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Frau mit kulturpolitischer Wirkkraft: Schau zu Großherzogin

Der Erhalt des Nachlasses von Dichterfürst Goethe in seiner bekannten Form ist vor allem auch einer Frau zu verdanken. Zum 200. Geburtstag widmet ihr das Goethe- und Schiller-Archiv eine Ausstellung.
Sonderausstellung
Mitarbeiterin Allen Müller betrachtet an einem virtuellen Führer Ausstellungsstücke bei einem Presserundgang durch die Sonderausstellung "Sophie. Macht. Literatur." © Bodo Schackow/dpa

Wie entscheidend eine Frau für einen bedeutsamen Teil des deutschen Literaturerbes war, zeigt eine Sonderausstellung im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. Die Schau «Sophie. Macht. Literatur - Eine Regentin erbt Goethe» beleuchtet das Wirken von Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach 200 Jahre nach deren Geburt, wie die Klassik Stiftung Weimar am Freitag mitteilte. Die vom 8. April bis zum 15. Dezember geplante Ausstellung setze sich auch kritisch mit den Verdiensten Sophies (1824-1897) in der damals stark vom Nationalismus geprägten Gesellschaft auseinander.

Ihre Initiative, Goethes Nachlass der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu erforschen, sei entscheidend für die Anerkennung der Dichterhandschriften als UNESCO-Weltdokumentenerbe, so Christian Hain, kommissarischer Direktor des Archivs laut Mitteilung. «Ihr persönliches und ihr finanzielles Engagement ermöglichten den Bau des Goethe- und Schiller-Archivs, das sich zu einem Zentrum für unser literarisch-kulturelles Gedächtnis des 18. und 19. Jahrhunderts entwickelt hat.»

Als 1885 der letzte Enkel des Dichterfürsten stirbt, erbt die Großherzogin den handschriftlichen Nachlass von Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832). Sophie brachte die erste Gesamtausgabe von Goethes Werken auf den Weg und gründete mit dem Goethe-Archiv das älteste Literaturarchiv Deutschlands und legte somit den Grundstein für das heutige Goethe- und Schiller-Archiv. Heute verwahrt das Archiv unter anderem mehr als 150 Nachlässe von Schriftstellern, Philosophen und anderen Kulturschaffenden.

Sophie selbst wurde 1824 in Den Haag, als einzige Tochter des späteren niederländischen Königs Wilhelm II. und Anna Pawlowna, einer russischen Großfürstin und Tochter von Zar Paul I. geboren. 1842 heiratete sie ihren Cousin, den Erbgroßherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sie prägte nicht nur die Kultur-, sondern auch die Sozialpolitik Weimars und stiftete Schulen und Pflegeeinrichtungen.

© dpa
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