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Standort des Taufbeckens der Ottonen in Quedlinburg entdeckt

Quedlinburg zählt zum Unesco-Weltkulturerbe der Menschheit. In der Krypta der Stiftskirche wurde jetzt der Standort des Taufsteins der Ottonen aus dem 10. Jahrhundert entdeckt.
Krypta der Stiftskirche St. Servatii archäologisch untersucht
Ein einziger Befund hat sich in der Krypta der Stiftskirche St. Servatii ergeben. © Matthias Bein/dpa

In Quedlinburg ist der Standort eines Taufbeckens des mittelalterlichen Herrschergeschlechts der Ottonen aus dem 10. Jahrhundert entdeckt worden. Aus Sicht der Archäologen ist es der älteste Nachweis eines vierpassförmigen Taufbeckens, also ein Taufbecken mit vier Bögen, nördlich der Alpen. «Das Sensationelle ist, dass hier der einzige authentische Ort entdeckt wurde, an dem Mitglieder des deutschen Herrschergeschlechts der Ottonen getauft wurden», sagte Landesarchäologe Harald Meller am Montag. «Mathilde, die hier getauft wurde, vertrat Otto III., als er mit seiner Frau in Italien war. Sie war damit faktisch die Herrscherin und Quedlinburg war der zentrale Ort der Macht.»

Möglich wäre, dass Herzog Heinrich I. von Bayern (um 922 - 955) hier getauft wurde. Ebenso könnten Mathilde (955 - 999), die Tochter von Kaiser Otto dem Großen und Kaiserin Adelheid und erste Äbtissin des Stiftes Quedlinburg sowie Adelheid I. (977 - 1044), die folgende Äbtissin und Tochter des Kaiserpaars Ottos II. und der Byzantinerin Theophanu, in Quedlinburg das Sakrament der Taufe empfangen haben.

«Es gibt vieles, was die Unesco-Welterbestadt Quedlinburg einzigartig macht, nun kommt mit dem aufgedeckten Taufbeckenstandort aus dem 10. Jahrhundert ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hinzu», erklärte Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra (CDU).

Bei den archäologischen Untersuchungen wurde ein in Sandstein geschlagener etwa 50 Zentimeter tiefer und zwei Meter breiter Vierpass aufgedeckt. Die Wände dieser Vertiefung waren aufwendig mit Stücken aus Hochbrandgips ausgekleidet, bei denen es sich um Fragmente eines vormaligen Fußbodens handelt. Diese Bettung nahm das Taufbecken auf, das sich selbst nicht erhalten hat, aber vermutlich aus hochwertigem Material bestand. Später, aber ebenfalls noch im 10. Jahrhundert, wurde die Standfläche aus bislang noch unbekannten Gründen erhöht.

Im Christentum ist die Taufe ein wichtiges Sakrament, das die Hoffnung auf Erlösung verspricht. Getauft wurde im 10. Jahrhundert, anders als heute üblich, einmal im Jahr, am Karsamstag, als Kollektivtaufe von Säuglingen beziehungsweise Kleinkindern durch Untertauchen. Die Täuflinge wurden kreuzförmig, in Richtung der Vierpässe, in das Wasser getaucht, mit zunächst nach Osten, dann nach Norden und abschließend nach Süden gerichtetem Haupt. Dabei wurde die Taufformel «Ich taufe dich im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes» gesprochen. Die Zeremonie wurde bei Kerzenschein und Weihrauch durchgeführt und durch liturgische Gesänge und Litaneien begleitet.

Bereits zu Regierungszeiten von König Heinrich I. (um 876 - 936) aus dem Geschlecht der sächsischen Liudolfinger war Quedlinburg einer der Hauptorte der Herrscherdynastie der Ottonen. Sie wurde durch Heinrichs I. Sohn, den ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Otto den Großen (912 - 7. Mai 973) begründet.

Quedlinburg steht seit 1994 auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste.

© dpa
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