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Scholz Holzbau-Firma: Handwerk fordert Veränderungen

Bei einem Besuch in einer Dresdner Holzbau-Firma greift der Bundeskanzler zum Akkuschrauber. Das macht ihm sichtlichen Spaß. Ob das nach einem Gespräch mit Handwerkern immer noch so ist, bleibt offen.
Bundeskanzler Scholz besucht Dresdner Handwerksbetrieb
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, 3.v.l.) scherzt bei seinem Besuch in einem Dresdner Handwerksbetrieb im Holzbau mit den Zimmermeistern Ralf Lepski (l), Felix Lepski (2.v.l.) und Jörg Dittrich (r), dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und Präsident der Handwerkskammer Dresden. © Robert Michael/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich in Dresden beim Besuch einer Holzbau-Firma als Handwerker versucht. Kurz entschlossen drehte er eine lockere Schraube ins Gebälk einer Holzkonstruktion. Bei der kurzen Stippvisite ging es ansonsten um handfeste Sorgen und Nöte der Branche. Medienvertreter waren beim abschließenden Gespräch mit Beschäftigten zwar nicht mehr zugelassen. Doch der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich, hatte schon zuvor klargestellt, welche Themen er ansprechen will.

«Deutschland steckt in einer Rezession. Es sind Veränderungen notwendig. Wir brauchen nicht nur einen neuen Trainingsanzug, wir müssen trainieren miteinander», sagte Dittrich, der zugleich Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ist. Der Abbau von Bürokratie sei ein Punkt. Das erfordere Mut, weil es mehr Vertrauen und weniger Kontrolle bedeute.

Es gebe viele Bereiche, wo sich das Handwerk Veränderungen der Rahmenbedingungen wünsche, sagte Dittrich. Es sei gut, wenn sich Scholz das vor Ort ansehe. Die Stimmung sei schlechter als die Lage. Es gehe um die Frage, wie man wieder Zuversicht hinbekommen könne. «Es gibt teilweise so große Wut, dass Menschen schon gar nicht mehr sprechen wollen.» In einer parlamentarischen Demokratie müsse man sich aber austauschen und Wege suchen.

Dittrich beklagte eine «Misstrauenskultur» gegenüber Selbstständigkeit in Deutschland. Das halte Menschen davon ab, sich selbstständig zu machen. Die Dokumentationspflichten seien überbordend. «Was wir nicht dokumentiert haben, haben wir scheinbar gar nicht gemacht. Wenn wir dann Gefährdungsanalysen machen für die Beschäftigung von Schwangeren an einem bestimmten Arbeitsplatz, in diesem Bereich des Betriebes aber gar keine Frauen arbeiten, dann sieht man deutlich, dass wir es übertrieben haben.» Als weiteres Beispiel für ein Übermaß an Bürokratie nannte Dittrich die Bon-Pflicht beim Bäcker.

Die 2006 gegründete Holzbau Lepski GmbH ist ein Familienunternehmen mit etwa 30 Beschäftigen und hat sich auf den Bau von Einfamilien- und Ferienhäusern, aber auch Kindertagesstätten und Dachaufbauten spezialisiert. Mit seinem Sohn Felix zeigte er Scholz einen Arbeitsgang im Betrieb. Schließlich durfte der Bundeskanzler selbst zum Akkuschrauber greifen. Am Abend wollte er in Chemnitz noch Leser der «Freien Presse» treffen.

© dpa
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