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Wie bleiben mehr Quereinsteiger an Schulen?

Die Zahl der Quereinsteiger unter den Lehrkräften steigt. Die Idee ist gut, in der Umsetzung gibt es jedoch immer wieder auch Probleme. Warum?
Lehrer im Unterricht
Ein Lehrer unterrichtet in einem Klassenzimmer der Kraichgau-Realschule. © Marijan Murat/dpa

Mit erfahrenen Lehrkräften an ihrer Seite haben sich am Donnerstag Quereinsteiger mit Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) ausgetauscht. «Die Idee ist nicht schlecht - da sind wir uns, denke ich, alle einig. Aber in der Umsetzung ist noch das ein oder andere zu tun», sagte die CDU-Politikerin während des Austauschs an der Gemeinschafts- und Abendsekundarschule August Hermann Francke in Halle. 

Weil ausgebildete Lehrkräfte fehlen, hat sich das Land Sachsen-Anhalt zunehmend für Seiteneinsteiger geöffnet. Nach Angabe des Ministeriums machen sie derzeit rund elf Prozent des gesamten Lehrkörpers in Sachsen-Anhalt aus. Einige von ihnen gehen dem Schulsystem jedoch auch wieder verloren. 

Izzatillo Juraev ist 2020 aus Usbekistan nach Deutschland gekommen. In seiner Heimat hat er Mathematik studiert und ein Jahr an einer Gemeinschaftsschule gearbeitet, erzählte Juraev. In Deutschland habe er sich dann dazu entschieden, als Quereinsteiger Lehrer zu werden. Das sind Menschen, die ursprünglich einen anderen Bildungsweg gegangen sind. An Sekundarschulen können seit dem vergangenen Jahr auch bestimmte Fächer von Seiteneinsteigern ohne Abitur und Studium unterrichtet werden, etwa Technik, Wirtschaft, Hauswirtschaft sowie Gestalten. 

An der Gemeinschafts- und Abendsekundarschule in Halle sei er von seinen Kolleginnen und Kollegen freundlich aufgenommen worden, sagte Juraev. «Aber zum Beispiel das neue Schulsystem ist eine echte Herausforderung. Deshalb bin ich froh, dass ich Frau Siebert habe.» Sie sitze mit in seinen Unterrichtsstunden, helfe ihm auch bei der Vorbereitung der Stunden. 

Kornelia Siebert begleitet den gebürtigen Usbeken nun seit Oktober letzten Jahres. Nachdem sie in den Ruhestand gegangen war, hat sie sich dazu entschieden, Seiteneinsteigern bei ihrem Start in den Beruf als Lehrer zu begleiten. Genauso wie andere anwesende Mentorinnen und Mentoren sieht Siebert neben den Vorteilen auch Schwierigkeiten bei der Begleitung von unausgebildeten Lehrkräften. Beispielhaft nennt Siebert die zur Verfügung gestellten Unterlagen. Aus ihrer Sicht gibt es hier eindeutig Verbesserungsbedarf.  

Bei einer großen Stellenausschreibung, die im Januar endete, meldeten sich laut Bildungsministerium 436 Bewerberinnen und Bewerber, 97 von ihnen waren ausgebildete Lehrkräfte und 339 Seiteneinsteiger. Damit setzt sich ein Trend der Vorjahre fort. Um Mentorinnen und Mentoren mit Lehrkräften im Seiteneinstieg in den jeweiligen Regionen besser zueinander bringen zu können, will das Bildungsministerium demnächst auf dem Bildungsserver ein sogenanntes Matching-Tool installieren. 

Rund ein Drittel aller Seiteneinsteiger gehe dem Schulsystem im Laufe der Zeit jedoch wieder verloren, sagte Feußner. «Im Vergleich zu den anderen Ländern ist das zwar eine übliche Quote, ich will aber, dass das besser wird.» Gründe für einen Abbruch gebe es viele, so die Ministerin. Beispielsweise stelle sich für einige Quereinsteiger im Laufe der Zeit heraus, dass die Arbeit als Lehrer oder Lehrerin doch anders ist, als vorher angenommen. 

Das Ministerium arbeite daran, die Phase des Ankommens für Quereinsteiger zu verlängern, wobei auch sichergestellt werden müsse, dass die Quereinsteiger ausreichend Gehalt bekommen, sagte Feußner. Gleichzeitig müssten die Schulen expliziter auf vor dem Ruhestand stehende Lehrkräfte zugehen und sie auf das Mentoren-Programm ansprechen. «Da müssen wir vielleicht auch noch mal nacharbeiten», so die Ministerin. 

Nach Angaben des Ministeriums hatten bis zum 1. November 1651 Lehrkräfte die Schulen verlassen, darunter 1459 ausgebildete Lehrkräfte und 192 Seiteneinsteiger. Erfasst wurden befristete und unbefristete Kräfte.

© dpa
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