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Bauindustrie rechnet mit Stagnation: Kein Stellenabbau

Wohnungsbauprojekte in Thüringen sind eher rar - die Bauwirtschaft setzt auf Infrastrukturinvestitionen von Land und Kommunen. Und sie befürchtet ein eher wirtschaftlich schwaches Jahr.
Wohnungsbau
Kräne und Gerüste stehen auf der Baustelle eines Mehrfamilienhauses. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Thüringens Bauindustrie will trotz der Krise im Wohnungsbau Entlassungen verhindern. «Es steht kein Stellenabbau an. Die Firmen sind froh, dass sie gutes Personal haben», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Burkhard Siebert, am Donnerstag bei einem Branchentreffen auf Schloss Ettersburg bei Weimar. Punktuell würden weiterhin auch Fachleute gesucht. Im Bauhauptgewerbe mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro in Thüringen sind nach seinen Angaben rund 14 300 Menschen beschäftigt.

«Der Wohnungsbau liegt darnieder»

Der Verband gehe davon aus, dass der kriselnde Wohnungsbau in diesem Jahr nicht anspringe. Von Januar bis Oktober 2023 sei der Umsatz der Unternehmen im Wohnungsbau um 13,4 Prozent gesunken, neuere Zahlen lägen noch nicht vor. «Der Wohnungsbau liegt darnieder. Projekte werden gestoppt oder nur noch fertiggestellt.»

Es seien nur wenige neue Aufträge in diesem Bereich in Sicht, weil sich Häuslebauer wegen hoher Zinsen und Baukosten zurückhielten und Investoren sich kaum noch eine Rendite ausrechneten. «Wir haben im Wohnungsbau eine düstere Prognose» - trotz eines hohen Bedarfs nicht nur im sozialen Wohnungsbau.

Stabile öffentliche Investitionen erwartet

Die Bauindustrie und das Bauhauptgewerbe setzten in diesem Jahr besonders auf Infrastrukturinvestitionen von Land und Kommunen, sagte Siebert. Es gehe um Straßen- und Schienen- sowie Energieprojekte. «Die Politik hat erkannt, dass investiert werden muss.» Auch der Gewerbebau gehe weiter - der Umsatzrückgang in diesem Bereich im vergangenen Jahr bis Ende Oktober sei mit 2,2 Prozent nicht so dramatisch gewesen wie im Wohnungsbau.

Nach Angaben des Verbandsgeschäftsführers rechnet die Thüringer Bauindustrie 2024 mit einer wirtschaftlichen Seitwärtsbewegung - also stagnierendem Umsatz etwa auf dem Niveau von 2023. «Die öffentliche Hand ist da ein wichtiger Auftraggeber» - sie könne für eine gewisse Grundauslastung in der Bauwirtschaft sorgen.

Bürokratie mehr als ein Ärgernis

Der Verband erwartet von der Politik, dass die Investitionshaushalte von Land und Kommunen mindestens stabil gehalten würden und den Unternehmen mehr wirtschaftlicher Spielraum gegeben werde. Es werde viel von Bürokratieabbau geredet - letztlich seien aber immer mehr Unterlagen und «Papierkrieg» nötig.

Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Barbara Schönig bekräftigte, die öffentliche Hand bleibe ein «verlässlicher Partner der Bauwirtschaft». Der Freistaat Thüringen bewege jährlich im Hochbau sowie der Städte- und Schulbauförderung ein Volumen von mehr als 350 Millionen Euro. Im Zeitraum von 2019 bis 2023 seien mehr als 1500 geförderte Wohnungen neu bewilligt worden.

Schönig sprach von gewaltigen Herausforderungen des Landes im Baubereich, unter anderem im Straßenbau und bei der energetischen Gebäudesanierung. Mit Blick auf den Investitionsbedarf plädierte sie für eine Reform der Schuldenbremse. «Wenn wir auch künftig moderne Wohnungen, Universitäten, Schulen, Kliniken, Museen, Theater, Polizeidienststellen, Gerichte und Verwaltungsgebäude wollen, dann müssen wir uns bewusst sein, dass wir diese Aufgaben nicht bewältigen, indem wir sparen und Geld zurücklegen.»

© dpa
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