sky und DAZN. Das gilt besonders für das Paket A mit den bei Fans sehr beliebten Konferenzen sowie für das Paket B, bei dem die Rechte-Experten der DFL sich etwas Neues überlegt haben: Es enthält - anders als vor vier Jahren - neben den Partien am Samstag um 15.30 Uhr auch die Freitag-Spiele. Dieses Paket ist das mit Abstand größte und enthält 196 Live-Spiele.

Um die Pay-Anbieter zu locken, haben die DFL-Strategen zudem die Live-Pakete mit Zusatzrechten «aufgewertet», wie Merkel es nannte. «Wir bieten Fans und unseren Partnern künftig deutlich mehr», sagte der DFL-Geschäftsführer. «Daher sind wir davon überzeugt, allen interessierten Bewerbern ein sehr attraktives Angebot zu machen.» Ende April wird sich nach der Auktion zeigen, ob dieser Plan aufgegangen ist.

© dpa ⁄ Michael Rossmann, dpa
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