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Zwei Millionen Euro für Projekt in der Kohleregion

Mit zwei Millionen Euro will der Bund ein Projekt in Halle fördern, das sich mit dem Selbstverständnis der Menschen in der Kohleregion auseinandersetzt. Wie gehen die Forscher das an?
Strukturwandel in Kohleregionen
Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen eines Braunkohlekraftwerks. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wie kann Strukturwandel positiv vermittelt werden? Welches Selbstverständnis haben die Menschen in der Kohleregion von Sachsen-Anhalt? Mit diesen Fragen wollen sich das Institut für Strukturwandel und Transformation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Verein Werkleitz auseinandersetzen. Dafür stellt der Bund insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.

«Meine Vermutung ist, dass einige Angst vor großer Veränderung haben - dabei sind wir doch längst auf dem Weg in eine neue Zukunft», sagte Jonathan Everts vom Institut für Strukturwandel und Nachhaltigkeit der MLU am Freitag im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das Projektteam, das sich selbst als «Agentur für Aufbruch» bezeichnet, will deshalb erforschen, wie Menschen Strukturwandel verstehen und herausfinden, wie Transformation erlebt und gestaltet wird.

Zur Finanzierung des Projekts brachte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Freitag einen Fördermittelbescheid nach Halle. «Der Strukturwandel im Kohlerevier kann nur gelingen, wenn es eine breite Mitwirkung der Bevölkerung und der Kommunen gibt», betonte der CDU-Politiker. Je mehr Partizipation möglich werde, desto höher sei auch das Vertrauen in das Handeln von Politik und Verwaltung. «Dieses Vertrauen darf keine Momentaufnahme sein, sondern muss gepflegt werden», sagte Haseloff.

Konkret wollen Künstler und Forscher ihr Vorhaben über verschiedene Teilprojekte umsetzen. So sollen Studierende Menschen aus dem Mitteldeutschen Revier in Text und Bild porträtieren. Dabei sollen ihre aktuellen Bedürfnisse und Realitäten im Vordergrund stehen. «Wir reden viel über das, was war, und das, was vielleicht sein wird, aber wenig über das Jetzt», sagte Everts, der das Projekt gemeinsam mit dem Direktor von Werkleitz, Daniel Herrmann, leitet. «Aber das ist wichtig, immerhin leben wir darin.» Das Revier umfasst in Sachsen-Anhalt fünf Regionen: die Stadt Halle, den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, den Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und den Saalekreis.

Ziel des Projektes sei auch, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten, betonte der Leiter. «Praktisch wollen wir die Generationen zusammenbringen - beispielsweise durch die Vorstellung von Berufsgruppen, die es hier in der Region gibt.» Ein weiterer Teil solle die Schaffung eines Dokumentationszentrums sein. «In der Vergangenheit ist über den Strukturwandel viel gearbeitet, erforscht und publiziert worden - das ist aber alles noch sehr verstreut und viele Daten sind oft nicht zugänglich», so Everts. Das Zentrum soll im neuen Stadtarchiv in Zeitz (Burgenlandkreis) entstehen.

Darüber hinaus sind Vortragsreihen und ein sogenanntes Fremdenverkehrsbüro geplant. «Fremdenverkehrsbüro klingt vielleicht erstmal komisch. Das soll ein Raum werden, das als Schaufenster von den Perspektiven aus der Stadt aufs Land und andersherum fungieren soll. Damit wollen wir auch herumreisen», erklärte Everts. Das Projektteam soll sich aus acht Menschen zusammensetzen. Mit den Fördermitteln soll ihre Arbeit nun auf sichere Beine gestellt werden.

© dpa
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